1. FC Magdeburg: Hoßmang will „sofort Fahrt aufnehmen“

Neuzugänge gegen KFC in der Startelf?

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Donnerstag, 07.01.2021 | 13:09
Thomas Hoßmang beim 1. FC Magdeburg

Ambitioniert ins neue Jahr: FCM-Coach Thomas Hoßmang. ©Imago images/Christian Schroedter

Gewohnt sachlich stand FCM-Trainer Thomas Hoßmang am heutigen Donnerstag den Pressevertretern gegenüber. Trotzdem richtete er  vor dem Spiel gegen den KFC Uerdingen eine unmissverständliche Forderung an die Mannschaft: „Wir müssen sofort Fahrt aufnehmen“, so Hoßmang, der sich diesmal sogar zu einer Kampfansage hinreißen ließ: „Wir wollen die drei Punkte am Samstag in Magdeburg lassen.“

Die Zügel, sie wurden scheinbar nochmal angezogen in der Winterpause. Vor allem für den läuferischen Bereich bekamen die FCM-Kicker Trainingspläne mit nach Hause, seit Montag wird wieder im Mannschafstraining gearbeitet, wobei das Trainerteam konkrete Handlungsanweisungen für die Offensive gab.

So will Hoßmang mit seiner Elf „brutaler sein im letzten Drittel“, wie er selbst sagt. „Das haben wir versucht, den Jungs an die Hand zu geben. Den letzten Pass zu bringen, entweder in den Raum oder auf den startenden Mitspieler. Dass wir da einfach zwingender werden, dem Gegner mehr wehtun, sei es nun über die Flügel oder aus dem Zentrum.“ Gleichzeitig stellte Hoßmang aber auch klar: „Du brauchst die Balance.“

KFC abgezockter

Volle Offensive ist also nicht angesagt, wenn der 1. FC Magdeburg am Samstag den KFC Uerdingen empfängt. Die Ausgangslage ist klar: Nur mit einem Sieg ist es möglich, das Tabellenende zu verlassen. Der Druck liegt auf Seiten des FCM, dem mit Stefan Krämer ein Ex-Trainer gegenübersteht.

Trotz der Querelen in der Führungsetage verlor Krämer mit dem KFC nur eins der letzten vier Spiele. Minimalismus ist häufig Trumpf bei den Krefeldern, deren Statistiken denen des FCM ähneln, mit einem Unterschied: Uerdingen ist effizienter.

So trifft der KFC im Schnitt nur 0,82 Mal pro Partie – knapp vor dem 1. FC Magdeburg der niedrigste Wert der Liga. Während Uerdingens Tore allerdings für 1,29 Punkte pro Partie sorgten, sind es bei den „Größten der Welt“ nur 0,93 Zähler pro Spiel.

Dass die Krefelder Bilanz besser ist, liegt auch in der Defensive, die beim KFC nur ein Tor pro Spiel zulässt und damit die zweitbeste der Liga ist. Es ist also nicht verkehrt, wenn Hoßmang über seine eigene Elf sagt: „Du brauchst die Balance.“ Diese ist noch nicht vollends da beim FCM. Von den letzten vier Spielen verlor er kein einziges, schaffte es aber nur einmal (1:0 gegen den FSV Zwickau) das eine Tor mehr zu schießen als der Gegner.

Genau dafür wurden in der Winterpause zwei Neuzugänge verpflichtet: Baris Atik und Saliou Sané sollen für mehr Durchschlagskraft sorgen. Ob sie allerdings schon gegen Uerdingen eine Option für die Startelf sind, darauf wollte sich Hoßmang nicht festnageln lassen.

Nichts überstürzen

Atik kann seine Stärken am besten im offensiven Mittelfeld ausspielen. Dort agierte im letzten Spiel 2020 gegen den VfB Lübeck Daniel Steiniger, der mit seiner Schnelligkeit jedoch auch eine Alternative für die rechte Außenbahn wäre.

Auf dem Flügel kann wohl relativ zeitnah Maximilian Franzke zurückerwartet werden. Er sowie Florian Kath, Adrian Malachowski und Timo Perthel trainierten wieder, teilweise sogar wieder mit der Mannschaft. Überstürzen will Hoßmang allerdings nichts, der FCM müsse „klug und clever sein, sie vernünftig zu integrieren“.

Eine sofortige Option könnte Sané sein. Behält Hoßmang sein System bei, würde der von den Würzburger Kickers ausgeliehene Offensivmann bei einer Startelf-Berücksichtigung die einzige Spitze sein. Natürlich besteht auch die Möglichkeit eines Doppelsturmes. In einem 4-4-2 müsste dann allerdings Atik auf Außen beginnen, wo die Magdeburger – wenn die verletzten Spieler zurückkehren – auf lange Sicht genügend personelle Möglichkeiten haben sollten.

Ob die FCM-Neuzugänge bereits gegen den KFC Uerdingen bereit für die Startelf sind, entscheidet Hoßmang nach dem Abschlusstraining. Gleichzeitig bemüht er alle Körperteile, damit es für den 1. FC Magdeburg wieder aufwärts geht. „Ohren und Augen offen“ halte er und der FCM auf dem Transfermarkt, „heißes Herz und kühler Kopf“ sollen auf dem Platz für die nötigen Punkte sorgen.