Hansa Rostock: Platz vier ist Dotchev nicht genug

Hansa-Coach gibt Zurückhaltung auf

Aufstiegsambitionen: Rostocks Trainer Pavel Dotchev

Will mehr: Hansa-Coach Pavel Dotchev © imago

Bei Hansa Rostock sind die Zeiten vornehmer Zurückhaltung offenbar vorbei. Trainer Pavel Dotchev erklärte nach wochenlang belächeltem Understatement beinahe unverhohlen den Aufstieg in die zweite Liga wenigstens über die Relegation für den Tabellenfünften zum neuen Saisonziel.

Wenn Du Vierter bist, möchtest Du einen Platz mehr. (Hansa-Coach Pavel Dotchev)

Nach dem bisherigen Saisonverlauf würde am Saisonende über Platz vier trotz der damit verbundenen Qualifikation für den DFB-Pokal „ehrlich“ keine Freude mehr aufkommen, räumte Dotchev in einem Interview mit der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 02.03.2018) ein. Denn damit wäre das Ziel „so „greifbar nah“ doch nicht erreicht: „Wenn Du Vierter bist, möchtest Du einen Platz mehr.“

Auf der ausgerufenen Reise ins Unterhaus „fährt der Zug nach Plan“, sagte der Bulgare vor dem Gastspiel seines Teams bei Abstiegskandidat Werder Bremen II (Freitag) außerdem. Es gebe „keine Verspätung“, denn die Mannschaft sei im Vergleich zur Hinrunde „viel weiter“.

Aufstieg ursprünglich für 2019 geplant

Sogar weiter als ursprünglich geplant: Dotchev hatte Rostock zu Beginn der laufenden Saison übernommen; nach zuvor Platz 15 tauschte der Coach viele Spieler aus und nahm die Zweitliga-Rückkehr für 2019 ins Visier. Momentan hat Hansa nach vier Siegen in den vergangenen fünf Spielen nur einen Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz und liegt sechs Zähler hinter den Aufstiegsrängen.

Dotchevs Hoffnung auf einen Aufstieg womöglich schon am Saisonende entspringt auch früheren Negativerfahrungen mit vergleichbaren Situationen. Der 52-Jährige erinnerte jedenfalls an sein Engagement bei Preußen Münster: 2012 übernahm Dotchev die Westfalen in Abstiegsgefahr und scheiterte nur ein Jahr später denkbar knapp am Sprung in Liga zwei, ehe Preußen sich kurz nach Beginn der darauffolgenden Saison von Dotchev trennte. „Sie dachten“, blickte der Trainer mit erkennbarer Ironie zurück, „ich wäre am verpassten Aufstieg schuld.“

Vor einem ähnlichen Anstieg der Erwartungen in Rostock nach sechs Jahre Drittklassigkeit warnt Dotchev denn auch mit Nachdruck. Jeder träume und dürfe auch träumen, „aber wir dürfen nicht überdrehen. Was wir bislang erreicht haben, ist nicht selbstverständlich“.

Grundsätzlich hält Dotchev bei der Kogge aber auch seine Ambitionen für eine Tätigkeit in der Bundesliga für umsetzbar. Es sei sein Traum, „mit Hansa den Weg nach oben“ zu gehen.