Chemnitzer FC: Verwirrung um Vermarktungspartner

Kündigung des Vereins womöglich unwirksam

Künftige CFC-Vermarktung ist fraglich

Viele Baustellen in Chemnitz © imago/picture-point

Beim Chemnitzer FC herrscht nach der Anmeldung der Insolvenz in der Vorwoche in vielen Bereichen Unsicherheit und Verwirrung. Neben frustrierten und verärgerten Spielern ist auch weiterhin die offenbar sehr problematische Zusammenarbeit mit dem Vermarktungspartner Infront eine große Baustelle für die Sachsen.

Die Entscheidungskompetenz liegt nicht bei der Vereinsspitze. (Infront-Direktor Reinhardt Weinberger)

Das Unternehmen scheint die Ende vergangener Woche vom CFC öffentlich verbreitete Kündigung der Kooperation mit sofortiger Wirkung nicht ohne Weiteres akzeptieren zu wollen. „In der Insolvenz liegt die Entscheidungskompetenz nicht bei der Vereinsspitze“, erklärte Managing Director Reinhardt Weinberger von Infront Germany in der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 19.04.2018) dazu.

Kündigung ohne Absprache

Der Klub hatte vergangenen Freitag mehrere Sponsoren per Email über die sofortige Beendigung der Zusammenarbeit mit Infront informiert. Gleichzeitig kündigte die CFC-Führung an, die Vermarktung nunmehr wieder in Eigenregie zu übernehmen. Angeblich jedochwar Infront zum Zeitpunkt der Erklärung keine Kündigung der seit vier Jahren laufenden Partnerschaft bekannt.

Zu den Hintergründen der Auseinandersetzung gehört auch ein Deal aus dem Vorjahr. Im Zuge der damaligen Rettungsmaßnahmen für den CFC soll seitens Infront auch eine Garantie für Zahlungen im mittleren siebenstelligen Bereich abgegeben worden sein. Wie der Vorstand allerdings bei der Bekanntgabe der Insolvenz erklärte, sei man noch auf der Suche nach der Verwendung des Geldes.

Die Kritik des Vereins weist Infront-Manager Weinberger zurück. Seine Firma habe den CFC „nach besten Kräften“ unterstützt und sei „bis an unsere Schmerzgrenze gegangen“.

Die von den Sachsen angestrebte Selbstvermarktung beurteilt Weinberger vorbehaltlich einer Entscheidung von Insolvenzverwalter Klaus Siemon über die Kündigung skeptisch: „Grundsätzlich geht mit einer Insolvenz ein hoher Vertrauensverlust einher.“

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