FSV Zwickau: System stößt an Grenzen

Enochs verteidigt Spiel mit hohen Bälle

Ronny König vom FSV Zwickau

Hoch soll der Ball kommen. Ronny König ist der Zielspieler des FSV. ©Imago/foto2press

Mit dem Sieg unter der Woche in Uerdingen verschaffte sich der FSV Zwickau zunächst Luft und hoffte, mit einem Heimdreier gegen Aalen endgültig ins gesicherte Mittelfeld zu rücken. Stattdessen bleiben die „Schwäne“ nach dem 2:3 nun mit nur zwei Punkten vor dem ersten Abstiegsrang in der Sorgen-Zone. Die Partie am Sonntag zeigte vor allem, dass die zu Saisonbeginn sehr erfolgreiche Spielweise des FSV langsam an Grenzen stößt.

Hohe Bälle keine Erfolgsgarantie

Beim KFC Uerdingen spielten die Mannen von Trainer Joe Enochs ihre Trümpfe noch gekonnt aus, trafen zweimal per Kopf, wovon einmal nach ruhendem Ball. Die Größenvorteile der Sachsen flößen den Gegnern ein ums andere Mal Respekt ein. Nach dem glücklich erkämpften 1:1 gegen Kaiserslautern vor ein paar Wochen sprach FCK-Spieler Jan Löhmannsröben so nicht ganz unpassend von den „Funktürmen“, die Zwickau auf das Feld beorderte.

Auch Aalens Trainer Argirios Giannikis gab nach Spielende bei Telekom Sport zu, wegen dieser Stärke des Gegners noch bis zum Schluss gezittert zu haben: „Im Endeffekt hat der Gegner sehr viele hohe Bälle gespielt und hatte da Hoheitsvorteile. Deswegen zittert man natürlich.“ 

An diesem Sonntag blieb das Schema-F aber bis auf die Situation beim Anschlusstreffer, als Ronny König per Kopf ablegte, wirkungslos, selbst als mit Tarsis Bonga ab der 58. Minute ein zweiter „Funkturm“ in den Sturm kam. Auch das deutliche Eckenverhältnis führte nicht zum Erfolg, was Joe Enochs besonders ärgerte: „Wir haben 17:3 Echbälle und leider waren nur fünf davon gefährlich.“

Die Brechstangen-Spielweise – gerade zum Ende hin – verteidigte der Coach allerdings: „Klar spielen wir mit hohen Bällen. Wenn wir einen Ronny König da vorne haben, ist es unser Recht mit hohen Bällen zu spielen. Die waren auch stets gefährlich.“ 

Es ist unser Recht mit hohen Bällen zu spielen. (FSV-Trainer Joe Enochs)

So lange die Abwehr steht, wie es an den ersten vier Spieltagen mit nur zwei Gegentreffern der Fall war, reichen diese Mittel oft, um zum Erfolg zu kommen. Die Null steht aber bei den „Schwänen“ seit nunmehr sechs Spielen nicht mehr. Der VfR schenkte erstmals drei Gegentreffer ein, teils mit tätiger Mithilfe der FSV-Defensive.

Kaum Erfolg aus dem Spiel heraus

In solchen Partien wird deutlich, dass es an spielerischen Möglichkeiten und Kreativität fehlt bei der Enochs-Elf. Das zeigte sich auch schon in den letzten Wochen, denn die vier Zwickauer Tore vor dem Kopfball-Doppelpack gegen Uerdingen fielen allesamt per Strafstoß. Aus dem Spiel heraus gab es abgesehen vom Eigentor der Aalener seit Anfang August nur zwei Treffer. 

Immerhin: Gegen Cottbus könnte am Samstag wieder ein einziges Tor genügen. Energie hat nämlich eine akute Ladehemmung und ist seit vier Spielen ohne Torerfolg.

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