1860 München: Chaos auf allen Ebenen

Löwen nach Abstieg völlig führungslos

Casselette, Ayre und Ismaik von 1860 München

Führungslos. Präsident Cassalette (l.) und Geschäftsführer Ayre (m.) sind bereits zurück getreten. ©Imago/Sven Simon

Bei 1860 München nimmt das Chaos nach dem Abstieg in die 3. Liga höchst dramatische Ausmaße an. Die Löwen sind seit der 0:2-Pleite im Skandalrelegationsspiel gegen Jahn Regensburg auf allen Ebenen führungslos.

In solch einer Situation gibt es nur Verlierer. (Mitteilung von 1860 München)

„Wir brauchen Euch auch in Zukunft“, appellierte der Verein noch in der Nacht nach dem Sturz in die Drittklassigkeit in einer Mitteilung auf seiner Homepage an die Solidarität des 1860-Anhangs: „In solch einer Situation gibt es leider nur Verlierer. Unsere erste Aufgabe ist es jetzt, einen konkreten Plan für die Zukunft zu machen.“

Führungsteam komplett zurückgetreten

Wer allerdings „alle Optionen sorgfälig prüfen“ soll, war am Tag danach wenigstens zunächst noch völlig offen. Der englische Geschäftsführer Ian Ayre hatte bereits wenige Stunden vor dem zweiten Duell seinen Rücktritt erklärt, wie 1860 nach der Begegnung bekanntgab, und Präsident Peter Cassalette schmiss nach dem besiegelten Abstieg die Brocken ebenfalls hin.

Im sportlichen Bereich steht außerdem der Abschied von Trainer Vitor Pereira fest. Der frühere Erfolgstrainer des FC Porto und von Olympiakos Piräus bezeichnete seine Aufgabe in München als „gescheitertes Projekt“. Es erscheint als undenkbar, dass der Portugiese auch in der neuen Saison auf der Bank der Giesinger sitzen könnte.

Über die schwierigen Personalplanungen für die nächste Drittliga-Spielzeit hinaus drohen München außerdem massive Probleme mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) wegen der Ausschreitungen im Spiel gegen Regensburg. Als mögliche Sanktionen für die beispiellosen Gewaltszenen stehen eine Platzsperre, „Geisterspiele“, Teilausschlüsse der Fans und eine hohe Geldbuße im Raum.

Die Frage aller Fragen aber lautet: Wie reagiert Investor Hasan Isamik? Gegen Regensburg war der Jordanier, der seit 2011 über 60 Millionen Euro in den Klub gepumpt hat, offiziell aus beruflichen Gründen jedenfalls nicht im Stadion.

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