FSV Zwickau: Interview mit Toni Wachsmuth

Kapitän will trotz gebrochener Nase am Wochenende spielen

Toni Wachsmuth vom FSV Zwickau

Gut drauf. Toni Wachsmuth und der FSV Zwickau sind nach der Winterpause noch ungeschlagen. ©Imago

Mit acht Punkten aus den letzten vier Partien hat sich der FSV Zwickau eindrucksvoll im Kampf um den Klassenerhalt zurückgemeldet. Vor der Partie am Samstag bei Mitkonkurrent Wehen Wiesbaden hat sich Kapitän Toni Wachsmuth Zeit für Liga-Drei.de genommen und erklärt, warum es bei den Westsachsen derzeit so gut läuft.

Herr Wachsmuth, wie geht’s Ihrer Nase?
Toni Wachsmuth: „Den Umständen entsprechend gut, würde ich sagen. Sie ist halt gebrochen, aber alles andere hält sich in Grenzen. Es muss zum Glück nicht operiert oder gerichtet werden.“

Das heißt, Sie könnten am Wochenende gegen Wehen Wiesbaden mit einer Maske spielen?
Wachsmuth: „Ja, richtig. Die Maske wird momentan individuell angefertigt, Mitte der Woche werde ich diese voraussichtlich erhalten. Dann teste ich die Maske im Training und entscheide anschließend, ob ein Einsatz möglich ist. Spielen möchte ich auf jeden Fall, ohne Maske wird es aber wahrscheinlich nicht möglich sein.“

Der FSV Zwickau hat als einzige Team aus dem Tabellenkeller nach der Winterpause noch nicht verloren. Was läuft aktuell anders im Vergleich zur Hinrunde?
Wachsmuth: „So viel läuft eigentlich nicht anders. Und wenn man ehrlich ist, waren die zurückliegenden drei Partien auch keine Spiele, wo wir berauschenden Fußball gespielt und die Gegner dominiert haben. Auch nach der Winterpause haben wir noch nicht alles richtiggemacht. Aber einerseits konnten wir einige unserer Fehler abstellen und andererseits hatten wir nun auch mal das Quäntchen Glück, was uns in der Vorrunde hin und wieder gefehlt hat.“

Es ist so, dass wir die gesamte Spielzeit über eine sehr gute Unterstützung erhalten (über die Fans)

Es fällt zudem auf, dass Zwickau zu Hause deutlich stabiler auftritt als in der Fremde. Liegt das nur an der Unterstützung der Fans?
Wachsmuth: „Es ist sicherlich so, dass wir die gesamte Spielzeit über eine sehr gute Unterstützung erhalten. Gerade als Neuling in der Liga und mit einem neuen Stadion, können wir einen beachtlichen Zuschauerschnitt aufweisen, der knapp an die 5.000 Zuschauer reicht.

Dies ist mehr als ordentlich und gerade in schwierigen Phasen haben uns die Fans bislang immer unterstützt und auch nicht ausgepfiffen, wenn wir mal schlechte Leistungen gezeigt haben. Wir fühlen uns vor der heimischen Kulisse sehr wohl, das ist schon ein Grund für die guten Leistungen.“

Toni Wachsmuth mit gebrochener Nase gegen Bremen II

Beißt auf die Zähne. Mit einer Spezialmaske will Toni Wachsmuth trotz Nasenbeinbruches am Samstag spielen. ©Imago

Trainer Torsten Ziegner hat sich zu diesem Thema auch zu Wort gemeldet und gegenüber der Presse gesagt, dass diese gute Unterstützung durch die Fans der Mannschaft sehr weiterhilft. Wie nehmen Sie das Umfeld wahr, auch außerhalb eines Spieltages?
Wachsmuth: „Dies sollte man differenziert betrachten. Ich glaube, dass wir von Fan- und Zuschauerseite die gesamte Saison über schon sehr viel Zuspruch und Unterstützung erhalten haben. Auch in schlechten Phasen gibt es nur konstruktive Kritik, dafür kann ich nur ein großes Lob aussprechen.

Es ist nun mal so, dass unsere Trainingsbedingungen nicht die besten sind, gerade im Winter haben wir uns mehr Unterstützung von der städtischen Seite gewünscht, hier gibt es noch deutliches Verbesserungspotenzial.“

Wir müssen unser Spiel auf den Platz bringen (über den kommenden Gegner)

Richten wir nun den Blick auf das anstehende Wochenende, es steht das Abstiegsduell gegen Wehen Wiesbaden an. Ist dieses Spiel ein klassisches 6-Punkte-Match?
Wachsmuth: „Ja, das kann man so nennen, von der Tabellenkonstellation her ist es auf jeden Fall ein 6-Punkte-Spiel. Dennoch ist es für uns nicht entscheidend, gegen wen wir punkten, ob der Tabellensiebzehnte zu Gast ist wir gegen den Dritten spielen. Wir haben uns einfach vorgenommen, viel besser zu punkten, als in der Hinrunde.

