Chemnitzer FC: Ist der Mut zurück?

Starke zweite Halbzeit als Signal für das Saisonfinale

Autor: Simon Thijs Veröffentlicht: Samstag, 27.06.2020 | 09:27

Tarsis Bonga vom Chemnitzer FC

Tarsis Bonga war Sinnbild des Umschwungs in Halbzeit zwei. ©Imago images/Picture Point

Der Chemnitzer FC holte in Düsseldorf gegen den KFC Uerdingen seinen siebten Punkt seit dem Re-Start. Dass es nicht die siebte Niederlage in diesem Zeitraum wurde, ist einer klaren Steigerung im zweiten Durchgang zu verdanken, die offensichtlich vor allem mental begründet war.

"In der ersten Halbzeit waren wir zu zögerlich. Da hat mir das Selbstvertrauen gefehlt, geraden in den Eins-gegen-eins-Situationen. In dem Bereich, wo wir eigentlich unsere Stärken vorne suchen, waren wir nicht kompromisslos genug", fasste Trainer Patrick Glöckner bei Magenta Sport die Defizite der ersten 45 Minuten zusammen.

Bozic & Bonga gefordert

Damit beschrieb er im Prinzip auch viele der vorangegangenen Partien seit Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Die vor der Unterbrechung gewonnene Leichtigkeit war den "Himmelblauen" einfach abhanden gekommen.

In der Kabine fand der 43-Jährige dann die richtigen Worte. "Wir haben den Respekt bzw. die Angst ein bisschen abgelegt und konnten dann freier aufspielen," so Glöckner zum zweiten Spielabschnitt.

Über die mentale Situation
„ Den Einen befreit der Druck, für den Anderen ist es hemmend. ”
CFC-Stürmer Dejan Bozic

In Anlauf zum nächsten Spiel, dem direkten Duell mit Verfolger Zwickau, gilt es nun laut Glöckner, an diese Phase anzuknüpfen. "Ich hoffe, dass wir den Mut aus der zweiten Halbzeit mitnehmen, ich hoffe, dass wir unsere Gier, unsere Zielstrebigkeit an den Tag legen."

Diese Zielstrebigkeit legten gegen Uerdingen vor allem Dejan Bozic und Tarsis Bonga, Torschütze und Vorbereiter des 1:1 an den Tag, "Den Einen befreit der Druck, für den Anderen ist es ein bisschen hemmend", gab Bozic Einblick in die psychische Situation.

Ihm und seinem Vorlagengeber gelang jedenfalls die Befreiung, die gegen den FSV anhalten muss, denn mit Philipp Hosiner fehlt der Top-Torjäger dann Gelb-gesperrt. Der Österreicher ist zwar seit dem Re-Start noch glücklos, bindet aber doch die gegnerische Defensive.

Diese Aufgabe kommt nun auf Bozic, der Selbstvertrauen aus seinem fünften Saisontor schöpfen kann, und Bonga, der seinen zwölften Scorerpunkt sammelte, zu.  

Gerade Bonga, nach zwei belebenden Einwechslungen nun zum zweiten Mal in Folge wieder in der Startelf und Vorbereiter der letzten beiden CFC-Tore, sollte in der Lage sein, die "Schwäne" vor Probleme zu stellen.

Das Restprogramm des Chemnitzer FC