SV Wehen Wiesbaden: Der Liga-Drei Teamcheck

Kann der SVWW seinen Aufwärtstrend fortsetzen?

Wehen Wiesbadens Spieler jubeln

Hat der SV Wehen Wiesbaden auch in der kommenden Saison Grund zur Freude? ©Imago/Jahn Huebner

Nach dem 22. Spieltag der vergangenen Saison lag der SV Wehen Wiesbaden auf dem vorletzten Tabellenplatz. Dann übernahm Rüdiger Rehm als Trainer das Ruder und führte den SVWW mit neun Siegen aus 16 Spielen noch auf den siebten Rang.

Diesen steilen Aufwärtstrend will die Mannschaft nun fortsetzen. Ob das gelingt, zeigen wir Euch mit unserem Teamcheck. Am Ende des Artikels geben wir eine Prognose anhand festgelegter Kategorien ab.

Der Kader

Das Gerüst der Mannschaft besteht aus den Stammspielern der Vorsaison. Im Sturm soll weiterhin Manuel Schäffler für die Tore, in der Defensive Sascha Mockenhaupt und Niklas Dams für Stabilität sorgen. Im Mittelfeld können Robert Andrich und Patrick Funk die Fäden ziehen.

Prominentester Abgang ist Marc Lorenz, der in der vergangenen Saison 14 Treffer auflegte. Ihn ersetzen soll Königstransfer Stephan Andrist, der vom FC Hansa Rostock geholt wurde und aus dem Mittelfeld elf Tore erzielte, sowie vier weitere vorlegte. Anders als Lorenz kommt Andrist jedoch wahrscheinlich über rechts.

Es darf gespannt sein, wie Moritz Kuhn einschlägt, der in der vergangenen Saison 19 Spiele für den SV Sandhausen in der zweiten Liga gemacht hat. Auch Neuzugang Jeremias Lorch, der im defensiven Mittelfeld oder als Linksverteidiger spielen kann, könnte eine interessante Alternative für die Defensive werden.

Die aktuelle Form

Da Rüdiger Rehm bereits in der frühen Phase der Vorbereitung sein Team fordern wollte, wählte er keine unterklassigen Gegner aus, sondern Regionalligisten. Gegen Astoria Walldorf gab es dabei eine Niederlage, allerdings fuhr der SVWW gegen Buchbach und die U21 des 1. FC Köln Siege ein. Zuletzt gab es eine 1:2-Niederlage gegen Zweitliga-Absteiger FC Ingolstadt. Die Generalprobe folgt am 15. Juli gegen Mainz. Egal, wie dieses Spiel ausgeht, die Wettkampfpraxis gegen spielstarke Gegner dürfte sich Wehen Wiesbaden auf jeden Fall geholt haben.

Stärken & Schwächen

Die größte Stärke Wehen Wiesbadens steht an der Seitenlinie. Ohne Rüdiger Rehm holte der Klub in der vergangenen Saison in 22 Spielen 22 Punkte. Mit ihm waren es in 16 Spielen satte 31 Zähler. In der Rückrundentabelle lag Wehen damit gleichauf mit Meister Duisburg.

Unter Rehm kam auch die Heimstärke zurück, nur eine Spiel verlor Wehen Wiesbaden unter seiner Regie im heimischen Stadion. Die Mannschaft ist eingespielt und hat mit Alf Mintzel oder auch Patrick Funk echte Typen im Team, die mit ihrer Erfahrung vorangehen können.

Schwierig könnte es für Wehen Wiesbaden gegen Ende der Saison werden, da das von Rehm gewünschte Spielsystem sehr laufintensiv ist, wodurch einige Spieler möglicherweise zum Saisonfinale die Frische fehlen könnte.

Rüdiger Rehm beim Coaching

Beachtlich: Der Punkteschnitt von Rüdiger Rehm beim SVWW liegt bei 2,06 Punkten pro Partie. ©Imago

Der Trainer

Rüdiger Rehm übernahm nach seiner Spielerkarriere zur Saison 2012/13 den Trainer-Posten bei der SG Sonnenhof-Großaspach. Dort feierte er beachtliche Erfolge und wollte daran bei Arminia Bielefeld anknüpfen. Nach nur elf Spielen wurde er allerdings entlassen.

Bei Wehen Wiesbaden läuft es jetzt wie am Schnürchen. Große personelle Änderungen hat er an der Mannschaft nicht vorgenommen. Stattdessen gibt er seinem Team einen klaren Plan an die Hand, die diesen ohne Startschwierigkeiten sofort in die Tat umsetzte. Das Vertrauensverhältnis zwischen Trainer und Mannschaft scheint zu passen.

Die mögliche Startelf

Ein paar Fragezeichen gibt es noch. Zum Beispiel wer neben Manuel Schäffler im Sturm beginnt. Möglich wäre es, dass Leihspieler Agyemang Diawusie wie zuletzt in den Testspielen eine Chance bekommt. Eine Variante mit David Blacha als hängender Spitze ist jedoch ebenfalls sehr interessant.

Moritz Kuhn spielte bereits unter Rüdiger Rehm in seiner Zeit bei Großaspach. Damals setzte der Trainer ihn meist als Rechtsverteidiger ein, auch beim SVWW könnte er diese Position bekleiden. Auch Jeremias Lorch spielte bereits unter Rüdiger Rehm, er kämpft mit Kevin Pezzoni um einen Platz im defensiven Mittelfeld. Alf Mintzel spielte in den Testspielen währenddessen auf dem linken Flügel. Im zentralen Mittelfeld kommen sowohl Patrick Funk, als auch Robert Andrich in Frage. Mögliche Aufstellung:
Kolke – Kuhn, Dams, Mockenhaupt, Nothnagel – Andrist, Pezzoni, Andrich, Mintzel – Schäffler, Diawusie

Unser Fazit

Sollte der SVWW das Niveau aus der vergangenen Rückrunde halten können, wird es eine sehr anständige Saison. Der Verein konnte die Leistungsträger halten und sich mit Stephan Andrist gut verstärken. Trainer Rüdiger Rehm konnte in der Vorbereitung gegen ambitionierte Gegner viel ausprobieren.

Bereits zum Saisonstart muss das Team jedoch voll da sein, wenn undankbare Aufgaben gegen die Aufsteiger aus Jena und Unterhaching anstehen. Außerdem geht es zu den traditionell heimstarken Osnabrückern und Aufstiegsfavorit Karlsruhe – das wird eine Standortbestimmung für den SVWW.

Prognose (anhand festgelegter Kategorien): Sorgenfreie Saison

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