Auch das Spiel gegen Wehen Wiesbaden ist für uns ein weiteres Endspiel, auch wenn es natürlich gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf geht und wir diesen durch einen Sieg weiter schwächen könnten.“

Wie erwarten Sie den kommenden Gegner, gerade vor dem Hintergrund, dass Wehen Wiesbaden zum Wochenstart einen neuen Trainer vorstellen konnte?
Wachsmuth: „Natürlich ist es immer so eine Sache, wenn man gegen Mannschaften spielt, die kurz vor der Partie einen neuen Trainer geholt haben. Fakt ist jedoch, dass Wehen Wiesbaden keine neue Mannschaft hat, sondern nur einen neuen Coach, somit wissen wir schon, was da auf uns zukommen wird. Im Hinblick auf taktische Sachen der vergangenen Spiele oder auf das Personal, kann man viel spekulieren, welche Veränderungen der neue Trainer vornehmen wird.“

Wann spielt der FSV Zwickau gegen wen – hier geht’s zum Teamspielplan

Was bedeutet dies für Ihr Spiel?
Wachsmuth: „Unabhängig davon, wie sich Wehen Wiesbaden am Wochenende präsentieren wird, müssen wir unser Spiel auf den Platz bringen und die Kompaktheit, Entschlossenheit und Leidenschaft an den Tag legen, die wir in den vergangenen Partien zeigen konnten. Dann bin ich guter Dinge, dass wir was holen können. Wir wissen, dass es eine schwere Partie werden wird, da Wehen Wiesbaden über Qualität im Kader verfügt und uns alles abverlangen wird.“

Wir hoffen, dass es nach dem Klassenerhalt weitergeht (über die Zukunft von Trainer Ziegner)

Sie sind im vergangenen Sommer aufgestiegen. Würden Sie den Klassenerhalt noch höher einstufen, gerade auch im Hinblick auf die schwierigen Vorzeichen, die es kurz vor Weihnachten gab, als die wirtschaftlichen Probleme publik wurden?
Wachsmuth: „Die 3. Liga ist mit der Regionalliga schwer zu vergleichen. In der Regionalliga herrscht ein Leistungsgefälle, in dem es Teams gibt, die Ambitionen haben aufzusteigen, und zudem Mannschaften spielen, für die die Regionalliga das Limit ist, bzw. diese sich teilweise schon über dem sportlichen Limit bewegen.

In der 3. Liga ist es jedoch so, dass 20 Mannschaften annähernd auf Augenhöhe agieren, dies ist schon der größte Unterschied. Es ist schwieriger diese Liga zu halten, weil die Leistungsdichte höher ist und jeder jeden schlagen kann. Aber auch der Aufstieg ist durch das Relegationsmodell nicht zu unterschätzen.“

Ihr Trainer Torsten Ziegner stammt wie Sie aus Neuhaus am Rennweg, mit ihm haben Sie bereits in Jena zusammengespielt. Haben Sie ein besonderes Verhältnis zu ihm oder ist es ein normales Spieler-Trainer-Verhältnis?
Wachsmuth: „Es ist immer so, dass ein Verhältnis dadurch geprägt wird, wenn man zusammengespielt und zwei Aufstiege zusammen erlebt hat. Dass wir aus demselben Ort stammen, spielt hierbei nur eine Nebenrolle und ist auch eher als Zufall zu betrachten. Wenn man schon zusammen auf dem Spielfeld stand, dann sind das schon andere Gegebenheiten.

Wir haben auf jeden Fall ein sehr gutes Verhältnis, es ist natürlich aber auch so, dass er sich als Trainer anders verhält, wie als Spieler. Von daher kann man schon unterscheiden, ob man als Spieler zusammenarbeitet oder ein Spieler-Trainer-Verhältnis hat.“

Der Vertrag von Torsten Ziegner läuft im Sommer aus. Hofft die Mannschaft auf einen Verbleib?
Wachsmuth: „Ja, auf jeden Fall. Wir hatten bislang eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit und hoffen, dass es nach dem Klassenerhalt dann weitergeht.“

Vielen Dank für das Interview.

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