Carl Zeiss Jena: Coppens im Fokus

Keeper weckt Interesse

Autor: Simon Thijs Veröffentlicht: Samstag, 06.06.2020 | 10:05

Jo Coppens von Carl Zeiss Jena

Jo Coppens hat sich in der 3. Liga einen Namen gemacht. ©Imago images/foto2press

„Die Situation ist aussichtslos, aber nicht kritisch“ könnte man nach dem Re-Start über Carl Zeiss Jena sagen. Mehr als achtbar schlug sich der FCC schon am Sonntag gegen Chemnitz, trotzte anschließend dem MSV Duisburg einen Punkt ab. Nichtsdestotrotz ist der Abstand zum rettenden Ufer mit 16 Punkten bei noch zehn Ausstehenden Partien so gut wie unüberbrückbar.

Aufzustecken scheinen die Spieler dennoch nicht, vielmehr hat man den Eindruck, dass von der Nummer 1 bis 32 im Kader alle nochmal enger zusammengerückt sind in den widrigen Umständen. Die Nummer 1, das ist inzwischen unumstritten Jo Coppens.

An den Kernbergen durchgesetzt

Der FCC würde ihn wohl unabhängig vom Liga-Verbleib gerne halten, doch der Keeper mit dem auslaufenden Vertrag ist gefragt. Nach Informationen von Liga-Drei.de liegt eine Anfrage aus der 2. Liga Hollands vor, wo der gebürtige Limburger bereits 2014 bis 2016 spielte. Doch auch hiesige Drittligisten strecken die Fühler nach ihm aus.

Der Belgier genießt bei Kennern der Liga einen guten Ruf. Nach seiner Ankunft an den Kernbergen 2017 befand er sich zwei Jahre im Zweikampf mit Raphael Koczor. Jener wechselte im letzten Sommer in die Regionalliga nach Steinbach, nachdem Coppens unter anderem im starken Schlussspurt in drei von vier Partien die Null gehalten hatte.

Aus guter Schule

Sie wissen in Jena nicht erst seit diesen Tagen, was sie an ihrem Schlussmann haben. Auch deswegen setzten sie dem 29-Jährigen keinen klaren Herausforderer mehr vor die Nase, sondern entschieden sich in Flemming Niemann für eine jüngere Nummer zwei, die sich im Schatten des Stammkeepers entwickeln und von ihm lernen sollte.

Und lernen kann Niemann sicherlich von Coppens, der schließlich aus der Torwart-Schule des KRC Genk stammt. Das mag hierzulande nicht jedem ein Begriff sein, doch sein dortiger Torwarttrainer Guy Martens war der Förderer von Real Madrids Thibaut Courtois. Auch Wolfsburgs Koen Casteels ging bei ihm in die Lehre. Martens ist, was den Output an Klasse-Torhütern angeht, so etwas wie der Gerry Ehrmann Belgiens.

Verwunderlich ist es also nicht, dass sich die Interessenten für Jo Coppens aufreihen. Eine schnelle Entscheidung ist freilich nicht zu erwarten. Denn aus der angesprochenen deutlich sichtbaren Geschlossenheit der Mannschaft resultiert auch, dass die Führungsspieler sich eben nicht mit anderen Themen als dem Abstiegskampf mit Carl Zeiss Jena befassen.

So wird der Flame weiter gewohnt unaufgeregt und nüchtern sein Werk verrichten und bis zum letzten Spieltag das Tor verteidigen, in das er sich in den vergangenen Jahren gekämpft hat.

Das Restprogramm des FC Carl Zeiss Jena