VfR Aalen: Der Saison-Rückblick 2016/17

Was war gut, was war schlecht?

Mannschaft des VfR Aalen feiert mit Fans

Grund zum Jubeln – der VfR kann auf eine sportlich erfolgreiche Saison zurück blicken. ©Imago/Foto2press

14 Abgänge hatte Aalen vor der Saison zu verzeichnen, darunter die Leistungsträger Sebastian Neumann und Dominick Drexler. Aufgrund des gestellten Insolvenzantrags wurden dem Team von der Ostalb zudem neun Punkte abgezogen. Und trotzdem mauserte sich die Mannschaft von Trainer Peter Vollmann sportlich gesehen zum fünftbesten der dritten Liga.

Wie Aalen das geschafft hat & was sonst gut und was schlecht war an ihrer Saison zeigt Liga-zwei.de.

Was war gut?
16 Neuzugänge stießen im Sommer zum Aalener Team, der Altersdurchschnitt der Transfers lag bei 21 Jahren. Trainer Peter Vollmann stand vor der Aufgabe dem jungen Team schnell eine Spielidee zu vermitteln, was er auch geschafft hat. Besonders in der Phase, als es durch den Punktabzug richtig brenzlig wurde, zeigte die Mannschaft eine Trotzreaktion und fuhr drei Siege in Folge ein.

Was war schlecht?
Ein Punkt ist besser als kein Punkt, dennoch verschenkte der VfR mit 15 Unentschieden wertvolle Zähler, die eine bessere Platzierung verhinderten. Ebenfalls unnötig war das frühe Aus im Achtelfinale des Landespokals, als die Vollmann-Elf bei Oberligist Bissingen mit 3:5 scheiterte.

Rico Preißinger vom VfR Aalen

Durchgestartet. Rico Preißinger wusste beim VfR Aalen zu gefallen. ©Imago

Wer hat überrascht?
Rico Preißinger kam vor der Saison von der U-23 des 1. FC Nürnberg als unbeschriebenes Blatt nach Aalen und wurde auf Anhieb zum Stammspieler. Gerade die Flexibilität ist seine größte Stärke, er kam in der Vollmann-Elf sowohl im zentralen und defensiven, wie auch im linken und rechten Mittelfeld zum Einsatz. Sebastian Vasiliadis spielt seit der U17 in Aalen, wurde bereits in der Winterpause der letzten Saison zu den Profis berufen und machte in seiner ersten kompletten Saison gleich 28 Spiele, davon 13 von Beginn.

Wer hat enttäuscht?
Der drittligaerfahrene Oguzhan Kefkir wechselte vor der Saison von Dortmund II nach Aalen, bestritt jedoch bei den Schwarz-Weißen nur sieben Spiele. Die Chemie mit Trainer Peter Vollmann passte nicht, im Winter schloss sich Kefkir dem KFC Uerdingen an.

Wie haben sich die Neuen geschlagen?
Torwart-Talent Raif Husic durfte sein Können nur am letzten Spieltag gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen zeigen. Solange Dauerbrenner Daniel Bernhardt weiter so starke Leistungen zeigt, bleibt für ihn nur ein Platz auf der Bank.

Thomas Geyer vom Liga-Konkurrenten Wehen Wiesbaden wirkte in jedem Spiel des VfR mit und war der stärkste Verteidiger bei den Aalenern. Rückkehrer Sascha Traut kam im Winter aus Würzburg und wurde bis zu seiner Verletzung zu einer wichtigen Stütze auf der Rechtsverteidigerposition.

Etwas überraschend verpflichtete Aalen im Herbst 2016 den vereinslosen Daniel Stanese. Der kanadische Nationalspieler spielte in Deutschland zuvor höchstens in der Regionalliga. In Aalen machte Stanese 18 Spiele, meist im defensiven Mittelfeld und war eine sinnvolle Ergänzung für den Kader.

Yannick Deichmann kam aus St.Pauli nach Aalen. Er zeigte, dass er fußballerisch in den Jugendmannschaften von Hamburg und Dortmund gut ausgebildet wurde, konnte sich letztendlich jedoch nicht durchsetzen. Philipp Hercher kam im Winter zur Leihe aus Nürnberg, aber spielte zuletzt im Team von Peter Vollmann keine Rolle mehr.

Nico Rodewald aus der eigenen U19 durfte drei Mal Drittliga-Luft schnuppern, stand jedoch die meiste Zeit nicht im Kader. Aue-Leihgabe Martin Toshev durfte seine Stärken nur drei Mal in der Startelf unter Beweis stellen und wurde vier mal eingewechselt, blieb jedoch ohne Torerfolg.

Wie geht´s weiter?
Die Personalplanungen laufen in Aalen auf Hochtouren. Mit Gerrit Wegkamp verlängerte der VfR kürzlich den Vertrag, aus Zwickau kommt mit Marcel Bär eine interessante Alternative für den rechten Flügel. Luca Schnellbacher von Ligakonkurrent Wehen Wiesbaden ist eine zusätzliche Option im Sturm.

Mit Torben Rehfeldt verpflichtete Aalen zudem einen starken Drittligaverteidiger von Bremen II. Auch auf der linken Abwehrseite bekommt der VfR Verstärkung: Patrick Schorr kommt von Mainz II. Zudem sicherten sich die Schwarz-Weißen die Dienste von Cagatay Kader von Absteiger FSV Frankfurt. Das Sturmtalent erzielte in dieser Saison sechs Saisontore.

Bei Kartalis, Toshev und Hercher wird die Leihe beendet, sie kehren wieder zu ihren Vereinen zurück. Torge Paetow und Yannick Deichmann haben vom Verein bereits die Freigabe bekommen. Die Stammspieler sollen jedoch allesamt gehalten werden. Verstärkt Aalen diesen Kader noch punktuell mit zwei oder drei klugen Transfers, kann der Klub von der Ostalb seine ambitionierten Ziele in der nächsten Saison weiterverfolgen.

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