CFC-Rivalen: Erleichterung und Sorgen

Manager sehen DFB in der Pflicht

Benjamin Schmedes vom VfL Osnabrück

Will keinen Schlendrian aufkommen lassen: Osnabrücks Sportdirektor Benjamin Schmedes

Der praktisch beendete Abstiegskampf durch die Insolvenz des Chemnitzer FC hat bei den bisherigen Rivalen der Himmelblauen nüchterne Erleichterung ohne jede Schadenfreude ausgelöst. In die Reaktionen des VfL Osnabrück, der Sportfreunde Lotte und des Chemnitzer „Nachbarn“ FSV Zwickau über den faktisch gesicherten Klassenerhalt mischte sich aber auch Nachdenklichkeit zur Situation der Liga nach der zweiten Insolvenz eines Vereins binnen kurzer Zeit nach dem zuvor gleichen Schritt von Rot-Weiß Erfurt.

Osnabrücks Sportchef Benjamin Schmedes enthielt sich geradezu jeder Freude und wies sogar auf die noch ausstehende Bestätigung des entscheidenden Neun-Punkte-Abszugs für Chemnitz hin. „Wir sind gut beraten, wenn wir uns in den letzten fünf Spielen noch einmal voll reinhauen“, sagte Schmedes in der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Wir verlieren ein wertvolles Derby. (Zwickaus Geschäftsführer Frank Fischer)

Auch für Schmedes-Kollege Manfred Wilke ist Jubel über den vorzeitigen Klassenerhalt „fehl am Platz. Wir regeln das in den nächsten Wochen auch sportlich“. Zwickaus Geschäftsführer Frank Fischer ging überhaupt nicht auf die für seinen Klub positive Wendung ein und beklagte in der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 11.04.2018) umgehend den Verlust eines „wertvollen Derbys“.

Abstiegsgefahr nur noch theoretisch

Chemnitz steht aufgrund des zu erwartenden Punkteabzugs durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) bereits vor den letzten fünf Runden als zweiter Absteiger nach Erfurt fest. Nur noch höchst theoretisch können Osnabrück, Lotte, Carl Zeiss Jena und Zwickau noch von Werder Bremen II überholt werden, allerdings liegen die Hanseaten schon 13 Punkte hinter Osnabrück auf dem ersten Nichtabstiegsplatz zurück.

Fischer nahm die CFC-Insolvenz zum Anlass zur Erneuerung der Forderung der Drittliga-Klubs nach einer besseren finanziellen Absicherung durch höhere TV- und Vermaktungseinnahmen. Der FSV-Macher nahm dabei ausdrücklich den für die 3. Liga zuständigen DFB in die Pflicht.

„Es besteht akuter Handlungsbedarf“, sagte Fischer: „Das Missverhältnis bei den Vermarktungserlösen zwischen 2. und 3. Liga ist enorm.“ Die Erfüllung von Auflagen beinahe wie für Zweitligisten beschrieb Zwickaus Geschäftsführer für Drittliga-Vereine aufgrund ihres „Bruchteiles an TV-Geldern“ als schwierig.

Auch Fischers VfL-Kollege Jürgen Wehlend betonte vor dem Hintergrund des Einzelfalles Chemnitz den großen Zusammenhang. „Für die Liga ist diese neuerliche Insolvenz eine desaströse Bilanz.“

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