FC Carl Zeiss Jena: Der Liga-Drei Teamcheck

Gelingt dem Aufsteiger der Klassenerhalt?

Manfred Starke vom FC Carl Zeiss Jena

Manfred Starke ist derzeit verletzt, wann kann er wieder einsteigen? ©Imago

Der FC Carl Zeiss Jena setzte sich in der Relegation gegen Viktoria Köln durch und kehrt damit nach fünf Jahren Abstinenz in die dritte Liga zurück. Dementsprechend groß war der Jubel beim FCC. In dieser Saison will der Traditionsverein den Klassenerhalt erreichen und sich somit Schritt für Schritt wieder in der Liga etablieren.

Ob das gelingt, zeigen wir in unserem Teamcheck. Am Ende des Artikels geben wir eine Prognose anhand festgelegter Kategorien ab.

Der Kader

Der FCC hat eine gute Mischung aus Identifikationsfiguren und hungrigen Talenten in seinen Reihen. Die Mannschaft ist größtenteils zusammen geblieben, nur auf einen Stammspieler aus der vergangenen Saison muss sie bekanntlich verzichten. Routinier René Klingbeil beendete seine Karriere. Jetzt ist die Frage, ob sich Jena auch adäquat für die dritte Liga verstärkt hat.

Bisher stehen nur sechs Neuzugänge fest, inklusive des zuvor ausgeliehenen und nun vom VfR Aalen fest verpflichteten Firat Sucsuz und Jugendspieler Maximilian Weiß. Als Königstransfer kann Jan Löhmannsröben gewertet werden, der Drittliga-Erfahrung aus Magdeburg mitbringt und im Mittelfeld flexibel einsetzbar ist.

Allerdings forderte Trainer Mark Zimmermann noch Verstärkungen für die Offensive wie auch für die Abwehr, es ist also wahrscheinlich, dass sich der Kader noch verändern wird.

Die aktuelle Form

Die letzten drei Vorbereitungsspiele verlor der FC Carl Zeiss Jena allesamt und das klar und deutlich. Allerdings wählte der FCC für die Vorbereitung harte Brocken aus und präsentierte sich besonders gegen den VfL Bochum wie auch gegen Hertha BSC Berlin engagiert. Gegen die Bochumer gelangen zwei eigene Treffer, auch gegen Berlin hatte Jena die ein oder andere Möglichkeit ein Tor zu erzielen.

Stärken & Schwächen

Die größte Stärke des FCC ist sicherlich seine mannschaftliche Geschlossenheit. Das Team blieb größtenteils zusammen, die Abläufe dürften deshalb bekannt sein. Besonders deutlich wird dies beim Mittelfeld-Duo Sören Eismann und Niclas Erlbeck, die seit zwei Jahren Seite an Seite agieren und im Mittelfeld den Takt vorgeben.

Zudem hat man im Relegationsspiel gegen Viktoria Köln gesehen, was die Fans im Paradies für eine Unterstützung sein können. Die Anhänger machten das Ernst-Abbe-Sportfeld zu einem Hexenkessel, wo es auch für manchen Drittligisten nicht leicht wird, zu bestehen.

Im Moment stehen dem FCC nur drei Innenverteidiger zur Verfügung, die allesamt noch keine Erfahrung in der dritten Liga haben. Dies könnte gerade in engen Spiele zum Problem werden, oder wenn Carl Zeiss Jena eine Führung über die Zeit bringen muss. Auch auf den defensiven Außenbahnen fehlen Alternativen, bei Verletzungen muss Trainer Mark Zimmermann improvisieren.

Mark Zimmermann vom FC Carl Zeiss Jena

Mark Zimmermann gelang gleich in seiner ersten Saison als FCC-Cheftrainer der Aufstieg. ©Imago/Manngold

Der Trainer

Mark Zimmermann ist ein Jenaer Urgestein. Er machte insgesamt 177 Spiele für Carl Zeiss in der zweiten und dritten Liga. 2011 übernahm er als Trainer die U19 des Vereins, im vergangenen Jahr rückte er als Coach zu den Profis auf.

Damit setzte der Verein ein Zeichen, über die künftige Ausrichtung des Vereins. Denn Zimmermann kennt als ehemaliger Jugend-Coach den FCC-Nachwuchs sehr gut und kann ihn perfekt bei den Profis integrieren. Diese Mischung aus entwicklungsfähigen Spielern und erfahrenen Akteuren zahlte sich für den FCC in der letzten Saison aus.

Die mögliche Startelf

Momentan plagen Mark Zimmermann einige Personalsorgen. Beim finalen Test gegen Hertha BSC Berlin waren Manfred Starke, Niclas Erlbeck, Sören Eismann und Firat Sucsuz allesamt angeschlagen.

Noch unklar ist, mit welcher Taktik der FCC agiert. Auch im letzten Vorbereitungsspiel testete der Trainer gleich mehrere Systeme in einer Partie. In der Schlussphase der letzten Saison testete Zimmermann gegen Schönberg und Viktoria Berlin zweimal ein 3-5-2 System, beide Spiele gingen verloren. Nicht nur deswegen, sondern auch wegen der dünnen Personaldecke in der Defensivzentrale wird wohl eine Viererkette auflaufen, davor wahrscheinlich ein Fünfer Mittelfeld.

Im Tor steht Raphael Koczor, auf den defensiven Außenbahnen sind Guillaume Cros und Matthias Kühne derzeit ohne Konkurrenz. Eismann fällt mit einem Leistenbruch noch aus, daher könnten Erlbeck und Löhmannsröben die Schaltzentrale im Mittelfeld bilden. Auf den Außen stehen Sucsuz und Eckardt sowie Wolfram und Bock bereit. Wolfram wäre aber auch eine Variante für das offensive Mittelfeld. Im Sturm ist Manfred Starke noch verletzt, Timmy Thiele ist gesetzt. Mögliche Aufstellung:
Koczor – Kühne, Slamar, Gerlach, Cros – Eckardt, Löhmannsröben, Erlbeck, Wolfram, Bock – Thiele

Fazit

Der FCC geht mit Aufstiegseuphorie in die Saison, hat sich allerdings noch nicht adäquat verstärkt. Dennoch haben viele Spieler bereits Drittliga-Erfahrung. Es wird wohl eine schwere Saison für Carl Zeiss Jena. Soll der Klassenerhalt gelingen, muss das Zimmermann-Team vor allem in den Partien vor heimischem Publikum den Grundstein dazu legen.

Prognose (anhand festgelegter Kategorien): Enge Kiste

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