Chemnitzer FC: Suche nach Millionen

Verwendung von Vermarkter-Erlösen nicht nachweisbar

CFC-Fans von Insolvenz schwer getroffen

Wenige Gründe für Freude beim CFC-Anhang © imago/eibner

Die Insolvenz des Chemnitzer FC erhitzt weiterhin die Gemüter. Bei den Himmelblauen sucht die Vereinsführung noch nach – womöglich auch versickerten – Garantie-Beträgen in Millionenhöhe aus der Vermarktung. Gleichzeitig wird das Thema in der Politik, wo aus unterschiedlichen Lagern Vorwürfe wegen einer verfehlten Haushaltsplanung des Klubs immer lauter werden, zum Spielball von Auseinandersetzungen.

Wir befinden uns noch in der Aufarbeitung, wo das Geld ist. (CFC-Vorstand Thomas Uhlig)

Die nach den Entwicklungen der vergangenen Wochen grundsätzlich nicht mehr überraschende Entscheidung für den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit mutet auch wegen diverser Rettungsmaßnahmen im vergangenen Jahr befremdlich an. Zur Verwendung von damals garantierten Einnahmen von rund vier Millionen Euro durch den CFC-Vermarkter jedenfalls konnte Vorstandsmitglied Thomas Uhlig in der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 11.04.2018) keine Angaben machen. „Wir befinden uns noch in der Aufarbeitung, wo das Geld ist“, sagte Uhlig lediglich.

Stadträte beklagen Mangel an Erneuerung

Im Chemnitzer Stadtrat kritisierte SPD-Fraktionschef Detlef Müller die Kalkulationen des Vereins scharf. Wie Müller, vor noch nicht allzu langer Zeit ein Kandidat für den Posten des CFC-Vorstandsvorsitzenden, in der Freien Presse erklärte, sei ein strukturelles Defizit im Jahresetat zwischen 500.000 und 600.000 Euro bereits zu Beginn der laufenden Saison absehbar gewesen.

Auch Müllers CDU-Kollegin Almut Patt beklagte nach dem „Imageschaden auch für die Stadt“ einen Mangel an Maßnahmen zur Stabilisierung des Klubs nach der mühevollen Abwendung einer Insolvenz im Vorjahr. „Die strukurellen, wirtschaftlichen und organisatorischen Defizite des Vereins sind seit Jahren bekannt gewesen und nie wirklich angegangen worden“, sagte Patt.

Zugleich prangerte Patt den von SPD-Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig vorangetriebenen Stadionneubau an: „Alles musste neu, alles musste schick sein.“

Bei den Grünen schloss Petra Zais unterdessen städtische Finanzhilfen für den CFC wie in der Vergangenheit kategorisch aus. Allerdings versprach Zais auch vollen Einsatz für den Erhalt des Nachwuchsleistungszentrums. „Falls die Einrichtung gefährdet sein könnte, müssen wir im Stadtrat eine Lösung finden.“

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