Fortuna Köln: Der Liga-Drei Teamcheck

Schafft die Fortuna erneut den Klassenerhalt?

Hamdi Dahmani von Fortuna Köln

Er ist geblieben: Fortunas neuer Kapitän Hamdi Dahmani. ©Imago/Eibner

Ist es das Ende der Südstadtlegende? Fortuna Köln lässt seine Aufstiegshelden aus dem Jahr 2014 wie Daniel Flottmann, Florian Hörnig und Kusi Kwame ziehen und stellt sich personell komplett neu auf. Damit soll die Negativserie aus der Rückrunde der vergangenen Saison gestoppt werden. Die Fortuna war nach Absteiger FSV Frankfurt das zweitschlechteste Team nach der Winterpause.

Für die neue Saison heißt das Ziel erneut Klassenerhalt. Liga-Drei.de zeigt Euch mit dem Teamcheck, ob die Südstädter auch dieses Jahr wieder in der Liga bleiben. Am Ende des Artikels geben wir eine Prognose anhand festgelegter Kategorien ab.

Der Kader

Die Fortuna vollzieht den Umbruch in diesem Sommer rigoros. Erfahrene Spieler wie Johannes Rahn, Daniel Flottmann oder auch Selcuk Alibaz gehen. Geholt wurden vor allem entwicklungsfähige Spieler aus den Regionalligen. Der Königs-Transfer ist Manuel Farrona Pulido vom 1. FC Magdeburg, der die Erfahrung von 54 Drittliga-Spielen mitbringt und Caiuly Oliveira Souza (zum MSV Duisburg) ersetzen soll.

Die personellen Änderungen wurden auch genutzt, um den Kader auszudünnen. Genau 22 Spieler stehen der Fortuna im Moment zur Verfügung. In der Defensive wird es allerdings eng. Mit Cimo Röcker auf links und Dominik ernst auf rechts stehen zum Beispiel nur zwei gelernte Außenverteidiger im Kader.

Auch im Angriff sind die Kölner dünn besetzt, für voraussichtlich zwei zu besetzende Positionen stehen mit Hamdi Dahmani, Maurice Exslager, der voraussichtlich im September nach seinem Kreuzbandriss zurückkehrt und Neuzugang Daniel Keita-Ruel nur drei gelernte Stürmer bereit.

Die aktuelle Form

Allzu torhungrig präsentierte sich die Fortuna bislang nicht. Nur einmal, beim letzten Test gegen die FC Bayern Kickers 1907 Nürnberg, schoss sie mehr als zwei Tore. Während der Motor in der Offensive also noch etwas stottert, ist die Defensive hervorzuheben. Erst zwei Gegentore musste das Koschinat-Team in Sommer hinnehmen.

Stärken & Schwächen

Die Fortuna hatte bekanntlich die schlechteste Abwehr (59 Gegentore) der vergangenen Saison. Dementsprechend viel Wert wird in der Vorbereitung auf eine stabile Defensive gelegt.

Wie erfolgreich die nächste Saison wird, hängt zu einem großen Teil davon ab, wie stabil die Abwehr ist. In den ersten sechs Spielen der vergangenen Saison blieb die Fortuna zum Beispiel vier mal ohne Gegentor, was Platz zwei zu diesem Zeitpunkt bedeutete. Danach öffneten sich bei der Fortuna alle Defensiv-Schleusen und es ging in der Tabelle stetig bergab.

Ob die Abwehr-Leistungen der Fortuna allerdings besser werden, bleibt abzuwarten. Mit Bernard Kyere und Dominik Ernst kamen jedenfalls zwei Verteidiger ohne jegliche Drittliga-Erfahrung, im Gegenzug verließen mit Florian Hörnig und Daniel Flottmann zwei erfahrene Verteidiger die Fortuna.

Auf dem Angriff kann sich die Mannschaft nicht ausruhen, mit 37 geschossenen Toren gehörten die Südstädter in der letzten Saison zu den schlechtesten Teams und auch in diesem Mannschaftsteil wurden keine Verstärkungen geholt.

Allerdings ist die Fortuna im Rahmen ihrer Möglichkeiten äußerst effektiv. Diese Effektivität müssen die Kölner auch in der kommenden Saison an den Tag legen.

Uwe Koschinat, Trainer von Fortuna Köln

Coach Uwe Koschinat krempelte das Team komplett um. ©Imago

Der Trainer

Uwe Koschinat steht seit sechs Jahren als Trainer an der Seitenlinie und führte die Fortuna in die dritte Liga. Dort bewahrte er die Kölner mit taktischem Geschick und einer harmonischen Team-Zusammenstellung drei mal vor dem Abstieg.

Jetzt steht allerdings seine größte Aufgabe an. Der personelle Umbruch ist eingeleitet, erfahrene Spieler verlassen den Verein. Es kommen gestandene Spieler aus der Regionalliga, die aber noch relativ jung sind und sich nun in der dritten Liga beweisen wollen. Aus ihnen will Koschinat wenn möglich neue „Südstadtlegenden“ formen.

Die mögliche Startelf

Die Standardformationen werden wohl auch in der kommenden Saison wieder 4-4-2 und 4-2-3-1 heißen. Uaferro und Mimbala bilden wie in der letzten Saison die Innenverteidigung. Auf rechts könnte Dominik Ernst zu einer echten Größe werden. Der schnelle Verteidiger hat fast 200 Regionalliga-Spiele auf dem Buckel und möchte sich nun in der dritten Liga durchsetzen.

Das selbe gilt für Nico Brandenburger, der von Gladbach II kam und im defensiven Mittelfeld eingeplant wird. Auf links muss Manuel Farrona Pulido an die Leistungen seines Vorgängers Cauly Oliveira Souza anknüpfen, der in der vergangenen Saison an neun Toren direkt beteiligt war. Im Sturm gibt Hamdi Dahmani die Richtung vor. Im letzten Testspiel gegen die Bayern Kickers traf er drei mal. Als Alternative steht außerdem Daniel Keita-Ruel bereit, der in der letzten Saison zwölf Tore in der Regionalliga West schoss. Mögliche Aufstellung:
Boss – Ernst, Uaferro, Mimbala, Röcker – Bender, Brandenburger, Pazurek, Farrona Pulido – Dahmani, Keita-Ruel

Fazit

Die Fortuna steckt im Umbruch und ein solcher ist immer mit Schwierigkeiten verbunden. Gelingt es Trainer Uwe Koschinat die Neuzugänge gut zu integrieren und die Defensive zu stärken, ist der Klassenerhalt erneut drin. Andernfalls wird es jedoch knapp.

Prognose (anhand festgelegter Kategorien): Enge Kiste

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