FSV Zwickau: Teamcheck

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Donnerstag, 27.08.2020 | 08:00
Ronny König kämpft verbissen.

Ronny König geht im Zwickauer Angriff dorthin, wo es wehtut. ©imago images/Picture Point

Im Vorjahr sah es für den FSV Zwickau lange nach einer geruhsamen Runde aus, zum Schluss mussten die „Schwäne“ aber doch noch um den Klassenerhalt zittern. Dieser wird auch für die Saison 2020/21 wieder das erklärte Ziel darstellen.

Kader & Transfers

Mit Elias Huth (Rückkehr nach Leihe, FCK) und Fabio Viteritti (Wacker Innsbruck) musste der FSV zwei seiner drei erfolgreichsten Scorer der Vorsaison ziehen lassen. Gemeinsam erzielte das Duo 21 der 56 Zwickauer Tore und hinterlässt eine Lücke, die es dringend zu schließen gilt.

Dabei mitzuhelfen trauen die Verantwortlichen offenbar Dustin Willms zu. Aus der Regionalliga von der zweiten Mannschaft der Düsseldorfer Fortuna gekommen, soll der 21-Jährige die beiden Stumkanten Ronny König und Gerrit Wegkamp unterstützen. Auch Felix Drinkuth (Paderborn) ist zuzutrauen, offensiv in die Bresche zu springen, der 25-Jährige soll das Spiel aber eher über die Flügel antreiben und die zentralen Angreifer füttern.

Auf den defensiven Außenbahnen hingegen muss der FSV fast bei Null anfangen. Die Abgänge von René Lange (Carl Zeiss Jena) und Sascha Härtel (Rückkehr nach Leihe, Aue) sorgten dafür, dass Trainer Joe Enochs kein gelernter Linksverteidiger mehr zur Verfügung stand. Der FSV reagierte mit der Verpflichtung von Marco Schikora, der sich im Probetraining empfehlen konnte und auf beiden Seiten auflaufen kann.

Im defensiven Zentrum verjüngte sich das Team, nachdem Christopher Handke unter den Erwartungen blieb und seinen Vertrag vorzeitig auflöste. In Person von Bastian Strietzel (22, Meuselwitz) und Augsburg-Leihgabe Jozo Stanic (21) wurden Talente hinzugeholt, die sich erst noch in Liga drei beweisen müssen.

Die aktuelle Form

Im ersten Test der Vorbereitung gab sich der FSV keine Blöße, gegen Oberligist VFC Plauen stand am Ende ein deutlicher 7:2-Erfolg auf der Anzeigetafel. Achtbar war das 2:2, mit dem sich die „Schwäne“ anschließend vom SV Ried trennten und dabei Moral bewiesen: Nach rund fünf Minuten führte der Bundesligist aus Österreich bereits 2:0.

Erstmals torlos blieb Zwickau dann gegen den KSC, dem Zweitligist unterlag die Mannschaft mit 0:1. Enochs ließ dabei in allen Tests rotieren und machte fleißig von seinem Wechselkontingent Gebrauch, um allen Akteuren Spielpraxis zu geben und sich einen Überblick über den Leistungsstand zu verschaffen.

Stärken & Schwächen

Auch wenn einige Abgänge schmerzen, kann der FSV auf eine eingespielte Achse zurückgreifen. Johannes Brinkies, Davy Frick, Julius Reinhardt und Ronny König dürften auch in der kommenden Spielzeit die Korsettstangen bilden und mit ihrer Erfahrung vorwegmarschieren. Speziell defensiv wird sich Zwickau aber steigern müssen.

Sportdirektor Toni Wachsmuth gelang es ihm Vorjahr nicht, die Lücke zu schließen, die sein Karriereende 2019 hinterlassen hat. Mit dem „Wachser“ ließ Zwickau in dessen letzten Jahr nur 47 Gegentore zu, ohne ihn waren es bereits 61 – nur fünf andere Drittligisten wiesen einen schwächeren Wert auf.

Joe Enochs gibt Anweisungen

Das dritte Jahr in Folge sagt Joe Enochs, wo es in Zwickau langgeht. ©imago images/foto2press

Der Trainer

Joe Enochs geht in seine dritte Spielzeit als Cheftrainer der „Schwäne“. Bereits im Frühjahr verlängerte der Klub seinen ursprünglich im Sommer auslaufenden Vertrag und setzte damit zu einer Zeit, in welcher der sportliche Trend nach unten zeigte, ein Zeichen.

Junge Spieler wie Huth oder den mittlerweile in Kiel aktiven Lion Lauberbach förderte er und half ihnen so beim nächsten Entwicklungssprung, doch auch Routiniers konnte der bodenständige Enochs mitnehmen und von seinem Weg überzeugen. Dabei ist er nicht auf ein System festgelegt, neben einem 4-4-2 mit Doppelsechs ließ er im Vorjahr auch wiederholt eine 3-5-2-Formation von der Kette.

Die mögliche Startelf

Voraussichtliche Aufstellung FSV Zwickau

Voraussichtliche Aufstellung FSV Zwickau

Fazit & Prognose

Denkbar knapp hielt Zwickau in 2019/20 die Klasse, nur die um einen Treffer bessere Tordifferenz sorgte für ein weiteres Jahr 3. Liga. Offensiv hat das Team einiges an Substanz und Torgefahr verloren, darum erwarten wir die „Schwäne“ erneut im Abstiegskampf.

Hier geht es zu den bisher veröffentlichten Teamchecks.