Hallescher FC: Jayme-Abrechnung nach Rauswurf

Ex-Torwarttrainer beklagt Intrigen

Bernd Jayme, Marco Kämpfe und Rico Schmitt auf der HFC-Bank

Jayme (l.) mit Vorwürfen gegenüber Schmitt (r.) ©Imago/Matthias Koch

Torwart-Trainer Bernd Jayme hat nach seiner Entlassung beim Halleschen FC mit seinem bisherigen Arbeitgeber abgerechnet. Der 42-Jährige beklagt Ausgrenzungen, Intrigen, Missachtung und rücksichtslosen Umgang mit Spielern.

Man nannte mich nur Wessi. (Ex-Torwarttrainer Bernd Jayme zum Klima beim HFC)

Er sei für seine Einschätzungen der Torhüter ausgelacht worden, berichtete Jayme in der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 4.1.2018) von fehlender Anerkennung für seine Expertise. Nach eigenen Angaben ist der Schwabe außerdem seit Beginn seiner Tätigkeit zu Saisonbeginn zum Außenseiter gestempelt worden: „Man nannte mich nur Wessi.“

Schwere Vorwürfe gegen Schmitt

Schwere Vorwürfe erhob Jayme gegen HFC-Cheftrainer Rico Schmitt. Er habe, schilderte Jayme das Klima weiter, vom Trainer für Sitzungen „falsche Zeiten genannt“ bekommen und wäre auch nicht informiert worden, „wann welcher Torwart spielt“.

Auch mit den Spielern soll Schmitt Jaymes Aussagen zufolge ausgesprochen gefühllos umgegangen sein. So hätten Oliver Schnitzler nach einem Vier-Augen-Gespräch mit Schmitt „die Tränen im Gesicht“ gestanden.

Jayme betonte ausdrücklich lang anhaltende Rückendeckung durch HFC-Manager Ralph Kühne. Doch auch dessen Vermittlungsversuche für eine Verbesserung von Jaymes Verhältnis zu Schmitt seien wirkungslos geblieben. „Schmitt konnte ich nur wenig abgewinnen“, sagte Jayme jetzt.

Wie zerrüttet die Arbeitsbeziehungen zwischen den beiden Coaches war, verdeutlichte Jaymes Abgang am Tag nach seiner Entlassung: Als Jayme sich wie mit Kühne besprochen von der Mannschaft verabschieden wollte, warf Schmitt laut einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung seinen bisherigen Mitarbeiter kurzerhand aus der Kabine: „Ich hätte darin nichts mehr zu suchen, wurde mir gesagt.“ Erst auf neuerliche Intervention von Kühne habe er den Spielern lettztlich doch noch eine erfolgreiche Zukunft wünschen können.