Erneute Kritik an den U23-Teams der 3.Liga

Reserve-Teams mit Vorteilen im Abstiegskampf

Zweikampf zwischen Knoll und Yatabare

Wettbewerbsverzerrung? Millionen-Transfer Yatabare (r.) verstärkt Werders U23. ©Imago

Was haben Fallou Diagne, Sambou Yatabare und Niki Zimling gemeinsam? Sie sind nicht nur Nationalspieler ihrer Heimatländer, sondern wurden für insgesamt über sechs Millionen Euro nach Deutschland geholt. Als Neuzugänge bei den Profis scheinbar doch nicht zu gebrauchen, spielen sie mittlerweile in den Reserve-Teams von Bremen II (Diagne & Yatabare) und Mainz (Zimling).

Während die anderen 18 Vereine um jeden Cent kämpfen und bei Transfers überaus kreativ sein müssen, können die im Abstiegskampf steckenden U23-Teams auf hochkarätige Verstärkung der Profis setzen.

Kaum Leistungsdruck für U23-Spieler

Die aktuellen Fälle bei Werders zweiter Mannschaft beleben wieder die Diskussion, ob U23-Mannschaften in der 3. Liga zugelassen werden sollen. Für die Fans der übrigen Vereine dürfte es da keine zwei Meinungen geben, bringen die U23-Teams doch kaum eigene Zuschauer mit.

Halle-Trainer Rico Schmitt spricht sich aktuell via bild.de ebenfalls gegen den Profi-Nachwuchs in Liga drei aus, richtet seine Kritik aber nicht gegen Profi-Leihgaben wie Yatabare.  Schmitt sieht es viel bedenklicher, dass die Spieler wenig Leistungsdruck haben: „Es gibt praktisch keine Zuschauer, die sie kritisieren, wenn es nicht läuft.“

Man spielt einfach. Das Ergebnis ist egal. (Fabian Baumgärtel)

Fabian Baumgärtel, der einst für die U23 von Greuther Fürth spielte, stößt ins gleiche Horn: „Man hat wirklich keinen Druck. Man spielt einfach. Das Ergebnis ist egal. Hauptsache man bringt irgendwie Leistung.“ Im Abstiegskampf ein gewaltiger Vorteil. Trotz der erneuten Kritik besteht allerdings kaum Hoffnung, dass der DFB einlenkt und für die U23-Teams eine neue Regelung in Form einer eigenen Liga findet.