Dynamo Dresden: Das System der Zukunft?

3-5-2 Grundordnung verleiht SGD Sicherheit

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 16.11.2020 | 09:08
Sebastian Mai und Marco Hartmann

Die Präsenz Marco Hartmanns (r.) wirkte sich auch auf Sebastian Mai spürbar positiv aus. ©Imago images/Picture Point

Aus der Not eine Tugend machen ist eine Kunst. Bei der SG Dynamo Dresden besteht seit Wochen die Not, auf den Außenverteidiger-Positionen durch Verletzungen suboptimal besetzt zu sein. Eine elegante Lösung präsentierte SGD-Trainer Markus Kauczinski am gestrigen Sonntag, als er seine Mannschaft in einem neuen Spielsystem, dem 3-5-2 auf den Platz schickte.

Auffällig dabei: Die bereits während der vergangenen Trainingswoche praktizierte Taktik verlieh Dynamo defensive Stabilität, wofür besonders Kapitän Marco Hartmann, der die zentrale Rolle in der Abwehr-Reihe innehatte, verantwortlich war. „Die Position war perfekt für ihn“, so Kauczinski auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Gut eingefügt

In diesem System oft entscheidend: Wie verhalten sich die Flügelläufer? Dynamo besetzte die linke Außenbahn wenig überraschend mit Jonathan Meier, auf rechts erhielt Ransford Königsdörffer defensive und offensive Aufgaben. Der Youngster löste diese und stellt seine Eitelkeiten, eher etwas offensiver agieren zu wollen, für den Teamgedanken hinten an: „Wenn der Trainer mich da aufstellt, spiele ich da“, so Königsdörffer über seine neue Position, in der er gegen den Ball das äußerste rechte Glied einer Fünfer-Abwehrkette bildet.

In Ballbesitz allerdings stehen die Flügelmänner hoch. Der neue Taktgeber Hartmann sagte nach dem Spiel bei Dynamo-TV, der Gegner sollte „gelockt“ und dann „überspielt“ werden. Genau für solche Überlegungen schickte Kauczinski seine Elf überhaupt im 3-5-2 auf den Platz. Weniger um defensive Gesichtspunkte geht es dabei, vielmehr stand im Vorfeld der Partie beim SGD-Coach die Frage: „Wie schaffen wir es, torgefährlicher zu werden?“, wie er selbst sagt, im Mittelpunkt.

Durch den 2:1-Sieg gegen 1860 München rangiert Dynamo auf Rang sechs, ist punktgleich mit dem kommenden Gegner Hansa Rostock. Findet das neue System auch dort Anwendung? Solche Überlegungen seien „nach einem gewonnen Spiel immer ein Thema“, sagt Kauczinski.

Hansa Rostock tritt selbst meist mit einer Dreierabwehrkette an, sodass sich bei beiden Teams die gleiche Grundordnung ergeben könnte. Letztlich müssen die Spieler auf dem Feld das System umsetzen, ihr Gefühl mit der Grundordnung ist oft entscheidend. Mittelfeld-Regisseur Yannick Stark jedenfalls ist positiv: „Das mit der Dreierkette“, so der 30-Jährige, „hat gut geklappt“.