1860 München: Köllner sieht „enormes Potential“ bei den Löwen

Fußballlehrer setzt auf Identifikation

Michael Köllner beim TSV 1860 München

„Der Löwe an sich ist ein souveränes Tier“ – Michael Köllner beim TSV 1860. ©Imago images/Sven Simon

Es sei am vergangenen Mittwoch gewesen, als er mit potentiellen Trainerkandidaten Gespräche führte, sagte 1860 Münchens Sportdirektor Günther Gorenzel auf einer am heutigen Montag anberaumten Pressekonferenz, in der Michael Köllner, dessen Verpflichtung die 60er bereits am Samstag verkündeten, offiziell vorgestellt wurde.

Köllner selbst machte es dann etwas präziser: Während er Champions League schaute sei der Anruf Gorenzels gekommen, danach habe er sich drei Fragen gestellt: „Macht mir die Aufgabe Freude, die zweite ist, kann ich dort erfolgreich sein und der dritte Punkt: Fühlt sich meine Familie wohl bei der Entscheidung?“

Ab nach Giesing?

Alle drei Faktoren fielen positiv aus, wobei sich Köllners Verbundenheit mit Stadt und Verein herausstellte. 2004 hospitierte er bereits bei den Löwen, sein Sohn sei glühender Anhänger des Vereins, seine Frau ein „Grünwalder-Stadion-Fan“.

Bewusst setzt Köllner auf den Faktor Identifikation, geht jetzt den Umzug nach München an, wohnt wie früher im Stadtteil Harlaching „oder in Giesing“ wie er lachend sagt. „Je näher du am Gelände bist, umso angenehmer ist es.“

Der ehemalige Trainer des 1. FC Nürnberg spricht über die kurzfristigen sportlichen Ziele, meint, mit dem aktuellen Kader, dem er viel Charakter, Mentalität und Leidenschaft attesteirt, sei eine „sorgenfreie Saison“ möglich. Auffallend ist allerdings vor allem, dass Köllner viele langfristige Ziele mit dem Verein verfolgt.

Auf Stärken besinnen

„Enormes Potential, viel Kraft“, macht Köllner beim ehemaligen Bundesligisten aus und wird sogar poetisch: „Der Löwe an sich ist ein souveränes Tier, ein starkes Tier, ein kräftiges Tier, das immer die Hoheit unter den Tieren hat“ – das müsse man in den Verein bringen, so Köllner in oberpfälzischem Dialekt.

Da wird Fußball richtig gelebt von den Löwen. (Michael Köllner)

Markige Worte zum Anfang, doch was sind Köllners Pläne, um langfristig mit dem Verein erfolgreich zu sein? Vor allem ein Argument bleibt hängen: Die Identifikation mit dem Verein, sei es seitens der Kicker, wo Köllner im Hinblick auf die Jugendarbeit verstärkt mit „eigenen Spielern“ arbeiten will und im Hinblick auf die Fans. „Da wird Fußball richtig gelebt von den Löwen“, so Köllner, ein Argument, „das du herstellen musst, das du wiederbeleben musst“.

Worte und Taten Köllners machen klar: Er ist gekommen, um zu bleiben, er hofft für sich und den Verein „eine lange Zeit hier gemeinsam bestreiten zu dürfen“. Mit seinem Auftritt zum Amtsantritt dürfte der umsichtige Coach Pluspunkte bei den Fans gesammelt haben – zumal er, auch wenn er im Scheinwerferlicht steht, die Löwen-Legenden nicht vergisst und Karsten Wettberg auf der PK zum Geburtstag gratuliert. Souveränität attestierte Köllner dem Verein im Ablauf der Gespräche und der Kommunikation, Souveränität legte auch er auf seiner ersten Pressekonferenz für die Löwen an den Tag.

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