HFC: Als Drinkuth den Schalter umlegte

Ex-Trainer Dirk Heyne erinnert sich

Felix Drinkuth am Ball für den Halleschen FC

HFC-Neuzugang Felix Drinkuth fand sich beim HFC bisher gut ein. ©Imago images/Picture Point

Felix Drinkuth ist die Allzweckwaffe des HFC. Auf der linken Außenbahn, hinter den Spitzen oder noch etwas defensiver im zentralen Mittelfeld tauchte der 24-Jährige bisher im HFC-Kader auf und hat mit seinen Leistungen Anteil am zweiten Tabellenplatz – wobei Drinkuth in seinen Aktionen sogar noch mehr Potential aufblitzen lässt.

Ein Schritt zurück, viele vor

Dabei sah es in Drinkuths Karriere wahrlich nicht immer so rosig aus – 2016 war der Profifußball fast schon abgeschrieben, ehe doch noch der Durchbruch folgte. Auslöser dafür war eine maue Leistung Ende Januar bei der zweiten Mannschaft von Hannover 96. Dort gastierte Drinkuths damaliger Klub Eintracht Norderstedt mit Dirk Heyne als Trainer an der Seitenlinie.

Heyne erinnert sich im Gespräch mit Liga-Drei.de: Wir hatte eigentlich eine sehr gute Vorbereitung gehabt, aber im ersten Spiel nach der Winterpause gegen Hannover 96 II haben wir ihn kurz vor der Halbzeit ausgewechselt, weil er einfach passiv gespielt hat“, so der Trainer. Danach habe der Offensivmann den Schalter umgelegt und Norderstedt „öfter mal den Arsch gerettet, wenn er seinen linken Hammer ausgepackt hat“.

Drinkuth erzielte in der Rückrunde der Saison 2017/18 zehn Tore und war auch als Vorlagengeber wertvoll. „Damals gab es schon die eine oder andere Anfrage“, so Heyne. Drinkuth allerdings entschied sich für den unüblich aber vernünftigen Weg und blieb in Norderstedt, auch um seine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann abzuschließen.

HFC packt ihn richtig an

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: In der Hinrunde der darauffolgenden Saison traf Drinkuth elfmal in 19 Partien, bereitete fünf weitere Tore vor – der SC Paderborn schlug beim heute 24-Jährigen zu. Dieser lieh Drinkuth zunächst nach Lotte aus, wo er seine Leistung allerdings nicht wie zuvor abrufen konnte – im Gegenteil zum Engagement beim HFC.

Grund dafür ist wohl auch Trainer Torsten Ziegner. „Felix ist ein Spieler, der das Vertrauen der Mitspieler und des Trainers braucht. Man muss ihm in vielen Situationen sagen: ‚Junge, glaub an dich.‘ Dann kann er noch mehr aus sich herausholen“, weiß sein Ex-Coach Heyne, der den Grund für Drinkuths gute Leistungen auch in dessen guter Vorbereitung in Halle, aber auch bei Stammverein SC Paderborn sieht.

Der schaut bei dem ausgeliehenen Offensivmann natürlich genau hin und dürfte mit der Entwicklung bislang zufrieden sein. Noch mehr Potential besteht bei Drinkuth auch laut Heyne: „Felix bringt aus meiner Sicht alles mit: Er ist unheimlich laufstark, dazu brutal schnell, er ist beidfüßig, hat mit dem Linken eine besondere Stärke. Wenn er das noch besser einsetzt, den Kopf hoch nimmt vor dem Tor, an Abgeklärtheit zunimmt, dann hat er sicherlich das Potenzial höher zu spielen, als jetzt.“ 

Gefragt sein wird vor allem auch Konstanz, gute Leistungen über eine komplette Drittliga-Saison aufs Parkett zu legen. Dann dürfte zum ungewöhnlichen Karriereweg Drinkuths ein weiterer Step nach vorne hinzukommen.

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