Sportfreunde Lotte: Mehr als eine Krise?

Aufsteiger wartet mittlerweile seit sechs Spielen auf einen Sieg

Ismail Atalan, Trainer der Sportfreunde Lotte

Ismail Atalan durchläuft derzeit seine bislang schwierigste Phase als SFL-Trainer. ©Imago

Quo vadis, Lotte? Der Aufsteiger aus dem Tecklenburger Land steckt momentan in einer Formkrise, seit sechs Ligaspielen wartet das Team von Trainer Ismail Atalan nun schon auf einen Sieg, seit sieben Pflichtspielen zudem auf einen eigenen Treffer. Seit dem Pokalaus gegen die Dortmunder Borussia scheint bei den SFL mächtig Sand im Getriebe, in der Tabelle konnte der Anschluss an die Spitzenplätze nicht gehalten werden.

Pokal-Zauber verflogen?

Doch woran hapert es bei den Sportfreunden aktuell? Sind die vielen englischen Wochen, die der Atalan-Elf aufgrund der vielen Nachholspiele in den Knochen stecken, der Grund? Oder liegt es lediglich an der augenscheinlichen Abschlussschwäche? Spielten die Sportfreunde, beflügelt von der erfolgreichen Pokalsaison, etwa über ihren Möglichkeiten?

Auf nicht alle dieser Fragen kann eine passende Antwort gegeben werden. Fakt ist dennoch: In den letzten Wochen konnte lediglich der SC Paderborn dem Abwärtstrend des Aufsteigers folgen, beide Teams sammelten nur zwei Zähler an den sechs zurückliegenden Spieltagen. In der Rückrundentabelle rutschten die SFL mittlerweile auf den 14. Rang ab, bei einer weiteren Niederlage wäre die Marke von sieben Pleiten aus der Hinrunde bereits erreicht.

Mehrere Faktoren könnten eine Rolle spielen

Mit Saliou Sané, Kevin Freiberger, Jaroslaw Lindner und Bernd Rosinger pfeilen aktuell gleich vier Offensivkräfte an ihrer Torgefährlichkeit und laufen der Form der vergangenen Wochen hinterher. Einen Grund hierfür könnte die ungesicherte Zukunft, nicht nur bei diesen vier Akteuren, liefern: Vom aktuellen Kader besitzt kein Spieler einen gültigen Vertrag für die kommende Spielzeit, alle Kontrakte laufen nach aktuellem Stand in wenigen Monaten aus.

Doch nicht nur die Offensivreihe dürfte Atalan aktuell Kopfzerbrechen bereiten, auch seine Protagonisten im Mittelfeld konnten in den jüngsten Partien nicht immer an die bisher gezeigten Leistungen anknüpfen. André Dej zum Beispiel wartet seit mehreren Wochen schon auf eine Torbeteiligung, zählte er über weite Teile der Spielzeit doch zu den gefährlichsten Mittelfeldakteuren der Liga. Durch den Ausfall von Kevin Pires-Rodrigues (Innenbandriss) fällt für Atalan ein weiterer wichtiger Eckpfeiler im Zentrum weg.

Sicherlich waren die Sportfreunde aufgrund von Verletzungen und Sperren zuletzt vermehrt zu Umstellungen gezwungen, in der Abteilung „Offensive“ konnte sich Atalan jedoch auf sein bewährtes Personal verlassen. Es sind also mehrere Faktoren, die als Gründe für die aktuelle Ergebnis- und Torkrise angeführt werden könnten.

Einige davon, wie die unklare Vertragssituation aller Spieler, kann der Aufsteiger jedoch selbst aus der Welt schaffen. Die nächste sportliche Herausforderung stellt sich dem Team aus dem Tecklenburger Land hingegen am Samstag, wenn es gegen Fortuna Köln geht.

Gelingt den Sportfreunden in Köln die Wende? Jetzt wetten!