Chemnitzer FC: Interview mit Tim Danneberg

Der Mittelfeldspieler über die Chancen des CFC im Aufstiegskampf

Tim Danneberg vom Chemnitzer FC

Zeigt die Richtung an. Tim Danneberg will mit dem Chemnitzer FC nach oben. ©Imago

Der Chemnitzer FC hat in dieser Saison gute Chancen, den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu packen. Zuletzt stockte der Motor der „Himmelblauen“ aber ein wenig, vor allem in den Heimspielen tat sich der CFC oft schwer. Mittelfeldspieler Tim Danneberg versucht im Interview mit Liga-Drei.de, Erklärungen dafür zu finden und verrät, worauf es in der Endphase der Saison besonders ankommen wird!

Herr Danneberg, hat der Chemnitzer FC eigentlich keine Lust, in die 2. Bundesliga aufzusteigen?
Tim Danneberg: „Wie kommen Sie darauf?“

Es sieht ein wenig so aus, als hätte momentan kaum jemand der oben platzierten Mannschaften Lust darauf.
Danneberg: „Das stimmt. Im Moment sieht es so aus, als würden es die Mannschaften hinter Duisburg bis zum 38. Spieltag spannend machen. Natürlich haben wir die Ambitionen und das Ziel, das Bestmögliche zu erreichen – und das wäre eben der Aufstieg.

Wir versuchen dafür alles, ohne jetzt aber groß anzukündigen, dass wir aufsteigen müssen. Und man sieht es ja: In diesem Jahr ist die 3. Liga so ausgeglichen wie nie zuvor. Von daher gilt es für uns, eine gewisse Konstanz hereinzubekommen, um die entsprechenden Punkte zu holen und bis zum Ende oben mitzuspielen.“

Konzentration hoch halten, bis der Schiri abpfeift. (über verschenkte Siege)

Sind Sie ähnlich verwundert über das Schneckenrennen im Aufstiegskampf wie wir?
Danneberg: „Ja, das zeigt aber auch, was für eine enorme Qualität in der 3. Liga vorhanden ist. Du kannst halt als Tabellenführer jetzt nicht sagen: Okay, beim Tabellenletzten nehmen wir auf alle Fälle die drei Punkte mit. So einfach ist es nicht mehr. Gerade bei den Nachwuchsmannschaften ist viel Qualität hinzugekommen. Außerdem ist der Sprung von der Regionalliga in die 3. Liga nicht mehr so groß, wenn man einen gewissen Plan hat und diesen kontinuierlich umsetzt – das zeigen Lotte und Regensburg.“ 

Die Konkurrenz, z.B. Osnabrück und Halle, patzt regelmäßig, aber der CFC weiß das nicht so richtig zu nutzen. Woran hapert es momentan?
Danneberg: „Wenn man das immer so leicht sagen könnte, würde man das Problem sofort abstellen. Letztes Jahr haben wir auswärts zu viele Punkte liegen gelassen, um ganz oben dabei zu sein. Dieses Jahr gestalten wir unsere Heimspiele nicht so, wie wir uns das vorstellen. Dafür läuft es auswärts im Moment relativ gut. Wir müssen versuchen, die Punkte, die wir auswärts holen, mit den Heimspielen zu vergolden. Die Gegner müssen wieder wissen: In Chemnitz ist nicht viel zu holen.“

Ihre Mannschaft hat die jüngsten fünf Partien an der heimischen Gellertstraße nicht gewonnen. Haben Sie eine Erklärung dafür?
Danneberg: „Nein, es waren alles Spiele, die wir nicht unbedingt hätten verlieren müssen. Das zeigt aber auch, dass in dieser Liga jeder Fehler bestraft wird. Gerade in der Hinrunde ist uns auch häufiger passiert, dass wir Siege in den letzten Minuten noch hergeschenkt haben. Da müssen wir lernen, die Konzentration hoch zu halten, bis der Schiri abpfeift.“

Die nächste Chance auf einen Heimsieg gibt es am Freitag gegen Fortuna Köln – eine Mannschaft, die auswärts nicht gerade furchteinflößend ist. Heißt das, ein Sieg ist für Chemnitz Pflicht?
Danneberg: „Wenn wir oben mitmischen wollen, dann ist ein Sieg definitiv Pflicht. Für uns ist es dabei vielleicht gar nicht so verkehrt, dass wir endlich auch mal ein Flutlichtspiel am Freitagabend haben. Das bringt natürlich immer eine gewisse Atmosphäre mit sich. Das sind Bedingungen, die uns hoffentlich entgegen kommen.“

