Fortuna Köln: Der Saison-Rückblick 2016/17

Was war gut, was war schlecht?

Spieler des SC Fortuna Köln beim Torjubel

Fortunas Spieler feiern, der Klassenerhalt ist gesichert. ©Imago/Manngold

Die Fortuna hat es erneut geschafft: Auch im dritten Jahr halten die Kölner die Klasse und spielen damit in der nächsten Saison in Liga drei. Grundlage dafür war vor allem eine starke Hinrunde. In der Rückserie schwächelten die Kicker vom Rhein, gerieten jedoch nie ernsthaft in Abstiegsgefahr.

Liga-Drei.de blickt auf die Saison der Fortuna zurück & sagt, was gut und was schlecht war.

Was war gut?
Es war ein Auftakt nach Maß für die Fortunen. Aus den ersten sechs Spielen holte Köln vier Siege, unter anderem gegen die Aufstiegsfavoriten Magdeburg und Kiel. Dabei gewann die Elf jeweils zu null. Beeindruckend, bedenkt man die schwache Defensivleistung der Südstädter in der Vorsaison (69 Gegentreffer, damit die schwächste Abwehr der Liga).

Was war schlecht?
Gerade in der Verteidigung wollte sich die Fortuna verbessern, was in den ersten Spielen auch gut klappte. Spätestens beim 0:6 gegen Absteiger FSV Frankfurt am 11. Spieltag fielen die Kölner jedoch in altbekannte Muster zurück. Am Ende der Saison hatten sie mit 59 Gegentreffern erneut die schwächste Defensive der Liga. Auswärts kassierte der SC satte 43 Gegentore in 19 Spielen, auch das ist Ligahöchstwert.

Wer hat überrascht?
Nach den Abgängen der Top-Torschützen Biada und Königs musste jemand die Rolle des Goalgetters übernehmen. Etwas überraschend füllte sie Hamdi Dahmani aus. Sonst eher als Vorlagengeber bekannt, bewies er in dieser Saison seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und erzielte 13 Saisontreffer. Markus Pazurek spielt seit vier Jahren für die Fortuna, immer als Stammspieler. Noch nie war er allerdings so wichtig wie in dieser Saison. Vier Tore und acht Vorlagen sind für einen defensiven Mittelfeldspieler ein enorm starker Wert.

Christopher Theisen stand die ersten zwölf Spiele nicht mal im Kader, die Zeichen standen auf Abschied. Der 23-jährige biss sich jedoch durch und wurde in der Rückrunde zum Stammspieler im zentralen Mittelfeld.

Hamdi Dahmani von Fortuna Köln beim Torjubel

Hamdi Dahmani verlängerte kürzlich seinen Vertrag. ©Imago

Wer hat enttäuscht?
Trainer Uwe Koschinat leistet ohne Frage sehr gute Arbeit in Köln. Sein Defensivkonzept für die dritte Liga muss er nach dieser Saison jedoch überdenken. Über zwei Spielzeiten die meisten Gegentore der Liga zu kassieren, ist kein Zufall und spricht für ein generelles Problem in der defensiven Ausrichtung der Südstädter.

Wie haben sich die Neuen geschlagen?
Qualitative Verstärkungen zu finden, war für die Kölner im Sommer schwierig, weshalb sie größtenteils auf ihre eingespielte Mannschaft vertrauten.

Mit Jannik Stoffels und Zicos Resvanis stießen zwei Jungspunde aus der eigenen U19 zum Team, Serhat Koruk rückte aus der zweiten Mannschaft auf. Resvanis kam als dritter Torhüter zu keinem Einsatz. Ebenso keine Rolle spielte Jannik Stoffels, der den Verein im Sommer verlässt. Serhat Koruk bekam zumindest in der Hinrunde einige Einsatzminuten, konnte allerdings nicht überzeugen und war zuletzt meist nicht mal mehr im Kader.

Maik Kegel aus Kiel wurde sofort zum Stammspieler. Der gestandene Drittliga-Profi hatte großen Anteil am starken Saisonstart der Kölner. Am 8. Spieltag zog er sich einen Kreuzbandriss zu und fiel für die restliche Saison aus.

Mit Marc Brasnic kam ein talentierter Stürmer von Bayer Leverkusen zur Leihe. In der Hinrunde war er meist Teil des Kaders und erzielte einen Saisontreffer, bevor ihn eine Rückenverletzung außer Gefecht setzte. Danach schaffte er es nicht mehr in die Mannschaft. Er wird nach Leverkusen zurückkehren.

Im Winter legte die Fortuna nochmal nach und verpflichtete Maurice Exslager aus Magdeburg. Der Strafaumstürmer kam bei den Fortunen über die Rolle des Einwechselspielers nicht hinaus. Nach zehn Einsätzen riss auch er sich das Kreuzband und konnte kein weiteres Spiel bestreiten.

Wie geht´s weiter?
Das Ziel der Kölner war es, den Kader weitgehend zusammenzuhalten, was sie auch geschafft haben. Top-Torjäger Hamdi Dahmani hat seinen Vertrag verlängert, genauso wie Cédric Mimbala und Christopher Theisen.

Allerdings müssen die Fortunen nächstes Jahr auf ihren 32-jährigen Kapitän Daniel Flottmann verzichten. Er wechselt nach Rödinghausen. Bitter ist der Abgang von Cauly Oliveira Souza, er schließt sich dem MSV Duisburg an. Somit entsteht ein Loch auf der linken Außenbahn, das durch einen neuen Spieler gefüllt werden soll.

Die Südstädter werden ihrer Philosophie folgend wieder auf lernwillige Spieler setzen. Vier Neuzugänge haben sie bereits vermeldet. Gleich dreimal schlug der SC dabei in der Regionalliga West zu: Der Stürmer Daniel Keita-Ruel kommt aus Wattenscheid, Nico Brandenburger, defensiver Mittelfeldspieler, wechselt von Gladbach II und Dominik Ernst kommt für die rechte Außenbahn von Alemannia Aachen. Ebenfalls für die rechte Seite verpflichtete die Fortuna Robin Scheu von den Kickers Offenbach.

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