FCK: Unterlassungs-Aufforderung gegen Wilhelm

Verein reagiert auf Kritik

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Freitag, 31.07.2020 | 07:47

Das Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg

Stets einiges los, auf dem Betzenberg. Kommt er nun zur Ruhe? ©Imago images/Action Pictures

Update (31.7., 8:24 Uhr):
"Mehr Ruhe" hatte Markus Merk gefordert, ein gewaltiges Störfeuer folgte allerdings danach auf Twitter in Person des KG-Aufsichtsratsvorsitzenden Jörg Wilhelm. Darauf reagiert nun der Verein. Wie er am gestrigen Donnerstagabend auf seiner Homepage vermeldete, wurde er „letztmalig zu einer konstruktiven, gemeinsamen und vertrauensvollen Zusammenarbeit“ aufgefordert und außerdem, öffentliche Äußerungen zu unterlassen. Mögliche Folgen: In einer Sitzung des Aufsichtsrasts in der kommenden Woche könne darüber beraten werden, Wilhelm von seinen Ämtern abzuberufen. Auch ein Vereinsausschluss wird genannt.

Ursprünglicher Artikel:
Am gestrigen Mittwoch entschied sich der in einer Sitzung zusammengekommene vorläufige Gläubigerausschuss des FCK für das Konzept der regionalen Investoren-Gruppe, auch weil "ausschließlich die Gruppe der regionalen Investoren die Vorgaben zu Bonitätsprüfung, zu Geldwäsche, zu Compliance sowie zu den Regularien und Statuten des DFB und der Satzung des FCK erfüllen konnte", so Sachwalter Dr. Andreas Kleinschmidt auf der Vereinshomepage.

Damit endet eine Hängepartie, die sich seit geraumer Zeit auf dem Betzenberg hinzog, doch die Arbeit wird nicht weniger werden am Betzenberg. Die Gepräche mit der regionalen Investoren-Gruppe stehen an, außerdem könne der FCK nun "den Insolvenzplan fristgerecht bei Gericht" einreichen, so der Generalbevollmächtigte des Vereins, Dirk Eichelbaum.

Störfeuer

Der Weg ist also klar, wird es nun auch auf dem Betzenberg etwas bedächtiger? Das wünscht sich jedenfalls Markus Merk. "Uns war es immer wichtig, dass wir mit einer Stimme sprechen, von allen Gremien. Die Unruhen der letzte Wochen stören nicht nur, sie schmerzen auch. Wir brauchen wieder mehr Ruhe und das werden wir intern auch besprechen", gibt Merk die Richtung vor.

Dass es im gleichwohl quirligen wie kritischen Umfeld des Traditionsvereins auf Dauer ruhiger werden könnte - eine Mammutaufgabe für die Verantwortlichen, zumal es bereits jetzt neuen Gegenwind gibt.

So äußerte sich der KG-Aufsichtsratsvorsitzende Jörg Wilhelm, der bereits zu einem früheren Zeitpunkt das Angebot der regionalen Investoren-Gruppe kritisierte, auf Twitter zur Entscheidung und der anschließenden Pressekonferenz: "In 30 Jahren als Anwalt habe ich innerhalb einer Stunde noch nie so viele Lügen gehört."

Ist es nur ein Störfeuer oder ein langfristiger Brandherd? Jedenfalls ist Merk auch nach seinen eigenen Ansprüchen jetzt als Löschmeister gefragt, da sich eine derartige Unruhe auch auf den sportlichen Bereich auswirken dürfte. Bis zum Trainingsstart (5.8.) ist es jedenfalls nicht mehr lange hin.