Hallescher FC: Derby ohne Ultras

Aus Respekt vor dem verstorbenen FCM-Fan Hannes

Die "Saalefront", Ultras des Halleschen FC.

Die „Saalefront“ und viele weitere Fangruppen des HFC werden nicht zum Derby nach Magdeburg fahren. ©Imago

Starkes Zeichen der aktiven Fanszene des Halleschen FC: Die Ultras werden nicht zum Derby beim 1. FC Magdeburg am 26. November anreisen. Das wurde in einer Stellungnahme auf der offiziellen Homepage der „Saalefront“ bekannt gegeben. Grund dafür ist der Tod des FCM-Fans Hannes, der Anfang Oktober – wohl auf der Flucht vor HFC-Anhängern – aus einem fahrenden Zug stürzte und später seinen Verletzungen erlag. Die genauen Umstände des Todes sind bis heute nicht geklärt.

Ein Mensch ist gestorben. An ein normales Derby ist nicht zu denken (Saalefront)

In der Stellungnahme heißt es wörtlich: „Trotz aller Bedeutung dieses Derbys gibt es wichtigere Dinge im Leben, als ein Fußballspiel. Wir können nicht einfach so tun, als wäre nichts geschehen. Ein Mensch ist gestorben. An ein ’normales‘ Derby ist an diesem Tag absolut nicht zu denken! Der Tod von Hannes überschattet alles bisher Dagewesene. Er stellt den traurigen Höhepunkt einer immer härter geführten Auseinandersetzung beider Fanszenen dar. Deshalb ist es aus unserer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt wichtig, einer weiteren Eskalation in jener Auseinandersetzung entgegenzuwirken. Konsequenterweise bleibt uns da nur der Verzicht dieses Spiels.“

Aufruf an alle HFC-Fans

Desweiteren heißt es, dass man vor allem bei der eigenen Mannschaft, die im Derby auf lautstarke Unterstützung verzichten müsse, auf Verständnis hoffe. Zudem gab es noch einen Bitte an alle anderen Unterstützer des Halleschen FC: „Für ein klares Zeichen möchten wir an dieser Stelle auch alle anderen HFC-Fans dazu aufrufen, das Spiel, so schwer es auch fällt, nicht zu besuchen!“