Vereinsloser Spieler: Patrick Breitkreuz im Interview

Ex-Cottbusser arbeitet am Comeback

Patrick Breitkreuz, hier im Trikot von Energie Cottbus.

Patrick Breitkreuz (r.) hat nach seinem Kreuzbandriss im Sommer noch keinen neuen Verein gefunden. ©Imago

Herr Breitkreuz, Sie haben sich im letzten Spiel der vergangenen Saison einen Kreuzbandriss zugezogen. Wie geht’s Ihnen heute?
Patrick Breitkreuz: „Ich bin mitten im Aufbautraining, mir geht’s insgesamt ganz gut.“

Wo machen Sie Ihre Reha?
Breitkreuz: „Ich bin aus Cottbus wieder nach Berlin gezogen und mache hier die Physiotherapie. Hier bin ich bei den gleichen Leuten in Behandlung, die schon meinen Bruder Steve während der Reha nach seinem Kreuzbandriss betreut haben – da hatte ich sofort ein gutes Gefühl. Ich trainiere hier jeden Tag drei, vier Stunden. Zunächst ging es darum, wie ein Kleinkind wieder laufen zu lernen. Und jetzt geht es dann an den Muskelaufbau. Demnächst will ich dann wieder auf den Platz und meinen alten Verein Hertha BSC fragen, ob ich dort mein Aufbautraining mit Ball machen darf.“

Ich habe das Ganze dann als Herausforderung gesehen. (über die ersten Wochen der Verletzung)

Sie haben ein enges Verhältnis zu Ihrem Zwillingsbruder, der bei Erzgebirge Aue spielt. Inwiefern konnte er Ihnen in der schwierigen Phase der Verletzung helfen?
Breitkreuz: „Er hat mir sehr geholfen. Am Anfang war ich extrem niedergeschlagen, aber ich habe ich mich relativ schnell wieder gefangen. Ich habe das Ganze dann als Herausforderung gesehen, weil ich weiß, dass man sich dadurch sehr entwickeln kann – nicht nur menschlich, sondern auch körperlich auf ein neues Level kommen kann. Das hat mir Steve in der Anfangszeit der Verletzung klar gemacht. Und ich wusste ja auch, was mich erwartet – das habe ich bei ihm ja alles schon miterlebt. Wie er sich entwickelt hat und sogar besser geworden ist, das war für mich vorbildlich.“

Sie sollen im Sommer Angebote anderer Vereine gehabt haben. Warum hat es nicht mit einem Wechsel geklappt?
Breitkreuz: „Es gab einige konkrete Anfragen bei meinem Berater, aber ich wollte mich voll und ganz auf den Abstiegskampf konzentrieren. Durch meine Verletzung im letzen Spiel hatten sich diese Anfragen allerdings dann erledigt. Energie Cottbus hat mir zwar angeboten, dort zu bleiben. Allerdings dachte ich, dass andere Vereine auf mich zukommen werden, aber das war nicht der Fall. Da habe ich gesagt: Okay, ich konzentriere mich voll darauf, dass mein Knie wieder gesund wird. Und dann hoffe ich, dass jetzt im Winter Angebote kommen.“

Ich möchte keine Notlösung haben, es muss insgesamt für mich passen. (über einen neuen Verein)

Welche Vereine kommen denn für Sie in Frage?
Breitkreuz: „Ich bin nicht in der Situation, dass ich mir jeden Verein aussuchen kann. Aber ich möchte auch keine Notlösung haben, es muss insgesamt für mich passen. Da bin ich offen für alles, ich vertraue meinem Berater voll und ganz. Natürlich war ich ein halbes Jahr verletzt, aber das ist ja keine Verletzung, die das Karriereende bedeutet. Trotzdem will ich mich nicht unter Wert verkaufen und schauen, was für mich das Beste ist.“

Also wäre auch die 3. Liga eine Option?
Breitkreuz: „Natürlich, aber man muss abwarten, was kommt. Ich kann dazu jetzt aber nichts Konkretes sagen, da ich noch nicht mal wieder auf dem Platz stehe. Um einen neuen Verein will ich mich eigentlich erst kümmern, wenn ich wieder Fußball spiele. Aber da ich auch ein bisschen Zeitdruck habe mit dem 1. Februar (Schließung des Winter-Transferfensters in Deutschland, Anm. d. Red.), wird es jetzt natürlich alles ein bisschen eng.“

Was würde passieren, wenn Sie am 1. Februar noch keinen neuen Verein in Deutschland gefunden haben?
Breitkreuz: „Dann würde ich mich auf die anderen Länder konzentrieren, in denen das Transferfenster noch länger offen ist. Dafür bin ich auch offen.“

Und wenn das auch nicht klappt, dann würden Sie einfach versuchen, sich bis zum nächsten Sommer irgendwo fit zu halten?
Breitkreuz: „Das wäre das Worst-Case-Szenario. Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt. Daran will ich auch gar nicht denken. Ich gehe davon aus, dass irgendein passendes Angebot kommen wird.“