FC Bayern U23: Hoffmann will zur U21-EM

Keeper bei Kuntz bislang außen vor

Autor: Simon Thijs Veröffentlicht: Donnerstag, 03.12.2020 | 09:13
Ron-Thorben Hoffmann von der Bayern U23

Ron-Thorben Hoffmann ist ein Mann klarer Worte. ©Imago images/Lackovic

Die Prioritäten im Spiel der FC Bayern U23 haben sich nicht geändert: Angriffsfußball soll es sein, auch wenn der amtierende Meister dabei weniger erfolgreich ist als im Vorjahr. Das schlossen die Münchener mit 60 Gegentoren ab, aktuell stellen sie mit 21 kassierten Treffern die zweitschwächste Defensive der 3. Liga.

Den Torhütern war und ist das nicht anzukreiden, im Gegenteil: Trotz der Tatsache, dass die Keeper von elf Klubs seltener hinter sich greifen mussten als Christian Früchtl wurde dieser von vielen höherklassigen Teams umworben und ließ sich schließlich zum 1. FC Nürnberg verleihen.

Spielpraxis als Vorteil

Sein Nachfolger Ron-Thorben Hoffmann ist ebenfalls nicht an der einen Statistik allein zu messen, macht in dieser Saison durchweg einen guten Eindruck und ist sich dessen bewusst. Entsprechend offensiv formuliert er seine Ziele im „kicker“ (Ausgabe vom 03.12.2020). „Ich habe mir das Ziel gesetzt, bei der EM im nächsten Jahr zu spielen“, so der 21-Jährige mit Blick auf die U21-Nationalmannschaft.

Das Problem: Für diese ist er bislang nie nominiert worden. Trainer Stefan Kuntz bevorzugt aktuell Lennart Grill, letzte Saison Stammkraft beim FCK und seit dem Sommer als Perspektivspieler bei Bayer Leverkusen. Dahinter hab Finn Dahmen, seines Zeichens die Nummer Zwei von Mainz 05, und Frankfurts Reservist Markus Schubert die Nase vorn. Den Konkurrenten hat Hoffmann also voraus, dass er im Gegensatz zu den anderen Kandidaten regelmäßig spielt. 

Dahmen zuletzt stark

Das Kriterium war bei den letzten Europameisterschaften durchaus von Belang: 2017 holte die DFB-Auswahl mit Julian Pollersbeck im Kasten den Titel. Er kam aus einer Saison als Stammtorwart des FCK. 2019 war es Alexander Nübel, der als Nummer Eins von Schalke 04 die deutschen Junioren bis ins Finale führte.

Allerdings sind Grill und Schubert schon in einigen Länderspielen erprobt. Dahmen glänzte zuletzt mit starken Paraden und einem parierten Elfmeter gegen Slowenien, was ihm 90 solide Minuten im Spiel gegen Wales einbrachte. 

Vor den Gruppenspielen im März besteht keine Möglichkeit mehr, sich im DFB-Dress zu zeigen. Fraglich, ob Kuntz mit einem gänzlich neuen Schlussmann in das Turnier geht.