FSV Zwickau: Wer sorgt gegen Lübeck für die Tore?

Wachsmuth nimmt Mannschaft in die Pflicht

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Mittwoch, 06.01.2021 | 08:55
Toni Wachsmuth beim FSV ZWickau

Sportdirektor Toni Wachsmuth ging eins auf dem Feld voran. ©Imago images/Picture Point

Viel steht auf dem Spiel, wenn der FSV Zwickau am Sonntag den VfB Lübeck empfängt. Bei einem Sieg könnten die Schwäne den Aufsteiger in der Tabelle überholen und hätten bei drei Nachholspielen auch noch Potential in der Hinterhand. Nötig für einen Triumph allerdings: Tore.

Von diesen gab es bisher wenige beim FSV, im Schnitt nur ein Treffer pro Spiel bedeutet die viertschwächste Offensive der Liga. Deswegen suchen die Westsachsen noch nach einem Stürmer, dass dieser allerdings noch vor der kommenden Parie aufschlägt, ist „eher unwahrscheinlich“, wie Sportdirektor Toni Wachsmuth in der Bild (Ausgabe vom 6.1.2021) verriet. Stattdessen appelliert er an die Mannschaft: „Wenn es um Tore geht, sind jetzt alle Feldspieler gefragt.“

Wichtiger Faktor ging verloren

Wachsmuth muss es wissen. 2018/19 erzielte er in seiner letzten Saison als aktiver Spieler zehn Treffer. Wenn auch sieben davon durch Elfmeter zustande kamen, zeigt es doch, wie er als defensiv orientierter Spieler Verantwortung auch für die Offensive übernahm, eine Verantwortung, die er nun als Sportdirektor von den Spielern einfordert.

Als Wachsmuth zum Goalgetter mutierte, taten ihm das die defensiv orientierten Davy Frick und Nico Antonitsch, die in der genannten Spielzeit zusammen neunmal trafen, nach. Zusammen mit den Wachsmuth-Toren ergab das 19 Tore durch zentrale Defensivspieler, die fast 40 Prozent der gesamten FSV-Tore damals (49) ausmachten.

Die Gefahr aus der Tiefe, sie ging verloren beim FSV. In der vergangenen Saison wurden die Tore von denen geliefert, die vorrangig dafür zuständig sind: Die Angreifer. Mit Elias Huth hatte der FSV einen brandgefährlichen Torjäger. Von den elf Spielen, in denen er traf, verloren die Westsachsen nur eins.

Aktuell gibt es keine Alternative zu Ronny König, der sich als Einzelkämpfer aufreibt. Hinter ihm konnte Manfred Starke nicht den Zug zum Tor aus Jenaer Zeiten an den Tag legen, während Morris Schröter und Maximilian Wolfram angesichts von insgesamt zehn Scorer-Punkten durchaus ordentlich performen.

Zweite Halbzeit als Chance

Zweifellos hatte der FSV auch in den vergangenen Spielzeiten Phasen, in denen es offensiv nicht zusammenlief – und zog sich dann am eigenen Schopf aus der Misere, beispielsweise durch ein Standard-Tor. Aus diesen machen die Schwäne aktuell zu wenig, wie FSV-Coach Joe Enochs nach dem Spiel gegen Hansa Rostock kritisierte.

Vielleicht ist es aber auch weniger die Frage, wie die Tore erzielt werden, als wann. In der ersten Halbzeit präsentierte sich der FSV Zwickau bisher stabil, lag erst dreimal zum Pausentee in Rückstand. Allerdings kann er dann in Halbzeit zwei nicht zuschlagen, nur sieben Tore in der zweiten Halbzeit sind ligaweit der niedrigste Wert. Gegen den VfB Lübeck ergibt sich aber genau dann eine Chance: Die Hansestädter kassierten bisher 17 ihrer 28 Gegentore nach dem Seitenwechsel, allein elf davon zwischen der 61. und 75. Minute.