Jahn Regensburg: Interview mit André Luge

Der Mittelfeld-Spieler über die aktuelle Lage & seine Zukunft

Andre Luge von Jahn Regensburg

Fühlt sich wohl. André Luge würde gerne über die Saison hinaus beim Jahn bleiben. ©Imago

Mit sechs Punkten aus vier Partien ist Aufsteiger Jahn Regensburg ordentlich ins neue Jahr gestartet und hat bei nur drei Zählern Rückstand sogar Tuchfühlung zum Relegationsplatz. Im Interview mit Liga-Drei.de erklärt Mittelfeld-Spieler André Luge die aktuelle Lage beim Jahn, spricht über seine Erfahrungen bei RB Leipzig und Zukunfts-Planungen.

Herr Luge, der 2:1-Erfolg gegen den FSV Frankfurt am vergangenen Spieltag war der erste Jahn-Sieg im Jahr 2017, zuvor gab es drei Unentschieden. Seit sechs Partien ist der Jahn ohne Pleite. Warum ist Regensburg so schwer zu schlagen?
André Luge: „Ich denke der Hauptgrund liegt darin, dass wir als Team sehr gut funktionieren. Wir verfügen als Mannschaft über eine sehr gute Spielanlage, zudem haben wir eine gute Fitness. Das sind zwei wesentliche Voraussetzungen, um in der Liga bestehen zu können.“

Gegen Frankfurt stellte Trainer Heiko Herrlich auf ein 4-4-2 um und wurde belohnt. Für Sie persönlich wird es in einem 4-4-2 schwieriger, einen Platz zu finden oder?
Luge: Heiko Herrlich wollte den Schwung aus der zweiten Hälfte des Halle-Spiels mitnehmen (1:1-Remis nach Rückstand in der ersten Hälfte, Anm. d. Red), das ist uns auch sehr gut gelungen. Das war das Hauptkriterium für diese Entscheidung. Ich denke aber nicht, dass ich deswegen nun außen vor bin.

Spiele in der Bayernliga optimal für Sicherheit auf dem Platz (über die zweite Mannschaft)

Sie mussten sich nach einer Verletzung wieder in die erste Mannschaft kämpfen, haben in der Hinrunde viel für die Bayernliga-Mannschaft gespielt. Haben Sie immer an Ihre Chance geglaubt?
Luge:„Auf jeden Fall. Meiner Meinung nach bietet sich so etwas immer an, wenn es eine zweite Mannschaft gibt, in der Spieler nach ihren Verletzungen wieder Spielpraxis sammeln können. Zudem ist dies meistens auch der einfachste Weg, wieder die nötige Fitness zu erlangen, um der ersten Mannschaft sportlich weiterhelfen zu können. Diese Spiele in der Bayernliga waren für mich persönlich optimal, um neben dem reinen Training auch wieder die Sicherheit auf dem Platz zu finden.“

Wann spielt der Jahn gegen wen – hier geht’s zum Teamspielplan

Standen Sie während dieser Zeit im Austausch mit Ihrem Trainer?
Luge: „Ja, während der gesamten Zeit gab es Kontakt zwischen Heiko Herrlich und mir, er wusste immer darüber Bescheid, bei wieviel Prozent ich mich derzeit bewege.“

Sie haben mit Jena und RB Leipzig bereits dritte Liga gespielt, den Durchbruch aber nicht so richtig geschafft. Warum klappt es mit Regensburg besser?
Luge: „Das ist schwer zu sagen. Ich denke, dass es auch mit meinem Alter und der Erfahrung zu tun hat. Ich bin mittlerweile älter, habe auch aus diesen Erfahrungen gelernt und weiß nun, welche Chancen ich nutzen muss. Wenn man reifer wird, dann macht man sich über andere Dinge Gedanken.“

Das Potential konnte man damals schon erkennen (über seine Ex-Mitspieler Kimmich & Poulsen)

Waren Sie in Leipzig also zu ungeduldig?
Luge: „So würde ich das nicht sehen. In Leipzig kommt man zum Training und muss sich gegen 25 Top-Fußballer durchsetzen, das war noch einmal ein anderes Kaliber. Die Qualität des Kaders war unglaublich dicht und sehr hoch. In Regensburg haben wir auch einen guten Kader, aber damals war das für mich als 22-Jährigen natürlich eine riesige Herausforderung.“

Was haben Sie aus Ihrer Zeit in Leipzig mitgenommen, was Ihnen in Ihrer Karriere helfen kann?
Luge: „Erfahrung. Und natürlich dieses außergewöhnliche Spielsystem mit dem Gegenpressing.“

In Leipzig haben Sie u.a. mit Kimmich & Poulsen zusammengespielt. Konnte man damals schon Ihr Potential erkennen?
Luge: „Das Potential konnte man auf jeden Fall damals schon erkennen. Ich freue mich sehr für die beiden, dass sie nun in der Bundesliga angekommen sind und auch dort ihre Leistungen abliefern können. Ich schaue schon regelmäßig mal rüber, was dort momentan in Leipzig entsteht. Die Mannschaft spielt guten Fußball und steht dementsprechend natürlich auch nicht schlecht da.“

Wie sieht das mit Ihren Ex-Vereinen Chemnitz, Jena und Zwickau aus?
Luge: „Das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf der eigenen Liga. Natürlich schaut man aber auch auf andere Teams und informiert sich wie die gespielt haben. Daher bekomme ich natürlich auch mit, wie es derzeit beispielsweise in Zwickau läuft.“

Ich könnte mir gut vorstellen, zu bleiben (über seinen auslaufenden Vertrag)

Aktuell liegen Sie nur drei Punkte hinter Rang drei. Schielt man noch heimlich nach oben oder ist das gar kein Thema?
Luge: „Unser primäres Ziel ist es, 45 Punkte zu holen und damit den Klassenerhalt sicherzustellen. Alles, was darüber hinaus geht, sollte als Bonus betrachtet werden. Das ist aber auch kein Thema bei uns.“

Ihr Vertrag läuft in knapp vier Monaten aus. Gab es schon Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit in Regensburg oder haben Sie andere Pläne?
Luge: „Ich fühle mich wohl in Regensburg und könnte mir daher auch gut vorstellen, zu bleiben. Allerdings gab es bislang noch keine Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit.“

Vielen Dank für das Interview, Herr Luge!

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