Hallescher FC: Stadt stellt Bedingungen für Hilfe

Etatlücke von 1,35 Millionen Euro

Der Hallesche FC muss sich nach einem „schwarzen Montag“ noch immer kräftig schütteln. Abgesehen von der Rückzugsankündigung von Manager Ralph Kühne zum Jahresende nach 16-jähriger Tätigkeit steckt der Vereinsspitze im finanziellen Überlebenskampf besonders auch noch ernüchternde Verlauf des Rapports von HFC-Chef Michael Schädlich bei Oberbürgermeister Bernd Wiegand und den weiteren politischen Spitze der Stadt in den Knochen.

Wir brauchen Grundlagen. (Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand)

Denn statt mit einer unmittelbaren Aussicht auf konkrete Unterstützung verließ Schädlich das Rathaus mit einem Sack voller Bedingungen. „Wir brauchen Grundlagen“, erklärte Wiegand in der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 23.1.2018) die Forderung der Stadtväter nach einem Sanierungskonzept mit einer positiven

Viel Zeit bleibt dem HFC dafür auch nicht: Die Politiker setzten Schädlich eine Frist bis zum 12. Februar.

HFC-Boss offenbart Etatlücke von 1,35 Millionen Euro

Zuvor hatte Schädlich im Gespräch mit Wiegand und den Parteivertretern eine Finanzierungslücke von 1,35 Millionen Euro offenbart. Vor der erstmaligen Bestätigung des großen Lochs in der Kasse hatte der HFC-Präsident schon öffentlich eingestanden, dass aufgrund ausbleibender Zuschauereinnahmen und Sponsorengelder bis zum Frühjahr finanzielle Probleme auf die Saalestädter zukommen werden.

Seitens der Stadt sind verschiedene Möglichkeiten zur Unterstützung des angeschlagenen Klubs denkbar. Einerseits könnte die Stadt, für die laut Wiegand eine „generelle Hilfsbereitschaft“ unterstrich, notwendige Darlehen des HFC durch Bürgschaften absichern. Andererseits wäre ein verstärktes Engagement kommunaler Betriebe im Sponsoring vorstellbar.

Die Hilfe der Stadt erscheint jedoch umso schwieriger durch die unklare Personalsituation an der Vereinsspitze. Kühnes Rückzugsankündigung verschärfte zu Woichenbeginn die Lage zusätzlich, nachdem schon Vorstandsmitglied Jörg Sitte Ende Dezember als Marketingchef beurlaubt worden ist und seitdem seine Tätigkeit auch in der HFC-Führung zumindest ruhen lässt. Neue Gerüchte auch über Schädlichs angebliche Amtsmüdigkeit dürften vor diesem Hintergrund bei Halles Politikern kaum das Vertrauen in eine positive Entwicklung des Klubs stärken.