3. Liga: Hoeneß-Idee und Koch-Konter

Wie geht es angesichts Corona weiter?

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Donnerstag, 07.05.2020 | 08:57

Rainer Koch beim DFB

Rainer Koch trat zuletzt als Befürworter einer Fortsetzung der Saison auf. ©Imago images/Ulrich Roth

Die Politik machte am gestrigen Mittwoch den Weg frei für einen Re-Start der 1. und 2. Bundesliga, der laut DFB-Präsident Fritz Keller Signalwirkung auf die Zukunft der 3. Liga hat. "Wir gehen davon aus, dass in diese Öffnung neben der Bundesliga und 2. Bundesliga auch unter dem Aspekt der Gleichbehandlung von Berufsfußballerinnen und -fußballern ebenso die unter dem Dach des DFB organisierten Profispielklassen der 3. Liga und FLYERALARM Frauen-Bundesliga sowie der DFB-Pokalwettbewerb grundsätzlich eingeschlossen sind, zumal das gemeinsam von DFB und DFL erarbeitete Hygienekonzept selbstverständlich auch dort voll umfänglich umgesetzt wird", so Keller in einem Statement auf der DFB-Homepage.

Länderspiel-Einnahmen für Drittligisten?

Beraten, wie genau in der 3. Liga weitergespielt werden könnte, wird am heutigen Donnerstag, wenn der Drittliga-Ausschuss tagt. Dann geht es vor allem auch um wirtschaftliche Faktoren. Verschiedene Verantwortliche wie etwa Preußen Münsters Geschäftsführer Bernd Niewöhner hatten bereits angemahnt, eine Fortführung der Saison käme teuerer als ein Abbruch.

Wie also solle hinsichtlich der prekären wirtschaftlichen Lage verfahren werden? Bayern Münchens Ex-Manager Uli Hoeneß hatte in der gestrigen Sondersendung "Sport im Abseits" des Bayerischen Rundfunks eine Idee: "Der DFB könnte auch mal eines seiner Silos anzapfen, zum Beispiel die Einnahmen von einem oder zwei Länderspielen für die 3. Liga hernehmen."

Links neben Hoeneß saß DFB-Vizepräsident Rainer Koch, der das von Hoeneß angesprochene Silo im Vergleich zu den finanziellen Möglichkeiten des FC Bayern prompt als "Fingerhut" bezeichnete.Koch stellte außerdem klar, bei einer Fortführung der Saison gehe es "nicht um Profitgier", vielmehr würde es ohne eine Fortsetzung den Profi-Fußball in Deutschland "in der Form nicht mehr geben".

HFC, FCM und SVW positionieren sich

Die praktische Umsetzung eines Re-Starts in der 3. Liga wäre indes eine Mammutaufgabe. Noch am gestrigen Mittwochabend veröffentlichten der HFC sowie der 1. FC Magdeburg ein Statement, dass es "eine Sonderrolle für den 3. Liga-Fußball auch wegen der gesellschaftlichen Verantwortung in Sachsen-Anhalt nicht geben" solle.

In Sachsen-Anhalt ist aufgrund der 5. Eindämmungsverordnung der Wettkampfbetrieb noch bis 27. Mai untersagt, ein Mannschaftstraining wäre also nicht möglich. Der HFC sowie der FCM machen deutlich, dass trotz des grünen Lichts der Bundesregierung für die Bundesligen, die Saison der Drittligisten "weiterhin nicht fortgeführt werden kann".

In die gleiche Kerbe schlägt der SV Waldhof Mannheim: "Das von der DFL und dem DFB erarbeitete Hygienekonzept wurde ausschließlich für die 1. und 2.Bundesliga genehmigt. Die Wiederaufnahme eines Wettkampfbetriebes in der 3. Liga muss somit in den Bundesländern sowie den Gesundheitsämtern vor Ort entschieden werden", heißt es in einem vom Verein per Pressemitteilung versendeten Statement und weiter:

"Es ist für uns deshalb klar, dass eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes in der 3. Liga und eine reguläre Beendigung der Saison bis zum 30.06.2020 aufgrund der in den Bundesländern der Drittligisten stark unterschiedlichen Verfügungslagen nicht möglich zu sein scheint."

Andere Verantwortliche, wie 1860-Geschäftsführer Günther Gorenzel sehen das nicht so. Gorenzel erinnerte gestern an Paragraph 4 der DFB-Statuten, dass die Vereine zur Ausrichtung der Meisterschaft verpflichtet werden. Er erwartet eine "zeitnahe" Entscheidung, wann wieder gespielt werden dürfe. Mit Spannung werden aufgrund dieser Aussagen die Ergebnisse der heutigen Zusammenkunft des Drittliga-Ausschusses erwartet.