SG Sonnenhof Großaspach: Interview mit Nicolas Jüllich

Der 27-Jährige über den möglichen Aufstieg & seine Pläne

Nicolas Jüllich liegt quer in der Luft.

Nicolas Jüllich erzielte in dieser Saison bereits sieben Treffer für Großaspach. ©Imago/Avanti

Nicolas Jüllich gehört zu den dienstältesten Spielern im Kader der SG Sonnenhof Großaspach. Mit seinem Verein hofft er noch auf den Sprung in die 2. Bundesliga. Was ihn für die noch ausstehenden sechs Partien in dieser Saison optimistisch macht, wie er die Arbeit seines Trainers Oliver Zapel einschätzt und ob er auch seine Zukunft in Großaspach sieht, hat der 27-Jährige im Interview mit Liga-Drei.de verraten!

Herr Jüllich, fünf Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz. Glauben Sie noch an den Sprung der SG Sonnenhof Großaspach in die 2. Bundesliga?
Nicolas Jüllich: „Grundsätzlich dürfen wir mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden sein, alles andere ist nun Zugabe und wir geben weiter Gas. Zu Ihrer Frage: Es wird natürlich sehr schwer, wir haben ja nur noch sechs Spiele. Da sind fünf Punkte Rückstand schon ordentlich. Ich denke, wir müssen auf jeden Fall gegen Mainz gewinnen. Dann hätten wir in Magdeburg eine Art Endspiel.“

Was macht Sie zuversichtlich für die ausstehenden sechs Spiele?
Jüllich: „Dass wir keinen Druck mehr haben. Wir haben unser Saisonziel mit aktuell 46 Punkten erreicht. Was jetzt noch kommt, ist mehr oder weniger Bonus.“

Die vergangene Saison haben Sie mit einem Innenbandriss nahezu komplett verpasst, in dieser Spielzeit fehlten Sie in keiner einzigen Partie. Ist das mehr wert als der mögliche Aufstieg am Saisonende?
Jüllich: „Für einen Fußballer ist es, glaube ich, immer das Wichtigste, gesund zu sein. Deswegen kann man das schon so sagen.“

Er hat unser eigenes Spiel verbessert. (über Trainer Oliver Zapel)

Bei nur ganz wenigen Mannschaften der 3. Liga fallen mehr Tore als in den Spielen der SGS. Wie erklären Sie sich das?
Jüllich: „Ich denke, dass wir sehr offensiv ausgerichtet sind und deswegen vielleicht auch mal das eine oder andere Gegentor hinten kassieren. Unsere Spielweise unter Oliver Zapel ist einfach eine sehr attraktive. In den Vorjahren sind wir immer sehr gut gestanden und haben auf Fehler der Gegner gewartet, um sie dann auszukontern. Zusätzlich hat Oliver Zapel noch unser eigenes Spiel verbessert, wir haben jetzt deutlich mehr Ballbesitz als früher.“

Auffällig ist zudem, dass Sie selbst auf einmal treffen – die bisher sieben erzielten Tore sind Ihre persönliche Saison-Bestleistung. Welche Gründe hat diese Leistungsexplosion?
Jüllich: „In den Jahren zuvor war ich immer der defensivere Sechser. Da war Michele Rizzi mehr für die Offensive zuständig. Jetzt habe ich Daniel Hägele an meiner Seite – er macht mehr für die Defensive, sodass ich mehr für die Offensive machen kann. So bekomme ich natürlich auch mehr Chancen, Tore zu schießen.“

Sind Sie früher auch schon als regelmäßiger Torschütze aufgefallen?
Jüllich: „Ja, in der Jugend habe ich deutlich offensiver auf der Zehn gespielt. Und in meinem ersten Jahr bei Waldhof Mannheim bin ich auch oft als Stürmer eingewechselt worden. Aber ich habe mich selbst schon immer eher als zentraler Mittelfeldspieler gesehen.“

Am Samstag hat die SGS die Reserve von Mainz 05 zu Gast, den Tabellenletzten. Trotzdem werden Sie die Rheinhessen kaum unterschätzen.
Jüllich: „Nein, wir haben uns in den Vorjahren auch immer sehr schwer gegen Mainz getan. Der FSV hat viele junge Spieler und dass die richtig gut Fußballspielen können, wissen wir alle. Aber wir sollten schon schauen, dass wir die drei Punkte bei uns behalten. Wir müssen aggressiv ins Spiel gehen und von Anfang an zeigen, dass wir die drei Punkte mehr wollen als Mainz.“

Anschließend warten noch die Spiele gegen Magdeburg, Bremen II, Wiesbaden, Kiel und Erfurt. Wie schätzen Sie das Restprogramm ein?
Jüllich: „Es wird auf jeden Fall sehr schwer. Kiel und Magdeburg spielen noch um den direkten Aufstieg. Aber wenn wir gegen Mainz gewinnen sollten, dann hätten wir ganz sicher noch ein paar interessante Spiele vor uns.“

Ich glaube nicht, dass uns noch irgendein Gegner belächelt. (über den Standort Großaspach)

Großaspach wird immer ein wenig belächelt: Kleiner Ort, wenig Zuschauer. Liegt da vielleicht auch eine Chance im Aufstiegsrennen?
Jüllich: „Ich glaube nicht, dass uns nach drei Jahren in der 3. Liga noch irgendein Gegner unterschätzt oder belächelt. Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen wird hier nachhaltig gearbeitet und wir kommen Schritt für Schritt vorwärts. Darüber freuen wir uns dann.“

Wie würden Sie das Umfeld des Klubs beschreiben?
Jüllich: „Man kann hier ruhig arbeiten, alles ist sehr familiär. Ich spiele jetzt seit dreieinhalb Jahren hier und die Mannschaft war immer top. Wir hatten immer eine gute Stimmung, das ist das Wichtigste.“

Ihr Vertrag endet im Sommer. Würden Sie gerne verlängern?
Jüllich: „Wir befinden uns hier immer im offenen Austausch. Im Moment gehe ich davon aus, dass ich hier bleibe und das würde mich auch sehr freuen. Wenn es natürlich ein Angebot aus einer höheren Liga geben würde, dann müsste ich wohl sehr gut überlegen und das mit den Verantwortlichen bei der SG besprechen. Jetzt kommt aber erstmal Mainz und das ist das Wichtigste.“

Herr Jüllich, vielen Dank für das Interview!

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