Carl Zeiss Jena: Jörg Böhme fiebert mit

Ex-FCC-Kicker lobt Zimmermann und Geschlossenheit

Jörg Böhme als Experte

Auch als Experte gefragt: Jörg Böhme 2015 bei der Partie Schalke gegen Gladbach ©Imago/DeFodi

Am Samstag steigt im Ernst-Abbe-Sportfeld das Duell zwischen Carl-Zeiss-Jena und den Sportfreunden aus Lotte und vielleicht schaut wieder ein ganz besonderer Fan zu. Jörg Böhme durchlief FCC-Jugend, bevor er in die große deutsche Fußballwelt auszog.

Im Gespräch mit Liga-Drei.de verriet er, bald „wieder in die Heimat fahren“ zu wollen und „mir ein paar Trainingseinheiten und das Spiel vom FCC anzuschauen“.

Pannewitz, der „Riesen-Fußballer“

232 Bundesliga-Spiele bestritt Böhme in seiner Karriere und gewann außerdem zweimal den DFB-Pokal. Momentan wohnt er in Bielefeld. Dass er allerdings über den FCC noch ganz genau Bescheid weiß, wird bei ihm schnell deutlich.

Viel Qualität sieht er in der Mannschaft: „Die Truppe passt, es ist kein Quertreiber dabei. Mit Pannewitz haben sie außerdem einen Riesen-Fußballer.“ Pannewitz feierte gegen Halle sein Startelf-Comeback im Profifußball, auch gegen den CFC stand er von Anfang an auf dem Feld.

Wieso spielt der denn in Rostock? (über die erste Begegnung mit Kevin Pannewitz)

Speziell den 26-Jährigen beobachtet Böhme schon länger. „Den habe ich früher in der A-Jugend von Rostock gesehen und mir damals schon gedacht: Wieso spielt der denn in Rostock? Der muss von der Qualität her doch woanders spielen.“

Telefonate mit Zimmermann und Schneider

Außerdem hebt der heute 44-Jährige besonders Ex-Teamkamerad Zimmermann hervor, er mache „in Jena einen sehr guten Job. Er hat die Mannschaft in der Regionalliga übernommen und dort einen Bomben-Start hingelegt. Die Konkurrenz, einschließlich Energie Cottbus, war geschockt.“ Auch jetzt in der dritten Liga spiele der FCC unter dem Coach „eine sehr gute Rolle.“

Nicht nur mit „Zimme“, sondern auch mit einem berühmten Jenenser telefoniert er noch regelmäßig. Die Rede ist von Bernd Schneider. Mit ihm stand er unter anderem bei der WM 2002 im Kader der deutschen Nationalmannschaft.

Durchsetzungsvermögen dank Bolzplatz

Schneider und Böhme – zwei Straßenfußballer der alten Schule. Welche Vorteile hatte eigentlich die „Ausbildung“ auf dem Bolzplatz? „Individuelle Sachen: Eins gegen eins Situationen oder Durchsetzungsvermögen. Meine Mutter sagt immer, ich habe früher vorm Haus nur mit Größeren gekickt.“

Böhme wäre allerdings wohl kein Fußballlehrer, wenn er nicht wüsste, dass die Ausbildung in den Nachwuchsleistungszentren auch ihre Vorteile hat. „Da wird viel mehr abgedeckt und die Trainer haben eine andere Qualität als zu unserer Zeit.“ Ihm habe es früher zwar nicht geschadet, „aber auch heute kommen aus den Nachwuchsleistungszentren natürlich noch großartige Spieler.“