FSV Zwickau: Wachsmuth wartet ab

"Es ist ratsam, nichts zu überstürzen"

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Donnerstag, 06.08.2020 | 08:55
Sportdirektor Toni Wachsmuth

Hat eine Strategie: FSV-Sportdirektor Toni Wachsmuth. ©Imago images/Picture Point

Durchaus nicht untätig waren die Verantwortlichen des FSV Zwickau rund um Sportdirektor Toni Wachsmuth bei der Planung des kommenden Kaders. Verträge mit Leistungsträgern (König, Brinkies) wurden verlängert, von einigen Spielern trennten sich die Schwäne bewusst. Ersatz muss dafür her, doch hinsichtlich passender Neuzugänge ist es vergleichsweise ruhig in Westsachsen.

Mit Bastian Strietzel, Dustin Willms sowie Felix Drinkuth stehen drei Verstärkungen zehn Abgängen gegenüber. Steht der FSV also unter Zugzwang? Wenn es nach den jüngsten Aussagen des Sportdirektors geht, steckt hinter der bedächtigen Herangehensweise Kalkül.

„Es ist ratsam, nichts zu überstürzen, da der Markt noch richtig in Bewegung kommen wird“, so Wachsmuth im Kicker (Ausgabe vom 6. August 2020) über die in diesem Jahr durch den späteren Saisonstart veränderte Situation, die er nutzen will. „Außerdem darf man nicht vergessen, dass vertragslose Spieler davon ausgehen müssen, lange ohne Anstellung dazustehen. Das verschiebt die Verhandlungsposition zugunsten der Vereine.“

Achse steht – Suche läuft

Der FSV begreift die in diesem Jahr veränderte Lage auf dem Transfermarkt also als Chance bei der Kaderplanung. Nichtsdestotrotz birgt das längere Warten natürlich auch ein Risiko. Zwar haben die Westsachsen mit Brinkies, Frick, Jensen/Reinhardt sowie König bereits eine Achse, auch von Spielern wie Morris Schröter darf erneut viel erwartet werden.

Mit Elias Huth sowie Fabio Viteritti verließen die Zwickauer allerdings insgesamt 21 Tore und elf Vorlagen, auch mit den beiden Offensivkräften hatte der FSV in der vergangenen Saison Verbesserungspotential im Bereich Kreativität.

Auch wenn das nicht die Kernkompetenz der Westsachsen ist, dürfte der Klassenerhalt in der kommenden Saison ohne gleichwertigen Ersatz nur schwierig zu bewerkstelligen sein. Ein weiteres Kriterium bei der Fahnung nach Neuzugängen sicherlich: Die viel beschworene, spezielle Zwickauer Mentalität sowie die Bereitschaft dazu, ein unangenehmer und unbeugsamer Gegner zu sein.

Diese Einstellung ist unabhängig von der Position gefragt. Auf der Suche nach Verstärkungen seien die Westsachsen jedenfalls „abgesehen von der Torhüterpositon nach wie vor in allen Mannschaftssteilen“, so Wachsmuth.