Magdeburg vs Osnabrück: Interview mit Björn Lindemann

Der 33-Jährige spricht über seine beiden Ex-Klubs

Björn Lindemann als Spieler des VfL Osnabrück und des 1. FC Magdeburg.

Björn Lindemann hatte seine erfolgreichste Zeit in Osnabrück, erinnert sich aber auch gerne an Magdeburg zurück. ©Imago

Es ist das absolute Topspiel des 23. Spieltags in der 3. Liga: Am Samstag (Anstoß: 14 Uhr) empfängt der 1. FC Magdeburg den VfL Osnabrück. Die Gastgeber sind momentan Tabellendritter, einen Platz und einen Punkt davor liegen die Gäste aus Niedersachsen.

Björn Lindemann, der inzwischen seit fünf Jahren in Thailand spielt, war sowohl für den FCM als auch für die „Lila-Weißen“ aktiv. Im Interview analysiert der 33-Jährige die aktuelle Situation beider Teams und gibt einen Tipp für das Duell am Samstag ab. Außerdem spricht Lindemann über die Chance, noch einmal in Deutschland zu spielen.

Herr Lindemann, wie verfolgen Sie in Thailand eigentlich die 3. Liga und insbesondere Ihre Ex-Klubs Magdeburg und Osnabrück?
Björn Lindemann: „Es gibt ja heute Social Networks und verschiedene Websites, über die man alles verfolgen kann. Da gibt es auch immer wieder mal Livestreams. Ich ziehe mir eigentlich noch viele Spiele rein, wenn es geht.“

Der FCM und der VfL treffen am Samstag im Top-Spiel aufeinander. Wer hat Ihrer Meinung nach die besseren Karten für die Partie?
Lindemann: „Ich denke, es wird ein hart umkämpftes 1:1. Bei Magdeburg läuft es noch nicht ganz rund. Osnabrück ist sehr gut in Fahrt gekommen, hat dann aber gegen Mainz verloren. Magdeburg hat den Vorteil, zu Hause zu spielen – das wird einen kleinen Schub geben. Aber im Ganzen ist Osnabrück die bessere Mannschaft, die spielen den besseren Fußball. Deshalb glaube ich an ein Unentschieden.“

Beide haben gute Chancen. (über den möglichen Aufstieg beider Teams)

Und wer hat die größeren Chancen auf den Aufstieg?
Lindemann: „Beide haben gute Chancen. Bis auf Duisburg ist in der 3. Liga ja noch alles sehr nah beieinander, ansonsten lässt jeder immer mal wieder Federn. Das ist alles wirklich sehr, sehr ausgeglichen in diesem Jahr. Da spielen am Ende viele Faktoren eine Rolle, auch in Bezug auf Verletzungen. Letztlich braucht man immer ein bisschen Glück und vor allem Teamgeist.“

Sie spielten eineinhalb Jahre in Magdeburg. Was verbinden Sie mit dieser Zeit?
Lindemann: „Wir sind ja fast aufgestiegen, dieses Spiel gegen St. Pauli bleibt unvergessen. Was da in Magdeburg los war… Aber von den Fans her ist Magdeburg ja sowieso immer Power pur. Deshalb gewinnt der FCM auch so viele Heimspiele. Allgemein hatte ich persönlich einfach eine gute Zeit in Magdeburg. Ich habe noch viele Freunde dort und bin auch immer wieder gerne da. Ich finde es sehr faszinierend, welche Energie in diesem Verein steckt.“

Im Schnitt sehen gut 16.000 Zuschauer die Heimspiele des FCM. Ist das nur positiv oder bringt die Erwartungshaltung vieler auch einen größeren Druck mit sich?
Lindemann: „Das mit der Erwartungshaltung ist ja überall so, auch in Osnabrück. Heutzutage tun die Fans in Deutschland einfach sehr viel für ihre Vereine. Und wenn es dann mal nicht so gut läuft, dann werden sie schnell unruhig. Nichtsdestotrotz denke ich schon, dass es zu 90% positive Auswirkungen hat, wenn viele Fans zu den Heimspielen kommen.“

Auch in Osnabrück wird praktisch seit Ihrem Weggang erwartet, dass der VfL wieder zweitklassig spielt. Warum hat es bisher nicht geklappt?
Lindemann: „Manchmal hat einfach ein bisschen Glück gefehlt, Osnabrück war ja auch einige Male in der Relegation. Auf der anderen Seite hat manchmal aber sicher auch ein wenig Qualität gefehlt. Aber dieses Jahr hat der VfL eine gute Chance, aufzusteigen. Dazu braucht es einerseits Konstanz, andererseits muss man auch mal einen kleinen Zwischenspurt hinlegen. Wenn sie das schaffen, dann können Sie dieses Jahr hochgehen. Aber es kann in der engen Liga auch sein, dass sie Sechster oder Siebter werden.“ 

Sie spielten damals beim VfL mit Konstantin Engel zusammen, der jetzt nach Osnabrück zurückgekehrt ist. Wie wichtig ist er für die Mannschaft im Kampf um den Aufstieg?
Lindemann: „Koka ist ein Osnabrücker Junge, der kennt die Stadt und die Fans. Und der weiß, wie man aufsteigt. Er ist genau der richtige Spielertyp für die Liga: Ein Arbeiter und Kämpfer. Ich denke also schon, dass er ein ganz wichtiger Faktor sein wird – auch was die Zukunft betrifft. Das wünsche ich ihm auch, weil Koka einfach ein guter Junge ist. Man kann aber nicht verlangen, dass es von heute auf morgen hundertprozentig klappt. Schließlich hat er ja auch eine Zeit lang nicht gespielt.“

Der FCM hat mir nicht zugetraut, in der Liga zu bestehen. (über eine Magdeburg-Rückkehr im Winter)

Inzwischen spielen Sie selbst seit fünf Jahren in Thailand, es kommen aber immer wieder Gerüchte um eine Rückkehr auf. Sehen wir Sie nochmal bei einem deutschen Profi-Klub?
Lindemann: „Im Winter war ich kurz davor, zurückzukehren. Ich war mit Magdeburgs Sportchef Mario Kallnik lange in Kontakt. Aber der FCM hat es mir letztlich nicht zugetraut, in der Liga noch bestehen zu können. Ich sehe das anders: Die thailändische Liga wird zum Teil auch ein bisschen unterschätzt. Bei meinem neuen Arbeitgeber haben wir acht Trainingseinheiten pro Woche, das ist nicht ohne. Aber okay, letztlich bin ich halt hier geblieben. Da stand am Ende auch der finanzielle Aspekt ein bisschen im Vordergrund. Aber es könnte schon passieren, dass ich nochmal ein, zwei Jahre in Deutschland auftauche.“

Vielen Dank für das Interview, Herr Lindemann!

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