Chemnitzer FC: Neue Ressourcen dank Heckings Extralob

Noch kein Angebot für Bozic

David Bergner feuert sein Team gegen den HSV an

Blickt zuversichtlich aufs Magdeburg-Spiel: CFC-Trainer David Bergner nimmt viel Positives aus dem Pokal mit. ©imago images/Picture Point

Die Botschaft des auffällig freundlich lächelnden Dieter Hecking ist angekommen, wo sie am dringlichsten gebraucht wird. In Chemnitz. Beim CFC. „Wir trafen“, sagt der Trainer des großen HSV in die Kamera des Fußballsenders „Sky-Sport-News-HD“, „wir trafen auf einen Gegner, der es einfach in allen Belangen verdammt gut gemacht hat.“

Bis Mitte dieser Woche wurde dieses Statement in zahlreichen Wiederholungsschleifen immer und immer wieder in das Fußball-Land transportiert und in Chemnitz, wo entscheidende Tage anstehen, haben die angesprochenen Aktiven das Lob aufgesaugt wie ein Baby die Milch an der Mutterbrust.

Das Pokal-Aus nach einem 2:2 in 120 Pokalminuten und einem unglücklichen Elferschießen war schmerzhaft. Sehr schmerzhaft. Wohl niemand hätte das mögliche Millionengeschäft für das Erreichen der 2. Runde besser gebrauchen können als die GmbH des Chemnitzer FC. Denn dessen Existenz und der Profifußball in Chemnitz stehen auf der Kippe. Am Montag kommt es zur Abstimmung der Vereinsmitglieder. Dort wird entschieden, ob der Verein und die GmbH noch eine gemeinsame Zukunft haben.

Es spricht sich rum, dass diejenigen, die nicht kommen, etwas Besonderes verpassen (David Bergner)

Doch die sportliche Abteilung des CFC blickt nun wieder optimistischer nach vorn. Zuerst auf das nächste Derby des Fußball-Ostens gegen den 1.FC Magdeburg am Freitagabend. Denn die Zerstrittenheit des Klubs scheint an der Mannschaft abzuprallen. Mehr noch: „Das Erlebte gegen den HSV ist in zweierlei Hinsicht sehr wertvoll: Meine Mannschaft hat neue Ressourcen und frisches Selbstvertrauen aufgebaut und das Fußballpublikum in unserer Stadt spürt, dass bei uns etwas los ist. Es spricht sich rum, dass diejenigen, die nicht kommen, etwas Besonderes verpassen“, meint David Bergner im Gespräch mit Liga-Drei.de.

Ihm, dem 1.90-Meter-Trainer der Himmelblauen, gelingt es nach wie vor überzeugend, Zuversicht  zu verbreiten. Äußerlich unübersehbar an der Seitenlinie mit sehr aktivem Coaching und erstaunlicher Strahlkraft, intern mit klaren Strukturen und großer Gesprächsbereitschaft. „Unser Trainer gibt uns in jeder Sekunde das Gefühl, wertvoll zu sein, mutig sein zu dürfen“, berichtet Matti Langer über die aktuelle Wechselwirkung aus Vertrauen spüren und Selbstvertrauen gewinnen.

Neue Qualität. Matti Langer überzeugt aktuell mit steter Torgefahr aus der Luft. ©imago images/Härtel Press

So gehört der Mittelfeldstratege  auf dem Spielfeld zu den verlässlichsten Vertretern der Chemnitzer Tugenden: Zweikämpfe gewinnen, auf Antrieb umschalten und Torgefahr entwickeln. Langer – Nomen est omen – hat nicht nur die Körperlänge seines Trainers, er ist auch extrem präsent als Kopfballspezialist. In den beiden letzten Spielen in Halle und gegen den HSV hat er jeweils nach Eckbällen ein Kopfballtor erzielt. Nicht im Stile des wuchtigen Hallenser Kollegen Sebastian Mai, sondern eher mit geschicktem Timing, mit Cleverness und dem Gespür für den richtigen Augenblick.

Kein Angebot für Bozic

„Und immer gegen die Laufrichtung des Keepers“, sagt Langer lachend und er verrät gern, dass ihm ein alter Liga3-Haudegen dabei geholfen hat, sein Kopfballspiel entscheidend zu verbessern: „Das war Matthias Peßolat, mein früherer Kollege in Nordhausen.“ Der habe sich eines Tages angeboten, ihm entscheidend auf die Sprünge zu helfen. „Matthias hat mir die Kniffe gezeigt, wie ich mich bewegen muss, wie ich den anfliegenden Ball im Auge behalte und mich im Gerangel durchsetze“, berichtet Langer weiter.

Peßolat, der frühere Erfurter, Chemnitzer und Jenaer Stratege, der heute Heiko Scholz in Nordhausen assistiert, sendet nach jedem Tor ein „Daumen hoch“-Symbol. Gut aufgelegt könnte auch Dejan Bozic sein. Der Mittelstürmer mit der Trikot-Nr. 33 macht Schlagzeilen, weil es Interesse aus der 2. Bundesliga geben soll.

Trainer Bergner ist nicht bekannt, dass daran etwas dran ist: „Beim Verein ist keine Anfrage eingetroffen und der Spieler selbst, mag diese Spekulationen überhaupt nicht“, sagt Bergner weiter. Freilich wohlwissend, dass der CFC nicht jedes Angebot ablehnen könne.

Am Ende berichtet David Bergner noch, was ihn antreibt, seinen Optimismus so stabil vor seiner Mannschaft und in der Öffentlichkeit zu vertreten. Er vergleicht seine  jetzige Gruppe gern mit der des Abstiegs vor über einem Jahr und stellt fest: „Damals waren wir nicht konkurrenzfähig, waren nie wirklich eine Mannschaft. Heute haben wir eine starke Gemeinschaft und viel mehr fußballerische Qualität.“

Und am Freitagabend daheim gegen Magdeburg wollen sie den Beweis antreten, dass Heckings Extralob wirklich angekommen ist.

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