SV Elversberg: Interview mit Julius Perstaller

Der ganze Verein will hoch

Julius Perstaller von der SV Elversberg

Will mit der SV Elversberg nach oben. Julius Perstaller (r.) sieht seine Mannschaft für die Aufstiegsrelegation gut gerüstet. ©Imago/Eibner

Das große Ziel der SV Elversberg ist nur noch zwei Partien entfernt. Gewinnen die Saarländer die Relegationsspiele gegen die SpVgg Unterhaching am 28. und 31. Mai, kehren sie nach drei Jahren in die dritte Liga zurück. Einen maßgeblichen Anteil am Erfolg der SVE hat Julius Perstaller. Der Österreicher wurde auf Anhieb zum Führungsspieler und Top-Vorbereiter der Mannschaft. Im exklusiven Liga-drei.de-Interview spricht Perstaller über die Stärken von Elversberg, die Taktik gegen Unterhaching und Freunde/Familie auf der Tribüne.

Herr Perstaller, Glückwunsch zum Meistertitel. Was waren aus Ihrer Sicht die Gründe für den Erfolg der Mannschaft?
Julius Perstaller: „Unsere Spieler haben eine hohe Qualität. Nicht nur in der ersten Elf, sondern auch in der Breite. Das ist sicher einer der Hauptgründe, dass es so gut geklappt hat. Außerdem passt es mit dem Trainerteam sehr gut und wir hatten kein Verletzungspech.“

Vor allem die Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern scheint zu stimmen. Ist der Aufstieg mit diesem Kader Pflicht?
Perstaller: „Was ist schon Pflicht? Alle wollen hoch, der ganze Verein will hoch. Das war unser einziges Ziel vor der Saison, das wir unbedingt erreichen wollten. Man wird sehen, wie die zwei Spiele jetzt laufen. Natürlich wird es schwer werden, aber ich gehe davon aus, dass wir es schaffen können.“

Es entsteht langsam etwas (über die Fankultur in Elversberg)

Die SVE musste in der Liga unter anderem gegen Waldhof Mannheim und Saarbrücken bestehen, Unterhaching hatte im Laufe der Saison keinen wirklichen Gegner. Ist es ein Vorteil für Ihr Team während der Saison mehr gefordert worden zu sein?
Perstaller: „Ich kenne die Regionalliga Bayern nicht ganz so gut, aber wir haben schon drei, vier Mannschaften dabei, die immer oben mitspielen. Das sind starke Gegner, die sich auf Augenhöhe mit uns bewegen und das war sicher nicht schlecht für uns.“

Letzte Saison verpasste das Team den Aufstieg nur ganz knapp. Inwiefern ist das bittere Ausscheiden letztes Jahr eine zusätzliche Motivation in diesem Jahr?
Perstaller: „Vor allem für die Spieler, die letztes Jahr dabei waren, ist es eine große Motivation. Ich denke keiner will es erleben, dass die ganze Saison in den zwei Spielen ins Negative verläuft. Das ist auf jeden Fall ein zusätzlicher Ansporn.“

Die Nachfrage nach Tickets für das Aufstiegsspiel zuhause ist riesig, auswärts wird die Mannschaft von drei Fan-Bussen begleitet. Was bekommt die Mannschaft von der Euphorie mit?
Perstaller: „Es entsteht langsam etwas. Dass wir nicht den riesigen Fanandrang haben, das ist bekannt. Aber mit dem Aufstieg in die dritte Liga können wir noch mehr generieren. Wir sind froh, dass viele Fans mit uns mitfiebern und auswärts dabei sind. Das ist sicher eine gute Unterstützung.“

Das wird ein sehr intensives Spiel (über das Hinspiel in Unterhaching)

Oft werden enge KO-Duelle im Kopf entschieden. Hat die Mannschaft ein spezielles Ritual, mit dem sie sich auf die Relegation einschwört?
Perstaller: „Bis jetzt noch nicht, vielleicht kommt das noch die nächsten Tage. Natürlich ist es vom Kopf her ein schweres Spiel, weil die ganze Saison an zwei Partien hängt. Man darf sich aber auch nicht zu viel Druck machen. Ich denke wir bekommen das mit unseren erfahrenen Spielern gut hin.“

