Interview mit Ex-Spieler Babacar N’Diaye

Mit Münster ist in der kommenden Spielzeit zu rechnen

Babacar N'Diaye jubelt nach Tor für Münster

Hängt noch an den Preußen. Der ehemalige Publikumsliebling Babacar N’Diaye. ©Imago/Bild13

Babacar N’Diaye hat viel gesehen von der Welt: Geboren im Senegal, heuerte der ehemalige Stürmer bei mehreren Vereinen an. Seine wohl schönste Zeit verbrachte der 43-Jährige wohl bei Preußen Münster, über das er im Interview mit Liga-Drei.de ebenso spricht wie über sein Verhältnis zum neuen Hansa-Trainer Pavel Dotchev.

Herr N’Diaye. Sie haben in Ihrer Karriere zahlreiche Saison-Vorbereitungen mitgemacht. Mal ganz ehrlich. Wie viel Spaß macht so eine Vorbereitung?
Babacar N’Diaye: „Mir hat das immer Spaß gemacht, aber ich bin auch nie bei Null gestartet. Ich habe immer nur ein oder zwei Wochen Pause gemacht und bin dann gelaufen oder habe Krafttraining gemacht. Die Vorbereitung ist schließlich die Basis für all das, was man in einer Saison erreichen will.“

Sie haben bei über zehn verschiedenen Vereinen gespielt. Wie lief so eine Vorstellung als Neuzugang innerhalb einer Mannschaft ab?
N’Diaye: „Bei vielen Vereinen hat man als Neuzugang eine Summe X in die Mannschaftskasse gezahlt, von der man dann essen gegangen ist. In Babelsberg lief es anders. Dort musste sich jeder Neuzugang etwas einfallen lassen. Ich habe gesungen.“

Ich habe gesungen. (über seinen Einstand in Babelsberg)

Warum & was haben Sie gesungen?
N’Diaye: „Ich glaube, dass ich singen kann & habe Aisha vom marrokanischen Sänger Khaled gesungen.“ (N’Diaye stimmt das Lied an, er kann wirklich singen).

Schauen wir ein wenig auf deine Zeit in Münster zurück. Du hast bei den Preußen unter anderem mit Mehmet Kara zusammengespielt. Kann du verstehen, dass man so einen Spieler aussortiert?
N’Diaye: „Ich weiß nicht was da vorgefallen ist, deswegen kann ich das nicht beurteilen. Aber über Mehmet kann ich nur gutes sagen. Ich denke, dass er für die 3.Liga immer noch eine Waffe ist. Er ist ein Spieler, der viel Vertrauen braucht. Wenn er das nicht bekommt, kann er seine Leistung nicht abrufen. Wäre ich Drittliga-Trainer, würde ich ihn sofort verpflichten.“

Tobi wäre nicht gut beraten, wenn er jetzt wechselt. (über Tobias Warschewski)

Würden Sie dem umworbenen Talent Tobias Warschewski ein Verbleib in Münster raten?
N’Diaye: „Als ich noch Co-Trainer in Münster war, haben wir Tobi zu den Profis geholt. Man konnte damals schon im Training erkennen, was für ein Potential er hat. Ich glaube, er wäre nicht gut beraten, wenn er jetzt schon woanders hin wechselt. Preußen hat ihm die Chance gegeben, sich zu beweisen und dort kann er sich am besten weiterentwickeln.“

Wie sehen Sie generell die Entwicklung der Preußen unter Trainer Benno Möhlmann?
N’Diaye: „Benno kenne ich auch ganz gut und ich finde, dass die Mannschaft unter ihm eine tolle Entwicklung genommen hat. Ich denke, dass die Preußen nächste Saison noch mehr für Furore sorgen werden und oben mitspielen können.“

Mit Pavel Dotchev trainiert ein alter Bekannter von Ihnen nun Hansa Rostock. Was trauen Sie ihm an der Ostsee zu?
N’Diaye: „Pavel hat mich als Co-Trainer in Münster ins kalte Wasser geworfen und mir trotz meiner fehlenden Erfahrung für diese Position vertraut. Ich halte sehr viel von ihm, wir telefonieren noch heute ab und an.

In Münster hat er bereits klasse Arbeit geleistet, die leider nicht ganz zum Aufstieg gereicht hat. In Aue hat er eine Mannschaft komplett neu aufgebaut und ist am Ende auch aufgestiegen. Ich drücke ihm die Daumen, dass es für ihn in Rostock klappt.“

Ein anderer ehemaliger Weggefährte von Ihnen ist nun in Chemnitz – was trauen Sie Horst Steffen beim CFC zu?
N’Diaye: „Ich habe ein halbes Jahr mit ihm zusammengearbeitet, ich schätze ihn aufgrund seiner professionellen Art und der Ehrlichkeit, die er an den Tag legt. Er hat einiges drauf und wird sicherlich auch mit dem CFC auf kurz oder lang den Weg nach oben schaffen.“

Münster kann oben mitmischen. (über die Chancen der Preußen)

Was glauben Sie, wer in der kommenden Spielzeit oben mitspielt in der 3. Liga? Wer könnte es in die Top 3 schaffen?
N’Diaye: „Ich sage mal so. Magdeburg sollte man schon auf der Rechnung haben, auch Osnabrück spielt eigentlich fast immer vorne mit. Aber auch die Preußen können oben mitmischen, das denke ich schon.

Klar der KSC spielt als Absteiger auch wieder um den Aufstieg mit. Persönlich traue ich auch dem FSV Zwickau einiges zu, in der letzten Saison spielte das Team ja eine unglaubliche Rückrunde.“

Sie haben auch mal für Unterhaching gespielt, die als Aufsteiger in die neue Spielzeit starten. Was trauen Sie der Spielvereinigung zu?
N’Diaye: „Mit dem Abstieg wird Unterhaching hoffentlich nichts zu tun haben. Die haben viele gute, junge Spieler, die froh sind, in der 3. Liga spielen zu können. Die laufen von alleine, machen einfach ihr Ding und denken gar nicht so viel nach. Nach oben wird sicherlich nicht so viel passieren, aber ein Platz im Mittelfeld ist auf jeden Fall drin.“

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