HFC kämpft gegen den Trend

2020 ein schlechtes Jahr für die Saalestädter

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 09.11.2020 | 10:11
HFC tröstet einander

Der HFC muss sich nach der Schlappe in München wieder aufrichten. ©Imago images/Lackovic

Die 1:6-Pleite beim TSV 1860 München steckte HFC-Coach Florian Schnorrenberg auf der anschließenden Pressekonferenz sichtlich in den Knochen. Mit versteinerter Miene analysierte der Coach die Schlappe, monierte fehlende Torgefahr bei eigenem Ballbesitz, Nachlässigkeit bei Standards, fehlende Effizienz und wollte dennoch gerade rücken: „Für mich war es kein Spiel, wo 1860 heute fünf Tore besser war als wir.“

Nichtsdestotrotz stellte der HFC die höchste Niederlage in der 3. Liga ein, die kurioserweise auch in diesem Jahr eingefahren wurde. Am 17. Februar stand es am Ende 1:6 gegen die U23 des FC Bayern. Ein langfristiger Trend ist nicht von der Hand zu weisen an der Saale.

Von allen Teams, welche die Rückrunde der vergangenen Saison in der 3. Liga bestritten und nun in der Spielzeit 2020/21 dabei sind, schneidet der HFC am schlechtesten ab. Aus 25 Partien im Jahr 2020 holten die Hallenser nur 23 Punkte. An die 61 Gegentore des HFC in diesem Jahr kommt nur der SV Meppen (45) ansatzweise heran.

Pflichtsiege, aber keine Big Points

Eins wird auch deutlich: Mit der Effektivität der Spitzenteams hat Halle Probleme. Gegen Ingolstadt, Saarbrücken und jetzt 1860 – alle drei Teams zum Zeitpunkt des Aufeinandertreffens im ersten Tabellendrittel platziert – gab es Niederlagen. Zu Punkten versteht der HFC gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel, was in der laufenden Spielzeit gegen Magdeburg, Meppen und Lübeck der Fall war.

Auf die Schnorrenberg-Elf kommt diesem Trend folgend eine Mammutaufgabe zu, wenn am Wochenende mit Hansa Rostock ein Spitzenteam der Liga gastiert. „Eine bessere Figur“ will Schnorrenberg mit seiner Elf dabei abgeben und voraussichtlich ein Stück weit defensiver agieren, um nicht wie gegen 1860 München bei Kontern ins offene Messer zu laufen.

Um beim langfristigen Trend zu bleiben: Gegen den FCH prallen dabei Welten aufeinander. Während Halle im Schnitt 2,4 Tore pro Partie im Jahr 2020 kassierte, sind es beim kommenden Gegner im gleichen Zeitraum nur 0,88. Es bleibt einzig die Hoffnung. So habe die „Vergangenheit gezeigt, dass wir nach Niederlagen auch zurückkommen können“, so Schnorrenberg.