Ex-Trainer Fröhling: 1860 ist in der Liga gut angekommen

Torsten Fröhling über 1860 gegen Wehen Wiesbaden

Torsten Fröhling als Trainer des SV Wehen Wiesbaden

Torsten Fröhling kennt sich beim SVWW und den Löwen bestens aus. ©Imago

Wenn es am Samstag zum Spiel der Münchener Löwen gegen den SV Wehen Wiesbaden kommt, wird Torsten Fröhling sicherlich ganz genau hinschauen. Schließlich trainierte der aktuelle Coach der Schalker U23 schon beide Teams. Im Interview mit Liga-Drei.de spricht der 52-Jährige über Erwartungen an seine Ex-Klubs,Wehen Wiesbadens Phänomen Alf Mintzel und Heimspiele zur Wiesn-Zeit.

Herr Fröhling, am Samstag kommt es zum Duell der ambitionierten Teams von 1860 und Wehen Wiesbaden. Wer hat die Nase vorn?
Torsten Fröhling: „Das ist schwer zu sagen. Sechzig hat sich wieder stabilisiert und ist gut in der 3. Liga angekommen. Gerade in der Partie gegen Rostock, die ebenfalls Aufstiegsambitionen haben, konnten sie das zeigen. Gegen den Trend der letzten Wochen hat Wehen jetzt auch eine Reaktion gegen Meppen gezeigt.

Aufgrund der Verstärkungen und der Euphorie ist bei 1860 vieles möglich, weshalb sie am Ende einen Tabellenplatz zwischen eins und zehn belegen könnten. Wiesbaden hatte auch ein paar Veränderungen im Kader, ist aber nicht ganz so gut aus den Startlöchern gekommen. Ich denke, entscheidend wird, wie die beiden Top-Stürmer, Grimaldi oder Schäffler, aufgelegt sind.“ 

Auf Seiten des SV Wehen Wiesbaden sind noch einige Ihrer alten Schützlinge aktiv. An wen haben Sie besonders gute Erinnerungen?
Fröhling: „Kolke ist einer der besten Torhüter in der 3. Liga, über Alf Mintzel als Urgestein muss ich gar nicht viel sagen. Mockenhaupt hatten wir damals noch kurz vor Schluss verpflichtet, weil wir uns verstärken mussten. Und über Manuel Schäffler wissen wir alle, wie riesig er letzte Saison gespielt hat.“ 

Ich ziehe den Hut vor Alf Mintzel. (über das SVWW-Ur-Gestein)

Alf Mintzel steht mit 36 Jahren immer noch seinen Mann. Ein Phänomen?
Fröhling: „Er hat selbst gesagt, dass er sich nie groß verletzt hatte und das ist natürlich hilfreich. Ein Profi betreibt ohnehin schon einen Abnutzungskampf mit seinem Körper und wenn dann noch eine Verletzung hinzukommt, geht das immer weiter. Obwohl er zwar sehr körperbetont spielt, hat er bisher immer Glück gehabt. Ich kann nur den Hut davor ziehen, wie er sich läuferisch und technisch bewegt und vor allem wie er seine Standards rockt.“ 

Gegen Meppen gelang Wehen endlich wieder ein Sieg. Warum kommt die Mannschaft, die als Mitfavorit auf den Aufstieg gilt, so schwer in die Saison?
Fröhling: „Wie gesagt, es gab ein paar Zu- und Abgänge, weshalb sich die Mannschaft erst finden musste. Manchmal läuft es von Anfang an gut, manchmal muss man sich erst reinarbeiten. Deswegen bin ich immer der Ansicht, dass man erst nach dem achten, neunten Spieltag sieht, wo der Weg wohl hingeht.“ 

1860 hat seit Ihrem Weggang einiges durchgemacht. Wie sehr hat sich der Klub in Ihrer Wahrnehmung verändert in den letzten Jahren?
Fröhling: „Wichtig ist, dass Daniel Bierofka dort das Amt als Cheftrainer übernommen hat, dass sie nach dem Abstieg alle gut zusammengehalten und eine schlagkräftige Regionalliga-Truppe aufgebaut haben. Der direkte Aufstieg war kein Selbstläufer. Jetzt ist es dort ur-ruhig und ich hoffe, dass es so bleibt, damit das Team weiter gut arbeiten kann.“ 

Daniel Wein muss man immer wieder fordern. (über den Mittelfeld-Motor der Löwen)

Die jungen Felix Weber und Nico Karger entwickelten sich bei Ihnen in der U23 des TSV, Daniel Wein trainierten Sie beim SVWW. Wie sehr freut es Sie, dass sie nun zu den Leistungsträgern der Löwen zählen?
Fröhling: „Das freut mich sehr. Weber hat es zu meiner Zeit in der 2. Bundesliga noch nicht ganz geschafft, weil er noch nicht so weit war. Nico Karger ist ein schneller Spieler, der den Unterschied machen kann. Ich freue mich aber auch für Steinhart, der wieder zurückgekommen ist und seine Sache dort gut macht.
Daniel Wein ist ein Spieler, den man immer wieder fordern muss und eine enorme Qualität hat. Nach allem was ich lese oder höre und in den Spielen sehe, sind sie sehr zufrieden mit ihm.“

Viele Spieler aus München und Umgebung stehen im Kader. Hilft das auch auf dem Feld oder ist das mehr für das Umfeld wichtig?
Fröhling: „Es ist immer schön, wenn Vereine heute noch Identifikationsfiguren haben. Dabei kommt es vor allem auch auf die Scouting-Abteilung an und wie die Zusammenarbeit zwischen dem Trainer und dem Manager verläuft. Im Umfeld der Vereine gibt es überall gute Kicker, nicht nur in Bayern. Jetzt haben sie es bei 1860 gut hinbekommen und das ist für den Verein und für die Fans ist natürlich sehr positiv.“ 

Wenn es nicht gut läuft, geht man nur einmal auf die Wiesn. (über Spiele in der Oktoberfest-Zeit)

Die Partie am Samstag ist das erste Heimspiel in der Wiesn-Zeit. Welche Rolle spielt das für die Münchener Spieler? Schließlich will man nicht als Verlierer auf das Oktoberfest gehen, oder?
Fröhling: „(lacht) Ich weiß gar nicht wie die Statistik ist, ob man in der Wiesn-Zeit häufiger verliert oder gewinnt. Das ist schon etwas Besonderes, da will jeder sein Spiel positiv gestalten, auch wenn alle natürlich grundsätzlich immer gewinnen wollen.
Es gibt immer einen offiziellen Oktoberfest-Termin mit der ganzen Mannschaft. Wenn es gut läuft, geht die Mannschaft auch öfter auf die Wiesn, wenn nicht, gehen sie eben nur das eine Mal hin.“

Herr Fröhling, vielen Dank für das Interview!

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