1860 München: Nächste Runde im Poker mit Ismaik

Millionen-Offerte des Investors abgelehnt

Begrenzter Handlungsspielraum: Löwen-Coach Daniel Bierofka

Kann keine Verstärkungen planen: 1860-Coach Daniel Bierofka © imago/foto2press

Bei 1860 München geht der Poker zwischen der Vereinsführung und Investor Hasan Ismaik in die nächste Runde. Der Klub lehnte eine Offerte des Jordaniers für ein weiteres Millionen-Darlehen ab und kündigte an, stattdessen zur Verstärkung der Mannschaft auf noch nicht genutzte Ismaik-Mittel in Höhe von rund 3,9 Millionen zurückgreifen zu wollen.

Das Präsidium des Aufsteigers scheint in Ismaiks Angebot zur zinsfreien Ablösung eines ebenfalls noch nicht beanspruchten und zur Absicherung de Liquidität vorgesehenen Zwei-Millionen-Kredits des Hauptsponsors zur Absicherung der Liquidität eine Falle zu sehen: Würden die Löwen auf Ismaiks zweckgebundenes Angebot eingehen und die neuen Mittel für Neuverpflichtungen nutzen, würde die Abhängigkeit der „Löwen“ von dem ungeliebten Gesellschafter wieder wachsen und gleichzeitig die wirtschaftliche Stabilität gefährdet.

Ismaiks Ernsthaftigkeit auf dem Probestand

Der Kurs von 1860-Präsident Robert Reisinger stellt allerdings auch die Ernsthaftigkeit von Ismaiks Interesse an sportlichen Erfolgen der Münchner und auch die derzeitige Liquidität des Investors auf die Probe. Mit den noch nicht abgerufenen 3,9 Millionen Euro sollte vor zwei Jahren die Verpflichtung von Stefan Aigner von Erstligist Eintracht Frankfurt finanziert werden, allerdings konnten die Giesinger den Transfer seinerzeit aus Mitteln aus dem laufenden Geschäftsbetrieb heraus stemmen.

Reisinger unterstrich seine Hoffnung auf eine Zustimmung Ismaiks zum Vorschlag des Vereins bei der nächsten Aufsichtsratssitzung. Allerdings steht noch gar kein Termin für die nächste Zusammenkunft des Kontrollgremiums fest.

Dadurch scheint die Verpflichtung von Wunschspielern von Trainer Daniel Bierofka wie Stürmer Adriano Grimaldi zunächst aufgrund nicht feststehender Finanzperspektiven auf Eis gelegt. Der Coach verliert bei der Zusammenstellung einer schlagkräftigen Mannschaft wertvolle Zeit.

Für Ismaik dürfte die Situation allerdings keinen Handlungsdruck bedeuten. Seine Rücksichtslosigkeit gegenüber den Interessen des Klubs hatte der Investor bereits vor der vergangenen Saison nach dem Zweitliga-Abstieg der „Löwen“ durch seine Ablehnung von finanzieller Hilfe für die Erteilung der Drittliga-Lizenz deutlichn gemacht.

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