Tim Danneberg trifft per Kopf gegen Fortuna Köln

Gute Erinnerungen an Fortuna Köln. Beim 3:1-Sieg letzte Saison traf Tim Danneberg (4.v.r.) per Kopf. ©Imago

Nennen Sie uns bitte drei Gründe, warum der CFC gegen Fortuna Köln gewinnt!
Danneberg: „Zum Ersten, weil wir ganz einfach in der Pflicht sind, dieses Spiel zu gewinnen. Zum Zweiten, weil wir mit dem Sieg gegen Fortuna Köln eine Heim-Serie starten wollen. Und zum Dritten, weil ich hoffe, dass sich am Ende die höhere Qualität durchsetzt.“

Ich habe nicht von ungefähr in Chemnitz verlängert. (über das Ziel 2. Bundesliga)

Sie selbst haben in dieser Saison bislang 3-mal getroffen, in der vergangenen Spielzeit waren es sechs Treffer. Geht da also auch bei Ihnen persönlich noch mehr?
Danneberg: „Ich bin nicht abgeneigt, mir gewisse Ziele zu setzen – gerade auch, was das Toreschießen angeht. Ich würde schon gerne wieder mindestens die sechs Tore der Vorsaison erreichen. Als defensiver Mittelfeldspieler versuche ich, auch von dieser Position eine gewisse Torgefahr auszustrahlen.

Aber im Moment ist es mir wesentlich wichtiger, dass wir die Spiele für uns entscheiden. Natürlich freue ich mich über jedes Tor, dass ich mache – wenn es denn zum Erfolg beiträgt. Aber wenn die anderen Jungs die Tore schießen, ist mir das auch recht.“

Wann spielt Chemnitz gegen wen – hier geht’s zu allen Terminen

Sie spielen inzwischen seit 2014 in Chemnitz. Würden Sie es gerne noch einmal in der 2. Bundesliga probieren – im Zweifel halt bei einem anderen Verein?
Danneberg: „Ich habe meinen Vertrag in Chemnitz nicht von ungefähr im vergangenen Sommer um zwei Jahre verlängert. Von daher habe ich auch das Ziel, mit Chemnitz in die 2. Liga zu kommen. Ich verschwende keinen Gedanken daran, mit einem anderen Verein in der 2. Bundesliga zu spielen. Aber natürlich ist es mein Traum, noch einmal eine Liga höher zu spielen.“

Im Prinzip waren Sie in den vergangenen Jahren fast nur in der 3. Liga zu Hause. Unter anderem spielten Sie auch für Eintracht Braunschweig. Drücken Sie den „Löwen“ im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga die Daumen?
Danneberg: „Definitiv. In Braunschweig hatte ich sowohl fußballerisch als auch menschlich mit die schönste Zeit in meiner Karriere. Ich bin der Stadt und dem Verein immer noch sehr verbunden. Ich hoffe, dass mit dem Sieg in Sandhausen ein paar Blockaden gelöst wurden und die Jungs bis zum Schluss da oben mitmischen.“

Insgesamt ist mein Verhältnis zu Holstein Kiel unterkühlt. (über seinen Ex-Verein)

Was würden Sie davon halten, wenn am Saisonende Chemnitz gemeinsam mit Ihrem anderen Ex-Klub Holstein Kiel aufsteigen würde – das wäre doch nicht schlecht, oder?
Danneberg: „Wenn das am Ende so sein sollte, würde ich das genauso unterschreiben. Aber insgesamt ist mein Verhältnis zu Holstein heute so wie das Wetter in Kiel meist ist: Unterkühlt. Nach Kiel habe ich keine großen Kontakte mehr, es ist ja auch kaum noch einer von den Jungs dort, mit denen ich damals zusammengespielt habe. Auch das komplette Trainer-Team wurde inzwischen ausgewechselt.“

Letzte Frage: Was haben Sie sich für den 20. Mai vorgenommen?
Danneberg: „Ist das der letzte Spieltag?“

Richtig.
Danneberg: „Ehrlich gesagt, habe ich da noch gar nichts geplant. Ich hoffe natürlich, dass da eine große Sause in Chemnitz starten kann. Aber für uns bleibt es einfach wichtig, dass wir Woche für Woche eine gewisse Konstanz an den Tag legen, um am 20. Mai den großen Coup zu schaffen. Gerade jetzt im März haben wir aber viele englische Wochen. In diesem Monat könnte sich die Spreu vom Weizen trennen.“

Vielen Dank für das Interview, Herr Danneberg!

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