Streitpunkt Aufstiegsregelung – keine Lösung in Sicht

DFB-Vizepräsident Koch vermisst konstruktive Vorschläge

DFB-Vizepräsident Rainer Koch

Ist mit der aktuellen Aufstiegsregelung nicht glücklich, vermisst aber konstruktive Vorschläge – DFB-Vize Dr. Rainer Koch. ©Imago/Ulrich Roth

Der SSV Jahn Regensburg, die Sportfreunde Lotte und die Schwäne aus Zwickau dürfen sich glücklich schätzen. Sie haben den Sprung aus der Regionalliga in das Profitum geschafft und sich dabei als Meister ihrer jeweiligen Regionalliga anschließend in zwei Playoff-Partien durchgesetzt. Diese Regelung ist nicht nur den Regionalliga-Vertretern seit Längerem ein Dorn im Auge. Auch zahlreiche Fans der 3. Liga haben kein Verständnis dafür, dass ein sportlicher Meister nicht automatisch ein Aufstiegsrecht erhält.

Nun hat sich DFB Vizepräsident Dr. Rainer Koch im kicker.tv (Folge 38) zu dieser Thematik zu Wort gemeldet. „Das Problem liegt darin, dass wir nur eine 3. Liga haben. Also nicht die fünf Regionalligen sind das strukturelle Problem, sondern der Umstand, dass darüber nur eine 3. Liga ist“, sieht Koch die Einführung der 3. Liga zur Spielzeit 2008/09 als grundlegendes Problem an.

Niemand (...) ist dafür, dass an der 3. Liga etwas geändert wird. (Dr. Rainer Koch)

Gleichzeitig stellt er jedoch klar, dass es momentan keine andere Lösung für die derzeitige Struktur gibt: „Eine zweigleisige 3. Liga würde dazu führen, dass die Fernsehgelder auf doppelt so viele Drittligisten verteilt werden müssten. Dies kommt nicht in Betracht. Niemand, auch kein Aufsteiger aus der Regionalliga, ist dafür, dass an der 3. Liga etwas geändert wird.“

Eine Halbierung der Fernsehgelder, die durch die Telekom-Rechte zwar etwas ansteigen, wäre angesichts der ohnehin schon wirtschaftlich angespannten Lage vieler Drittligisten kaum zu verkraften.

Szenarien ohne Grundlage

Koch äußerte zudem zwei Szenarien, die denkbar sind, um die derzeitige Situation zu verbessern. Es steht zum einen die Idee im Raum, die 3. Liga mit mehr Mannschaften aufzustocken, dabei wäre die Rechnung einfach: 5 Regionalligen, 5 Meister und 5 Absteiger.

Hierbei gilt es jedoch zwei Aspekte zu berücksichtigen. Mehr Absteiger würden, laut Koch, der 3. Liga nicht gut tun, die damit an sportlicher Qualität verlieren würde. Entscheidend ist jedoch, dass die Regionalliga Südwest zwei Aufsteiger stellen müsste, da der Verband über die größte Anzahl an Mannschaften und Vereinen verfügt.

Bleibt noch ein weiteres Szenario, in dem aus fünf Regionalligen vier werden. Die Bereiche Südwest und Bayern müssten bestehen bleiben, von den Ligen im Westen, Norden und Nordosten müssten zwei zusammengelegt werden. Doch auch diese Lösung scheint derzeit aufgrund mehrerer Knackpunkte nicht umsetzbar.

Für große Mehrzahl ist Regionalliga die Champions League des Amateurfußballs. (Dr. Rainer Koch)

Für Koch stehen bei der Diskussion die Teams im Fokus, die einen Aufstieg als Ziel verfolgen, diese sind jedoch nicht in der Überzahl. „Die große Mehrzahl der Verein, sind aber Vereine, wie Norderstedt, für die das die Champions League des Amateurfußballs ist. (…) Für die Vielzahl an Vereinen, ist die Regionalliga das Maximum, was erreichbar ist.“ 

Auf der einen Seite sicherlich nicht von der Hand zu weisen, wäre die 3. Liga für das angesprochene Norderstedt oder Kleinvereine wie Buchbach schwer stemmbar. Andererseits tummeln sich in den Regionalligen aber auch zahlreiche Traditionsvereine, für die der Sprung zurück in den Profi-Fußball aufgrund der aktuellen Regelung kaum planbar ist.

Wunsch nach konstruktiver Kritik

Unabhängig davon, wie weit etwaige Überlegungen schon gedacht sind, eine baldige Lösung scheint nicht in Sicht. Viele Vereine, vor allem die ambitionierten Regionalligisten, fordern eine erneute Reform. Dabei wird stets Kritik an der aktuellen Situation geäußert, Lösungswege werden dabei jedoch nicht an den DFB herangetragen – sehr zum Bedauern des Vizepräsidenten.

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