Carl Zeiss Jena: Teamcheck 2019/20

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Nico Hammann im Testspiel gegen Rothenstein.

Auf Neuzugang Nico Hammann wartet bei Carl Zeiss Jena eine Schlüsselrolle. ©imago images/Karina Hessland

Wohl nur die größten Optimisten bei Carl Zeiss Jena haben Ende März daran geglaubt, dass der Klub ein weiteres Jahr in der 3. Liga an den Start gehen würde. Doch der FCC kletterte dank sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen noch über den Strich.

Damit die kommende Saison im Paradies nicht wieder zur Nervenschlacht wird, krempelte Lukas Kwasniok – Cheftrainer und Sportdirektor in Personalunion – den Kader bereits gehörig um. Liga-Drei.de nimmt die personellen Änderungen im Teamcheck unter die Lupe und wagt eine Prognose, wohin die Reise Jenas gehen könnte.

Kader & Transfers

Mit Phillip Tietz, Maximilian Wolfram und Manfred Starke musste Jena gleich drei seiner vier treffsichersten Akteure ziehen lassen. 26 Saisontore aus der Vorsaison kehrten damit dem Klub den Rücken. Dafür wurde der aus Augsburg geliehene Julian Günther-Schmidt fest verpflichtet. Der 24-Jährige hat eine von Verletzungen geplagte Spielzeit hinter sich, in der er trotzdem fünf Mal in neun Drittliga-Begegnungen traf.

Bei den insgesamt elf externen Neuzugängen lässt sich ein klares Muster erkennen: Abgesehen von Nico Hammann (Magdeburg) ist kein Spieler älter als 25 Jahre. Auf den mit 31 Jahren erfahrenen Innenverteidiger kommt daher auch die Rolle als Leitwolf zu. Durch seine gefährlichen Standards dürfte er zudem auch offensiv für Akzente sorgen.

Doch auch mit Drittliga-Erfahrung hat sich der FCC verstärkt. Für Anton Donkor (Rostock), Killian Pagliuca (Zürich, zuletzt Halle) sowie Marian Sarr und Patrick Schorr (beide Aalen) ist die Spielklasse ebenfalls kein Neuland.

Die aktuelle Form

In der ersten Hälfte der Vorbereitung testete Jena ausschließlich gegen unterklassige Gegner und wurde dabei nicht wirklich gefordert. 58 zu 0 Tore standen nach den ersten vier Testspielen in der Statistik, nur gegen Kreisligist Oettersdorf beließ es die Kwasniok-Elf mit 9:0 bei einem einstelligen Sieg. Gegen Nürnberg II gab es zuletzt ein 2:2. Echten Prüfsteine stehen mit Usti nad Labem und Jahn Regensburg noch bevor.

Lukas Kwasniok im Training.

Muss in der Vorbereitung zahlreiche neue Spieler integrieren: Lukas Kwasniok. ©imago images/Bild13

Stärken & Schwächen

Kwasniok machte nach dem Klassenerhalt eine gewisse Euphorie im Klub und dem Umfeld aus, die es zu konservieren gilt. Der Abgang des Trios Tietz, Wolfram und Starke wiegt schwer, ihre 26 Tore müssen dringend aufgefangen und auf mehrere Schultern verteilt werden. Pagliuca deutete im Endspurt der Vorsaison in Halle an, das Potential für diese Rolle zu haben.

Meris Skenderovic, der für ein Jahr von der Zweitvertretung Hoffenheims ausgeliehen wurde, muss seine Torgefahr aus dem Jugendbereich und der Regionalliga erst noch in Liga drei unter Beweis stellen. Umso wichtiger ist es, dass Günther-Schmidt verletzungsfrei bleibt und Felix Brügmann seine gute erste Drittliga-Saison (acht Treffer) bestätigt.

Defensiv präsentierte sich Jena im Saisonendspurt stabil, hier muss neben Dominic Volkmer (Rückkehr nach Regensburg) aber auch Dennis Slamar (Großaspach) ersetzt werden. Hammann und Sarr ist aber zuzutrauen, die beiden Abgänge aufzufangen.

Der Trainer

Für den 38-Jährigen ist Jena die erste Station als Cheftrainer im Profibereich, nach seiner aktiven Karriere übernahm er erst zwei unterklassige Vereine, anschließend war er vier Jahre im Nachwuchs des KSC beschäftigt.

In Anbetracht dieser Vorgeschichte scheint es nur logisch, dass Kwasniok auch beim FCC vorrangig auf junge und entwicklungsfähige Spieler setzt. Der 38-Jährige lässt seine Mannschaft aus einer kompakten Defensive heraus agieren, stellte dafür auf eine Dreierkette um und ist bekannt dafür, im mentalen Bereich auch eher unübliche Reize zu setzen – Stichwort Psycho-Trick.

Fazit & Prognose

Der Aderlass im Paradies war groß, bis auf wenige Ausnahmen wurde dieser durch junge und entwicklungsfähige Spieler aufgefangen. Daraus schnell eine schlagkräftige Einheit zu formen, die den Kwasniok’schen Umschaltfußball auf den Platz bringt, wird die vorrangige Aufgabe des Trainers sein. Greift dann auch offensiv ein Rädchen ins andere, dürfte Carl Zeiss Jena erneut die Klasse halten und sich im hinteren Mittelfeld der Tabelle einsortieren.

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