Hallescher FC: Schmitt-Abrechnung mit Vereinsführung

HFC-Aufstiegsziel aus Trainer-Sicht realitätsfern

Klage über beklemmende Atmosphäre: HFC-Coach Rico Schmitt

Abrechnung mit HFC-Spitze: Trainer Rico Schmitt © imago

Trainer Rico Schmitt hat vor seinem bevorstehenden Abschied vom Halleschen FC eine teilweise ernüchternde Bilanz seiner etwas mehr als zweijährigen Tätigkeit bei den Saale-Städtern gezogen. Besonders für die vorübergehenden Zweitliga-Ambitionen der Vereinsführung zeigte der Coach dabei im Vorfeld seines letzten Punktspiels auf der HFC-Bank gegen den FSV Zwickau (Samstag) nur wenig Verständnis.

Wer sich von Träumen und Wünschen treiben lässt, wird oft von der Realität eingeholt. (HFC-Coach Rico Schmitt)

Die vom Klub kurz nach seinem Amtsantritt verkündete „Mission Aufstieg 2019“ sei nach Schmitts Aussage in einem Interview mit der Freien Presse ausgerufen worden, „obwohl das die Voraussetzungen wie Etat und Infrastruktur meines Erachtens nicht hergaben und -geben“. Der 49-Jährige sieht darin im Rückblick ein Zeichen von Maßlosigkeit: „Wer sich von Träumen und Wünschen treiben lässt, wird oft von der Realität eingeholt.“

Halle zuletzt dreimal in unterer Tabellenhälfte

Tatsächlich ist Halle in Schmitts Amtszeit nach dem Klassenerhalt von 2016 nicht über graues Mittelmaß hinausgekommen. In der vergangenen Saison wiederholten die Hallenser den 13. Platz aus dem Vorjahr, und auch in der ausklingenden Spielzeit kann der frühere Europacup-Teilnehmer bestenfalls noch Rang zwölf erreichen.

Offenbar hätte sich Schmitt zwischenzeitlich auch mehr Unterstützung seitens der Vereinsspitze gewünscht. In dem Gespräch mit der Zeitung aus seiner Heimatstadt Chemnitz beklagte der Trainer trotz „vieler positiver Momente auch Phasen mit beklemmender Atmosphäre“.

Seine Ausbootung zum Saisonende – zur kommenden Spielzeit übernimmt der frühere Zwickauer Chefcoach Torsten Ziegner das Trainer-Amt beim HFC – bewertete Schmitt betont nüchtern. Die Zeit eines Trainers bei einem Klub sei „oft begrenzt“.

Für seine persönliche Zukunft erhofft sich Schmitt ein zeitnahes Engagement bei einem anderen Klub „im Profi-Fußball“ und würde unter den passenden Voraussetzungen auch in der vierten Liga arbeiten. Er fühle sich „weder ausgebrannt noch amtsmüde“ und benötige eine Auszeit „nicht zwingend“, sagte Schmitt. Aus seiner Zeit vor der Aufgabe in Halle bei den Kickers Offenbach wisse er, „dass man auch in der 4. Liga mit einem ambitionierten Verein was erreichen kann“.

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