Carl Zeiss Jena: Interview mit Florian Brügmann

"Wir werden taktisch sehr gut eingestellt sein"

Florian Brügmann am Ball für den FC Carl Zeiss Jena

Beeindruckt von der Jenaer Fan-Unterstützung: Florian Brügmann ©Imago/Karina Hessland

Florian Brügmann sammelte in seiner bisherigen Karriere bereits 123 Einsätze in der dritten Liga, zwölf davon bestritt er für seinen neuen Verein Carl Zeiss Jena. Im Interview mit Liga-Drei.de spricht der gebürtige Hamburger über Lieblingsgegner Osnabrück, die Heimstärke des FCC und gibt einen Tipp für das Derby seines Ex-Klubs Halle gegen Magdeburg ab.

Herr Brügmann, seit Ihrem Wechsel nach Jena standen Sie in jeder Partie auf dem Platz und überzeugten dabei. Wieso brauchten Sie beim FCC so wenig Anlaufzeit?
Florian Brügmann: „Ich bin da eher selbstkritisch. In den ersten Wochen war ich mit mir selbst nicht zufrieden. Das war aus meiner Sicht auch dem geschuldet, dass ich eine längere Sommerpause hatte. Danach musste ich erstmal zu meiner Form finden. Seit Ende September fühle ich mich sehr gut und stehe auch aus meiner Sicht voll im Saft.“

Wer hat Ihnen die Integration in die Mannschaft besonders erleichtert?
Brügmann: „Keine spezielle Person. Mannschaftsintern hat das gefühlt zwei Tage gedauert, dann war ich auch schon Teil des Teams. Das anstrengendste war da noch die Wohnungssuche.“

In Halle haben Sie gemeinsam mit Ihrem Bruder in einer WG gewohnt. Wie sieht´s jetzt in Jena aus?
Brügmann: „Genau, die WG bestand das letzte Jahr meiner Halle-Zeit, wurde aber auch relativ schnell wieder aufgelöst. Felix zog es nach Berlin, bei mir stand noch nicht fest, wie es weitergeht. In Jena wohne ich jetzt allein.“

Mir haben diese Spiele immer Spaß gemacht (über die Duelle gegen Osnabrück)

Nun geht es mit dem FCC gegen Osnabrück – Ihren Lieblingsgegner. Fünf von sechs Partien gegen den VfL haben Sie gewonnen…
Brügmann: „Komischerweise sind meine Statistiken in solchen Dingen immer gut, also müsste ich eigentlich gefühlt mit jedem meiner Ex-Vereine aufgestiegen sein. Aber Spaß beiseite, man erinnert sich als Sportler ja eher an die kurzfristigen Dinge.

Im April haben wir mit Halle 2:1 in Osnabrück gewonnen. Wobei wir jetzt ein Heimspiel haben, von daher sind das andere Vorzeichen. Gegen Osnabrück gab es meistens gute Duelle, mir haben diese Spiele immer Spaß gemacht.“

Mit VfL-Mittelfeldmann Christian Groß standen Sie bereits gemeinsam für den HSV II auf dem Platz. Wie haben Sie die Karriere Ihres ehemaligen Mitstreiters verfolgt?
Brügmann: „Die Laufbahnen der ehemaligen Mitspieler verfolgt man generell. Er ist damals von Hamburg über Babelsberg und Lotte zurück nach Osnabrück gewechselt. Dort ist er jetzt absoluter Führungsspieler und Kapitän. Von daher weiß ich schon genau Bescheid.“

Man kann mittlerweile schon von einer kleinen Heimmacht sprechen (über die Stärke des FCC)

Wie soll der Sieg gegen Osnabrück gelingen?
Brügmann: „Wir werden taktisch sehr gut eingestellt sein. Wie das genau aussieht, kann ich jetzt natürlich nicht verraten. Inklusive Pokal haben wir fünf Heimspiele in Folge gewonnen und man kann mittlerweile schon von einer kleinen Heimmacht sprechen.“

Woher kommt denn diese Heimstärke?
Brügmann: „Die Basis soll sein, die Heimspiele möglichst erfolgreich anzugehen und das machen wir in den letzten Wochen ganz gut. Als Aufsteiger muss man in so einer engen Liga eben besonders die Heimspiele gewinnen.“

Welche Rolle spielen die Fans dabei?
Brügmann: „Die Fans im eigenen Rücken zu haben ist immer ein Riesen-Vorteil, ich glaube das würde auch zum Beispiel jeder Magdeburg-Spieler sofort unterschreiben. Wobei man auch sagen muss, dass unsere Fans auch auswärts sehr zahlreich erschienen sind.

Auch die vertraute Umgebung der Heimspielstätte spielt eine Rolle. Am Ende des Tages passiert das Entscheidende aber auf dem Fußballplatz und der hat auswärts die gleichen Maße wie zuhause.“

Das habe ich so auch noch nie erlebt (über das Mannschaftsfoto in der Fankurve)

Eine schöne Aktion war das Mannschaftsfoto vom vergangenen Wochenende in der Fankurve. Was war das für ein Gefühl, inmitten der treuen Anhänger zu stehen?
Brügmann: „Wir wussten selbst nicht, was uns erwartet. Es waren an diesem Samstag in Jena gefühlte Minus 10 Grad und erst zwei Stunden vor dem Spiel. Dann sind wir aus der Kabine raus und da standen weit über 1000 Leute. Das habe ich so auch noch nie erlebt und ich fand´s echt cool.“

Haben Sie vor dem Spiel ein bestimmtes Ritual, mit dem Sie und die Mannschaft sich auf eine Partie vorbereiten?
Brügmann: „Ein richtiges Ritual nicht. Klar hat man als Mannschaft immer den gleichen Ablauf, was Besprechungen und gemeinsames Essen betrifft. Direkt vor dem Spiel hat aber jeder sein individuelles Vorgehen, wie er sich optimal auf das Spiel vorbereitet.“

Selbstverständlich, dass ich gegen Magdeburg die Daumen drücke (über seinen Ex-Klub Halle)

Nach Jena wechselten Sie, nachdem Ihr Vertrag in Halle nicht verlängert wurde. Verfolgen Sie die Spiele Ihrer Ex-Kollegen dennoch?
Brügmann: „Ja, klar. Ich war vier Jahre in Halle und habe zu ein paar Spielern sowie Leuten aus dem Verein immer noch guten Kontakt. Da ist es dann auch selbstverständlich, dass ich am Samstag beim Derby gegen Magdeburg die Daumen drücke.“

Wie lautet denn Ihr Tipp?
Brügmann: „Ich bin optimistisch: Halle gewinnt 2:1.“

Mit Jena stehen Sie nur einen Punkt hinter Ihrem Ex-Klub und fünf Zähler vor den Abstiegsplätzen. Wie optimistisch sind Sie, dass der FCC den Klassenerhalt packt?
Brügmann: „Das ist das übergeordnete Ziel. Das letzte Spiel gegen Werder II war vielleicht kein Leckerbissen, aber genau solche Spiele muss man dann gerade zuhause gewinnen. Die starke Heimserie habe ich ja schon angesprochen, von daher sind wir alle durchaus optimistisch.“

Herr Brügmann, vielen Dank für das Interview!

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