FSV Zwickau: 550.000 Euro fehlen

Verein geht transparent mit Problem & Lösung um

Dem FSV Zwickau fehlen aktuell 550.000 Euro.

Damit die Zuschauer in Zwickau auch weiterhin Drittliga-Fußball sehen können, ging der Verein ins Risiko. ©Imago/Kruczynski

Bei den Planungen für die aktuelle Saison ist der FSV Zwickau bewusst ein finanzielles Risiko eingegangen und steht jetzt vor der Aufgabe, einen Betrag von 550.000 Euro aufbringen zu müssen. Das teilte der Verein am Dienstag Abend auf seiner Homepage mit.

Diese Risiko sei notwendig gewesen, um „damit eine höhere Chance zum Verbleib in der 3. Liga zu haben und im Verlauf der Saison die für die Investition erforderlichen Mehrbeträge zu beschaffen“, wie die von Vorstand Tobias Leege und Geschäftsführer Christian Breiner unterzeichnete Mitteilung erklärt.

Zwickau beweist Transparenz

Ganz konkret wurde der Etat der ersten Mannschaft von 2 auf 2,6 Millionen Euro erhöht. Um den Fehlbetrag aufzufangen, hat sich Zwickau einen Maßnahmenkatalog überlegt und diesen offen kommuniziert.

Mit bereits vorhandenen Sponsoren laufen bereits seit Oktober Gespräche, um durch zusätzliche erbrachte Werbeleistungen seiten des Vereins weitere Umsätze zu generieren. Gemeinsam mit neuen Sponsoren sollen so insgesamt 200.000 Euro in die Zwickauer Kasse fließen.

Auch die Fans sollen helfen

Um den gleichen Betrag hofft man, die Stadionmiete reduzieren zu können. Ein für den Mannschaftsbus geplantes Mikrosponsoring der Fans soll 50.000 Euro einbringen, während 80.000 Euro durch eine Sonderumlage fließen sollen.

Schlussendlich hat der Verein noch ein Freundschaftsspiel geplant, für das bisher aber noch kein Datum und kein Gegner gefunden ist. Dieses soll für Mehreinnahmen von 70.000 Euro sorgen, womit in der Summe der Fehlbetrag von 550.000 Euro gedeckt wäre.

Erfahrung mit finanziellen Problemen

„Gelingt die Finanzierung nicht, dann müssen wir uns der Erkenntnis ergeben, dass es uns und dem Umfeld des FSV Zwickau nicht gelungen ist, einen wettbewerbsfähigen Drittligisten mit erforderlichen finanziellen Mitteln für einen Verbleib in der dritten Liga auszustatten. Ein kontrollierter Abstieg in Liga 4 wird dann unvermeidlich sein“, schließt die Mitteilung mit einem für die Fans dramatischem Zukunftsszenario.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Verein in finanzielle Schieflage geraten ist. Im November 1999 musste Insolvenz beantragt werden, die den Zwangsabstieg von der Regional- in die Oberliga zur Folge hatte. Im März 2010 wurde ein weiteres Insolvenzverfahren beantragt, dieses konnte jedoch abgewendet werden.

Auch in der jüngeren Vergangenheit hatte Zwickau zu kämpfen. Im Januar 2017 fehlten rund 411.000 Euro, Ende Mai 2018 war ein Betrag von 200.000 noch offen. Beide Male konnte der Klub diese Gelder aber noch aufbringen.

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