Waldhof Mannheim: Interview mit Nicolas Hebisch

Der Stürmer über Aufstiegschancen & seinen Ex-Klub

Nicolas Hebisch im Zweikampf mit Offenbachs Serkan Göcer.

Nicolas Hebisch (l.) erzielte in dieser Saison bereits elf Treffer für Waldhof Mannheim. ©Imago/Foto2Press

Elf Tore in 19 Spielen: Nicolas Hebisch hat bei Waldhof Mannheim voll eingeschlagen. Der Ex-Magdeburger hat einen großen Anteil daran, dass die Mannheimer in dieser Saison erneut an das Tor zur 3. Liga klopfen. Im vergangenen Jahr war der SVW erst in der Relegation an den Sportfreunden Lotte gescheitert. Warum Nicolas Hebisch optimistisch ist, dass es in dieser Spielzeit besser läuft und was er seinem Ex-Klub 1. FC Magdeburg zutraut, erzählt der 27-Jährige im Interview mit Liga-Drei.de!

Herr Hebisch, haben Sie irgendwo eine Art Zaubertrank gefunden?
Nicolas Hebisch: „Nein, bisher nicht.“

Aber Sie haben in dieser Saison bereits elf Tore geschossen – Ihr bisheriger Rekord lag bei sieben Treffern in einer Spielzeit. Wie erklären Sie sich diesen Sprung?
Hebisch: „Ich denke, das liegt am Umfeld, an der Mannschaft und am Trainer. Jeder gibt mir ein gutes Gefühl und deshalb kann ich meine Leistung bringen. Und in dieser Saison ist die, denke ich, ganz ordentlich.“

Wir sind gut beraten, nicht nachzulassen. (über den Aufstiegskampf mit Waldhof)

Das kann man so sagen. Sie haben entscheidenden Anteil an der guten Saison von Waldhof Mannheim, das Team ist aktuell Spitzenreiter der Regionalliga Südwest. Planen Sie schon für die Relegationsspiele um den Aufstieg in die 3. Liga?
Hebisch: „Na ja, das ist gerade schon eine trügerische Situation. Wir haben noch einige schwierige Spiele vor uns. Aber natürlich haben wir uns eine sehr komfortable Konstellation erarbeitet. So lange es allerdings rechnerisch noch möglich ist, nicht in die Relegation zu kommen, müssen wir weiter Gas geben. Wir sind gut beraten, nicht nachzulassen.“

In der vergangenen Saison scheiterte Mannheim in der Relegation an Lotte. Wie sehr hängt dieses Negativ-Erlebnis im Umfeld noch nach?
Hebisch: „Das war schon ein schwerer Schlag für den Verein. Aber wenn man auf die jetzige Saison schaut, hat das Umfeld offensichtlich ein bisschen länger gebraucht, das Erlebnis zu verarbeiten, als die Mannschaft. Allerdings gab es auch einen kleinen Umbruch in der Mannschaft, und so etwas muss eben auch nicht immer schlecht sein. Deswegen sind die Erlebnisse der vergangenen Saison nicht mehr ganz so präsent im Team. Alle sind gewillt, es in diesem Jahr besser zu machen.“

Beim Blick auf den Mannheimer Kader fällt auf, dass Trainer Gerd Dais durchaus auf Erfahrung setzt. Welche Bedeutung haben Spieler wie Michael Fink oder der im Winter geholte Simon Tüting für das Team?
Hebisch: „Natürlich braucht man immer Spieler, die schon etwas erlebt haben im Fußball und auf ein gewisses Repertoire zurückgreifen können. Es hilft einfach, Spieler zu haben, die schon in der ersten oder zweiten Liga gespielt haben. Diese Leute haben ein gutes Gespür für die aktuellen Umstände in der Mannschaft.“

Was macht Ihre Mannschaft sonst noch so stark? Zuletzt hat Waldhof schließlich 14 von 15 Partien gewonnen.
Hebisch: „Wir hatten eine ganz gute Serie mit zehn Siegen in Folge. Dann hatten wir in Kassel (0:1, Anm. d. Red.) einen kleinen Hänger. Aber gerade in den vergangenen Spielen waren wir dann wieder sehr effektiv. Sicher haben wir in Sachen Ballbesitz noch Reserven, das läuft noch nicht ganz nach unseren Vorstellungen. Aber wir gewinnen die Spiele halt, auch wenn wir vielleicht nicht ganz so gut gespielt haben. Das gehört zu den Qualitäten einer Spitzenmannschaft.“

Magdeburg hat mit die besten Karten. (über die Aufstiegschancen des FCM)

Sie kamen vor der Saison aus Magdeburg nach Mannheim. Ihr Ex-Klub klopft an das Tor zur 2. Bundesliga. Glauben Sie, dass es in dieser Saison reicht?
Hebisch: „Die 3. Liga ist brutal eng. Im vergangenen Jahr gab es mit Dresden und Aue noch zwei Mannschaften, die vorneweg marschiert sind. In diesem Jahr ist alles möglich, das sieht man momentan an meinem anderen Ex-Klub Zwickau. Was Magdeburg betrifft, habe ich ein ganz gutes Gefühl, dass es die Mannschaft in diesem Jahr schaffen könnte. Aber es sind noch sechs, sieben Mannschaften in der Verlosung. Wer jetzt eine gute Serie startet, kann sich entscheidend absetzen. Ich denke, da hat Magdeburg mit die besten Karten.“

Unter FCM-Trainer Jens Härtel haben Sie insgesamt 69 Spiele absolviert. Wie wichtig ist es für den Verein, dass Härtel seinen Vertrag kürzlich verlängert hat?
Hebisch: „Es ist auf jeden Fall wichtig, Ruhe im Umfeld zu haben. Die ganze Geschichte rund um die Vertragsverlängerung hat sich ja auch ein bisschen hingezogen. Ich glaube, dass das dazu beigetragen hat, dass der Rückrunden-Start nicht ganz optimal war. Aber diesen Störfaktor hat man jetzt abgestellt. Das ist eine gute Basis, in der restlichen Saison erfolgreich zu sein.“

Herr Hebisch, mal ehrlich: Hoffen Sie nicht insgeheim darauf, dass Magdeburg in der 3. Liga bleibt, damit Sie im kommenden Jahr mit Mannheim gegen Ihren Ex-Klub spielen können?
Hebisch: „So vermessen will ich nicht sein. Natürlich drücke ich den Jungs in Magdeburg die Daumen, dass sie es schaffen. Das wäre auch für die Region und den Ost-Fußball allgemein eine schöne Sache. Wenn sie aus der 3. Liga rausgehen und wir mit Waldhof reinkommen, dann ist das halt so. Und wenn es Magdeburg nicht schaffen sollte, dann sehen wir uns hoffentlich nächstes Jahr. Das wäre jetzt auch nicht so tragisch (lacht).“

Welche Schlagzeile würden Sie nach dieser Saison gerne über sich und Waldhof lesen?
Hebisch: „Meine Person muss in der Schlagzeile jetzt nicht unbedingt vorkommen. Es wäre einfach schön, wenn der Waldhof nächste Saison in der 3. Liga spielen würde. Dementsprechend sollte dann auch die Schlagzeile lauten.“

Vielen Dank für das Interview, Herr Hebisch!

Steigt Waldhof Mannheim auf? Jetzt wetten!