Hallescher FC: Schmitt unter Druck

Spekulationen über Unruhe in der Mannschaft

Ohne Rückhalt bei den Fans: Halles Coach Rico Schmitt

Unter Druck: HFC-Trainer Rico Schmitt © imago

Beim Halleschen FC gerät Trainer Rico Schmitt zusehends unter Druck. Nach der dritten Pleite in Folge mit 0:3 gegen Relegationsanwärter Fortuna Köln wächst im Lager der Saalestädter wieder die Angst vor einer Verwicklung in den Kampf um den Klassenerhalt.

Auf die unüberhörbaren Forderungen der HFC-Fans nach seiner Entlassung reagierte Schmitt zumindest äußelich gelassen. Es gehöre zum Geschäft, dass der Trainer als Feindbild gesehen werde, wenn es sportlich nicht laufe, zitierte die Mitteldeutsche Zeitung aus einem TV-Interview nach Spielschluss: „Ich nehme das sportlich.“

Wir sind in einer kritischen Situation. (HFC-Trainer Rico Schmitt)

Doch auch Schmitt selbst fällt derzeit wenig zur Beruhigung des aufgebrachten Anhangs ein: „Wir sind in einer kritischen Situation“, konstatierte der 49-Jährige.

Bedrohliche Heimschwäche

Eine Ursache dafür ist die zunehmende Heimschwäche. Gegen Köln musste Schmitts Mannschaft schon zum sechsten Mal in der laufenden Saison einem Gästeteam die Punkte überlassen – öfter verlor nur Schlusslicht Rot-Weiß Erfurt im eigenen Stadion. Angesichts der anhaltenden Krise mit nur einem Zähler aus den vergangenen vier Spielen und nur insgesamt nur sieben Punkten Vorsprung auf die Gefahrenzone kann der Abstiegskampf denn auch noch nicht als bewältigt angesehen werden.

Der Unmut der Fans über die bedrohliche Lage ist jedoch nicht Schmitts einziges Problem. Das Fachmagazin Kicker (Heft 20 vom 05.03.2018) berichtete am Montag, dass sich mttlerweile innerhalb der Mannschaft Widerstände gegen den Coach gebildet hätten.

Kapitän Klaus Gjasula suchte unterdessen die Gründe für den neuerlichen Nackenschlag bei sich und seinen Kollegen. Durch seine zahlreichen Fehlpässe hätte Verunsicherung bei der ganzen Mannschaft um sich gegriffen, räumte der Mittelfeldspieler ein und zeigte auch Verständnis für den Ärger des heimischen Publikums: „So haben wir die eigenen Fans verloren.“

Gjasula, der noch in der Vorwoche felsenfest vom Klassenerhalt überzeugt gewesen ist, forderte für das schon am Mittwoch anstehende Abstiegsduell mit Werder Bremen II sichtbar mehr Aggressivität und Mentalität: „Wir müssen eine andere Mannschaft sein.“