Rot-Weiß Erfurt: Mario Erb fordert mehr Egoismus

Kapitän sucht nach Erklärungen für die Offensivschwäche

Mario Erb, Spielführer von Rot-Weiß Erfurt.

Erfurts Kapitän Mario Erb vermisst die Konsequenz vor dem gegnerischen Tor. ©Imago

Rot-Weiß Erfurt befindet sich im Abstiegskampf der 3. Liga, aktuell beträgt der Vorsprung auf die Gefahrenzone nur noch zwei Pünktchen. Der Hauptgrund dafür ist schnell ausgemacht: Es ist die ungefährliche Offensive der Thüringer, die bislang gerade einmal 16 Tore zustande gebracht hat – lediglich das Tabellen-Schlusslicht FSV Mainz 05 II hat noch weniger Treffer erzielt (14). Klar, dass im Trainingslager in der Türkei ein besonderes Augenmerk auf den Torabschluss gelegt wird.

Uns fehlte die Zielstrebigkeit im letzten Drittel. (Mario Erb)

Mario Erb glaubt zu wissen, woran es im Angriffsspiel hapert. Der RWE-Kapitän sagte in einem Interview mit der Thüringischen Landeszeitung: „(…) Uns fehlte oftmals die Konsequenz im Abschluss, die Zielstrebigkeit im letzten Drittel. Wir spielen lieber noch einmal quer und noch einmal, anstatt einfach abzuziehen. Da müssen wir egoistischer werden; es immer wieder versuchen.“

Zukunft unklar

Selbstverständlich liegt es aber nicht alleine an der Erfurter Offensive, dass es bislang nicht besonders rund läuft. Das weiß auch Mario Erb: „Wir haben uns einfach viel zu viele individuelle Fehler erlaubt. Die kosteten uns gerade in den letzten Spielen etliche Punkte. Die Unterschiede zwischen den Mannschaften sind nicht groß, da entscheiden oftmals Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage.“ Der Kapitän ist in Sachen individuelle Fehler ein gebranntes Kind, zwei Patzer von ihm sorgten für die 1:2-Niederlage gegen Rostock Mitte Dezember.

Abstiegskampf hatte ich schon genug. (Mario Erb)

Doch darüber möchte er jetzt natürlich nicht mehr reden. Vielmehr macht sich der 26-Jährige Gedanken über seine Zukunft, denn sein Vertrag läuft im Sommer aus. Ob er dennoch weiter für RWE spielen wird, ist noch nicht sicher. Erb: „Ich fühle mich wohl in Erfurt, sportlich und privat, und kann mir natürlich vorstellen zu verlängern. Das Interesse vom Verein ist da, das weiß ich. Allerdings muss auch die Perspektive stimmen. Abstiegskampf hatte ich schon genug. Von meinen sechs Profijahren spielte ich fünf gegen den Abstieg. Das zehrt und macht nicht wirklich Spaß.“

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