3. Liga: Acht Klubs fordern Saisonabbruch

Verzicht auf Abstieg wird vorgeschlagen

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Freitag, 17.04.2020 | 14:30

Jenas Maximilian Rohr gegen Zwickaus Fabio Viteritti.

Jena und Zwickau sind zwei der acht Klubs, die einen Saisonabbruch fordern. ©imago images/Picture Point

Wie geht es in der 3. Liga weiter? Dazu herrscht an den 20 Drittliga-Standorten weiter Uneinigkeit. Einen Vorstoß wagen nun acht Klubs, die sich in einem offenen Brief für einen Abbruch der Saison aussprechen.

Der HFC, Waldhof Mannheim, 1. FC Magdeburg, Preußen Münster, Chemnitzer FC, Sonnenhof Großaspach, FSV Zwickau und Carl Zeiss Jena sehen darin den einzig "möglichen Weg, bei dem die gesellschaftlichen Realitäten, der Schutz der Gesundheit und die wirtschaftlichen Notwendigkeiten in Einklang zu bringen sind."

Klubs würden von Abbruch profitieren

Eine sportliche Wertung soll trotzdem stattfinden: "Darum schlagen wir vor, dass der aktuelle Tabellenstand im Hinblick auf den Aufstieg gewertet wird, der Abstieg dagegen ausgesetzt wird."

Mit Blick auf die Tabelle lässt sich bei diesem Vorschlag festhalten, dass alle acht Klubs davon profitieren würden. Mannheim als Tabellenzweiter würde der direkte Durchmarsch gelingen, die restlichen sieben Klubs stehen entweder auf einem direkten Abstiegsplatz (Zwickau, Münster, Großaspach und Jena) oder sind diesen gefährlich nahe (Chemnitz, Magdeburg und Halle).

Gleichzeitig würde der Verzicht auf vier Absteiger zu einer Aufstockung der 3. Liga führen. Als Diskussionsgrundlage unterbreiten die Vereine daher den Vorschlag, die Tabellenführer der vier Regionalliga-Staffeln aufsteigen zu lassen.

Befürchtung von Insolvenzen durch Geisterspiele

Auch wenn die Klubs in ihrem offenen Brief beteuern, eine Entscheidung in sportlichen Wettbewerben lieber auf dem Rasen als am grünen Tisch zu treffen, fordern sie, "dass der Preis für eine Fortsetzung der Saison nicht unverantwortlich hoch sein darf – gesellschaftlich, bezogen auf die Gesundheit und auch wirtschaftlich."

So lehnen sie eine Sonderstellung des Fußballs ab, die aus ihrer Sicht eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab Mai nach sich ziehen würde: "Alle Spieler, Trainer und Mannschaftsbetreuer der 3. Liga würden Tausende Tests bis zum Ende der Spielzeit beanspruchen."

Auch zu möglichen Geisterspielen haben die acht Vereine eine klare Meinung. Diese seien für "viele Vereine der vorzeitige Weg in die Insolvenz". Aber wenn diese "schlimmstenfalls bis zum 31.12.2020" stattfinden würde, wäre bei einem Saisonabbruch die Basis für alle Klubs der 3. Liga die gleiche.