Sie sind bereits einmal aufgestiegen: 2010 mit Wacker Innsbruck in die österreichische Bundesliga. Was von dieser Erfahrung geben Sie an die jüngeren Spieler weiter?
Perstaller: „Fußballerisch braucht man ihnen nichts mehr beibringen. Man muss ihnen beibringen, wie man mit Situationen umgeht: Dass sie ruhig bleiben müssen und nicht zu hektisch werden oder zu viel wollen. Darauf versuchen wir unseren Einfluss zu nehmen und ich glaube das klappt bis jetzt ganz gut.“

Julius Perstaller Hansa Rostock

Für Hansa Rostock bestritt Julius Perstaller 23 Drittliga-Spiele. © Imago/objectivo

Das Hinspiel findet in München statt. Was erwartet Sie im Unterhachinger Alpenbauer Sportpark?
Perstaller: „Das wird ein sehr intensives Spiel. Unterhaching ist spielerisch eine sehr gute Mannschaft. Wir müssen von Anfang an aggressiv in die Zweikämpfe gehen und alles reinhauen, damit sie gar nicht ins Spiel kommen. Wenn sie ihren Lauf bekommen, dann können sie auch mal ein, zwei Tore in Folge schießen und das wollen wir auf gar keinen Fall. Es wird also Wert auf die Defensive gelegt. Offensiv müssen wir die paar Dinger, die wir bekommen weiterhin eiskalt nutzen, damit wir eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel haben.“

Unterhaching hat in der Liga 92 Tore erzielt, Stephan Hain traf in 27 Spielen 30-mal. Wie wollen sie ihn und die Haching-Offensive ausschalten?
Perstaller: „In den nächsten Tagen und Wochen wird es einige Videoanalysen geben. Taktisch wird noch das ein oder andere probiert, wie wir das am besten machen. Natürlich wissen wir, dass sie sehr, sehr viel Qualität haben. Ich denke aber, wir können uns schon darauf einstellen.“

Ihr Co-Trainer Stefan Reisinger trainierte kürzlich noch bei den Hachingern. Er kennt die Spieler also sehr gut. Hat er die Mannschaft schon über die Stärken unterrichtet?
Perstaller: „Ja, wir haben schon über Haching gesprochen. Natürlich kennt er die Spieler bestens und weiß über den ein oder anderen Spieler genauer Bescheid. Das ist sicher kein Nachteil für uns.“

Bin hier her gekommen, damit wir das zusammen schaffen (über das Ziel dritte Liga)

Mit sieben Vorlagen sind Sie der Top-Vorbereiter von Elversberg. Sonst waren Sie eher immer der Knipser. Hat sich Ihr Spielstil gewandelt?
Perstaller: „Im Herbst habe ich eher als Zehner gespielt, hinter der Spitze. In der Position ist man eher zum vorlegen prädestiniert. Ich hätte aber auch mehr Tore schießen können. In den letzten Wochen habe ich wieder Stürmer gespielt. Ich denke mir liegt beides ganz gut.“

Ist der Aufstieg in die dritte Liga für Sie persönlich nochmal ein Ansporn, nachdem Sie in Rostock letzte Saison nicht so gut zurechtgekommen sind?
Perstaller: „Das wäre natürlich überragend für mich, für die ganze Mannschaft. Ich würde mich sehr freuen, wieder dritte Liga spielen zu dürfen. Für das bin ich auch hier her gekommen, damit wir das zusammen schaffen. Das ist unser großes Ziel.“

Sie sind in Innsbruck geboren, von da ist es nicht mehr so weit nach München. Wie viele Karten mussten Sie schon für Familie und Freunde besorgen?
Perstaller: „Es haben sich schon einige angemeldet. Ich kann nicht genau sagen wie viele, aber in den nächsten Tagen werden sicher noch ein paar Anfragen kommen. Es freut mich natürlich, wenn Familie und Freunde dabei sind und auf der Tribüne die Daumen drücken. Das ist schon ein gutes Gefühl.“

Vielen Dank für das Interview, Herr Perstaller!

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